Sigma DP1s – begeisternde Beschränkung

Photographie

Schon lange war ich an einer kompakten Digitalkamera interessiert, die mit erlaubte, Blende und Verschlusszeit selbst einzustellen. Im Idealfall bot sie mir auch noch RAW-Daten und dann – und das ist der ästhetische Wunsch – sollte sie sehr reduziert aussehen, keinen Schnickschnack haben, wie kleine Zeiger, die Akkurestlaufzeit und Speicherkartenplatz anzeigen oder ähnliches. Auch völlig unwichtig war für mich, ob man HD-Videos aufnehmen kann oder nicht. Das Lastenheft war also dünn.

And they will come

Am Ende standen im Ring noch die Canon PowerShot S90 Digitalkamera (10 Megapixel, 3,8-fach opt. Zoom, 7,6 cm (3 Zoll) LCD-Display, 1:2,0-4,9) schwarz und die Sigma DP1s Digitalkamera (14 Megapixel, 6,4 cm (2,5 Zoll) Display) – die Canon, die auch ob des noch Modellwechsels bei Sigma, etwas teurer daherkam, hatte mit Zoom und höherer Auflösung und mehr Einstellmöglichkeiten auf den ersten Blick die Nase vorn, doch je mehr ich mich mit der Sigma befasste, umso spannender fand ich das Reduzierte. Der aus in größeren Spiegelreflexkameras verbaute Foveon X3, der für Rot, Grün und Blau jeweils eine eigene Ebene auf dem Sensor vorzieht und damit den unterschiedlichen Längen des Lichts Rechnung trägt, bietet auf die Auflösung gerechnet nur 4,6 Millionen Pixel, aber die Qualität der Aufnahmen, so bilde ich es mit ein, ist noch eine Spur brillanter. Ein wirkliches Manko könnte die geringe Lichtstärke von f4 sein, besonders bei Porträts könnte das sehr einengen, wobei ich keine Porträts mache.

Gipfelstürmer

Wie in vielen bisherigen Tests zur DP1 zu lesen, taugt die Kamera darüber hinaus nicht als Schnappschuss-Knipse, denn sie braucht ihre Zeit zum Fokussieren und Speichern, aber ich mache eigentlich keine Schnappschüsse.

Wenngleich ich mich an die Komposition per Display erst noch gewöhnen muss, macht sie mir als treuer Begleiter sehr viel Freude. In den meisten Fällen wandle ich die Bilder in Schwarz/Weiß-Aufnahmen um, weil ich meine, dass diese noch etwas eindringlicher sind, aber ich bin ja noch am Beginn der hoffentlich langen gemeinsamen Reise.

In meinem flickr-Album finden sich noch mehr Aufnahmen, auch in Farbe.

3 Kommentare

  1. Hattes Du die Olympus PEN nicht auf der Liste, weil nicht kompakt genug?

  2. Ich hab meine DP1 innerhalb der 10 Monate, die ich sie mein Eigen nenne, sehr lieb gewonnen und möchte sie auch garantiert nicht wieder hergeben.

    Ja, der Autofokus ist schnarchig und die Auflösung sieht rein von den technischen Daten her erstmal gering aus. Aber dafür haben die Bilder, vermutlich dank des Foveon-Sensors, einen ganz eigenen, lebendigen Charakter… und es kann durchaus lohnend sein, sich mit den Beschränkungen einer fest verbauten Festbrennweite auseinandersetzen zu müssen ;-)

    Liebe Grüße,
    Stephan

  3. MasterDesaster sagt

    Yes – you can! Stimmt, die Sigma hat da ihre ganz eigenen Reize, die findet man aber schnell wenn man sie testet, vor allem für mich damals interessant war einfach die Möglichkeit mit raw zu arbeiten, ich möchts auch nicht mehr missen.

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