Sony NEX 3 – manuelle Begegnungen

Photographie

Arbeitszustand

UPDATE II – Die letzten Betrachtungen zur Sony NEX-3 waren dem Lieferzustand gewidmet, in dieser Runde soll es um die für mich reizvollere Nutzung der kleinen EVIL gehen, der „Entschleunigung“ der Fotografie. Da das 18-55mm Kit-Objektiv eine passable Linse ist und auch nicht viel mehr und es außer den Sony-Objektiven derzeit keine Alternativen mit dem neuen Anschluss gibt, lag der Ansatz nahe, die vorhandenen M42-Objektive auszutesten. Die Firma NOVOFLEX stellte mir freundlicherweise ihren Adapter NEX/CO (Novoflex Adapter M 42 Objektiv an Sony NEX Kameras) für einige Wochen zum Testen zur Verfügung und so nutzte ich die Sony fortan mit einem Asahi Pentax Takumar 3,5/35mm, was bei dem Cropsensor in etwa Normalbrennweite entspricht, sowie mit einem Pentacon 2.8/135mm Teleobjektiv.

MF-Sucher

Da man die Sony NEX gerade im manuellen Modus wegen des kleinen Bodies und der Notwendigkeit, Blende und Schärfe per Hand einzustellen, gerne wie eine Mittelformatkamera wie Hasselblad oder Kiev 88 hält (in etwa so, um Herrn Jeriko ruhig zu stellen ^_^), ist man mit dem NOVOFLEX-Adapter immer in Berührung und dieser macht einem Objektiv sehr ähnlich einen absolut robusten Eindruck, was sich gerade im Verhältnis zum fast fragilen Gehäuse der Kamera und im Vergleich mit chinesischen Billigangeboten doch positiv bemerkt macht. Auch nach häufigeren Objektivwechseln macht das M42-Gewinde immer noch einen guten Eindruck – das ist nicht unwichtig, denn der Adapter schlägt mir knapp 90 Euro zu Buche und ist damit kein Sonderangebot, das man sich problemlos mehrere Exemplare anschaffen könnte.

Stone

Nach der Hardware-Besprechung nun doch einmal weiter zur Bedienung dieser feinen Kombination. Wie im zweiten Bild von oben zu sehen, verfügt die NEX im Sucherbildschirm über eine Lupe, die entweder 7x oder auch 14x vergrößert. Bei guten bis ausreichenden Lichterhältnissen (die Reflexionen auf dem Display befinden sich auf der chinesischen oder koreanischen Schutzabdeckung, die ich nachträglich gekauft habe) ist das Fokussieren mit dieser Lupe ein Kinderspiel und auch ausgesprochen angenehm. Wird es aber dunkel, ist es bisweilen ob der Körnigkeit des Sucherbildes etwas heikel, aber machbar.

Hinaus in die dunkle Welt

Insgesamt betrachtet, finde ich die manuelle Nutzung der Sony reizvoller als die vollautomatische mit Kit und dem virtuellen Wahlrad auf P. Gewiss wird man den einen oder anderen Schnappschuss nicht machen, weil man die Situation schlicht verpasst, aber ich habe mich bei den ersten Ausflügen mit der „manuellen NEX“ durchaus dabei ertappt, auf ein Bild zu verzichten, länger nachzudenken und wohl auch bewusster zu komponieren. Als kompakte digitale und dennoch manuellen Kamera für gehobene Ansprüche betrachtet, halte ich meinen Neuzugang für sehr gelungen.

Nachtrag: In den Kommentaren hatte der werte zoomyboy gefragt, ob der Adapter einen Stativanschluss hätte. Das verneinte ich erst, weil dem NEX/CO keiner beiliegt, aber das ist nur die halbe Wahrheit. Novoflex wies mich nun auf die Adapter-Stativschelle ASTAT-NEX hin, die für 89,00 Euro zu beziehen ist.

Sehr inspiriert zu dieser Kombination hat mich übrigens Matthias mit seinem Blogpost über seine NEX-3 mit einem MIR 2/35mm, aber ich bin da ja eher japanisch angehaucht und daher musste es ein Takumar werden – abgesehen von der Schärfeleistung.

Im dritten und letzten Teil der kleinen Reihe zur NEX-3 gibt es und noch eine Nachlese und Zeugs.

3 Kommentare

  1. Schönes Serie die wirklich Lust auf mehr macht. Wie sieht es denn aus, haben die Novoflexadapter für Nex auch einen Stativanschluss, den sonst zerbricht dir die kleine Nex ja. ;)

  2. Pingback: Pentanex - spiegelberg dot org

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