Stereo Holga Animation

Photographie

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Ich scheue ja nicht davor zurück, beim Kamerakauf Fragen nach Nützlichkeit und Notwendigkeit ganz hinten anzustellen und da blieb es dann auch nicht aus, nachdem die Lomographische Gesellschaft die neue Holga Stereo vorgestellt hatte, nachzusehen, ob ich diese in China nicht deutlich billiger bekommen würde – es ist auch so eine Jagd-Recherche-Schnapper-Geschichte, die mich treibt, aber das soll man einem Historiker ja nicht negativ anlasten können.

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Ich hatte also auf ebay schnell einen Anbieter in Hong Kong ausfindig machen können, der mir die Holga Stereo 3D mit Betrachterbox und einigen Rahmen für die Dias für etwa 80 Euro inklusive Versand zukommen lassen wollte – die Lomographen wollen dafür knapp 50 Euro mehr haben – meine Ersparnis reduzierte sich nach dem Bezahlen der Mehrwertsteuer beim Zoll auf etwas mehr als 30 Euro, was man beim Kauf einer Plastikkamera durchaus eine Hausnummer ist, wie ich meine, wobei ich nicht weiß, ob die Wiener noch zusätzlich Kosten für den Versand aufrufen. Nun ja, ich habe nun einmal den direkten Weg aus China gewählt und bekam nach drei Wochen mein Paket.

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Natürlich konnte ich es nicht abwarten, mit der Kamera loszuziehen und beschloss auf dem Weg zur Arbeit einfach mal an der Hoheluftbrücke auszusteigen und bis zur nächsten Station am Eppendorfer Weg zu spazieren. Mit einem abgelaufenen Kodak Ektachome 100 PLUS EPP Diafilm machte ich die ersten fast beiläufigen Aufnahmen – beiläufig, weil ich es sehr spannend fand, wie die Passanten einen Fotofreund mit dieser exotischen Kamera bestaunten. Das nächste Mal werde ich mir aber – und das ist sicher – etwas gewissenhafter die Motive nach dem 3D-Effekt aussuchen.

Das erste Resümee muss lauten: typisch Holga! Mit allem Charme und allen Schwächen. Die Benutzung eines Diafilms, der dem Prinzip nach ja unbedingt anzuempfehlen ist, ist heikel, aber gerade in der Sonne noch machbar. Ich werde als nächstes wohl mal einen Rollei Digibase versuchen. Wer gerne eine Blende mehr Spielraum haben möchte, der sollte vielleicht gleich den Adaptersatz von 120er auf 135er Film mitbestellen und sich mit dem vom Analog-Experten Spürsinn vorgeschlagenen Agfa Precisa 135-36 (Dia Farbfilm) versuchen. Ich für meinen Teil werde bei allen Widrigkeiten wohl beim Rollfilm bleiben – glaube ich.

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