Nach einer Woche mit der Fuji X100

Photographie / Test

Reisekamera

Was haben sich die Experten und solche, die meinen, Experten zu sein, schon in den letzten Wochen und Monaten zur Fujifilm Finepix X100 öffentlich geäußert. Einige beklagten, die knapp 1000 Euro teure Kamera sie sei ein schwacher Abklatsch einer Leica M9 – für die man allerdings das sieben- bis achtfache würde anlegen müsste. Sie sehen sich ähnlich, beklagte die FAZ vor einigen Wochen, DigitalRev verglich beide Kameras in einem nicht ganz ernst gemeinten Beitrag auf youtube.

Asian Love

Widmen wir uns nun also ganz der X100, die ich recht überraschend etwa zwei Wochen nach der Bestellung beim Foto Gregor in der Hand hielt. Ich hatte sie „zur Ansicht“ bestellt und wollte sie dann doch nicht mehr aus der Hand legen. Man packt die Fuji aus einem etwas bemüht edlen Kasten aus und ist von Anfang an absolut begeistert von der Haptik und der Bedienbarkeit der Kamera. Fokus-Modus, Blende, Verschluss und einige weitere Funktionen sind sofort erreichbar. Der Weg ins Menü bleibt einem in vielen Fällen gänzlich erspart, die Wege zu Makroeinstellung, ISO, Drive usw. sind kurz. Schnell schien mir klar, dass ich die Reisekamera gefunden habe.

Dodge

Die kleine Japanerin im Retro Look, der in anderen Spielweisen bereits bei den Analogen Klasse W und S aufgegriffen wurde, ist nicht meine erste Digitale mit Festbrennweite. Ich habe die letzten 1,5 Jahre eine Sigma DP1s genutzt und habe immer einen Sucher vermisst. Man könnte nun natürlich darauf hinweisen, dass es einen Aufstecksucher gibt, aber das ist nicht vergleichbar mit dem wunderbaren Hybridsucher der Fuji. In das optische Sucherbild werden alle nötige Informationen eingeblendet und das ist gerade bei Sonne, wo der elektronische Sucher nicht überzeugt, ein völlig neues Erlebnis (abseits der DSLR-Welt).

Alfa Romeo F12

Die Bildqualität ist für einen Nicht-Vollformatsensor nach meinem persönlichen Ermessen ausgezeichnet und auf den eigenen Eindruck kommt es mir am Ende auch an. Was mir nun nicht ganz so sehr gefallen hat, ist der Umstand, dass sie länger braucht als eine DSLR, um schussbereit zu sein und die knauserige Serienausstattung. Die Gegenlichtblende, die gemeinhin als recht unverzichtbar gilt, schlägt mit etwa 150 Euro zu Buche – sofern lieferbar. Im ähnlichen Preisrahmen bewegt sich auch die Echtleder-Bereitschaftstasche. Allerdings ist derartiges auch nicht im Lieferumfang des vielleicht direkten Konkurrenten Leica X1, die bei einem Neupreis von etwa 1500 Euro zudem ohne Aufstecksucher (280 Euro) kommt, zu finden.

14 Kommentare

  1. Also die Bilders sehen echt super aus. Aber als kleine Immerdabei-Kamera scheidet sie wohl preislich aus. Würd mir glaub ich auch gefallen.

    Gruß Martin

  2. Pingback: Hamburg, Hafen und die X100

  3. Hey, ich wollte mal wieder kommentieren, damit Du merkst, dass ich immer mitlese :-)
    Die X100 scheint Dir mehr zu liegen als die Sigma, wenn ich die Ergebnisse betrachte. Schöne Ergebnisse!

  4. Wenn man denn der brodelnden Gerüchteküche glauben darf – und Fuji unterstützt das mit offiziellen Andeutungen – dann kommt von Fuji demnächst ein spiegelloses Wechselobjektivsystem ähnlich der X100. Das dürfte spannend werden.

  5. Letztes Wochenende habe ich sie mir endlich beim Händeler angeschaut und war sofort begeistert. Seitdem bin ich am überlegen…
    Dein Beitrag bestätigt mich jetzt, mir diese edle Kamera zuzulegen sobald mein Budget das wieder erlaubt, danke dafür.

    LG, Adogi

  6. buetts sagt

    Ich habe mich als Digital/Analog- Typ sehr auf die X100 gefreut.
    Letztendlich ist sie nicht mehr als eine Retro-Kompaktkamera.
    Für 1k bekomme ich eine neue, echte Voigtländer Rangefinder mit Objektiv oder einen gebrauten Leica M6 Body. Aber wer ist bereit sich auf den Analogen Workflow einzulassen?
    (Von Leuten wie mir mal abgesehen.)
    Wer noch nicht einen Tag mit einer echten Ragefinder Kamera und einer Rolle Kodak Tri-X 400 verbracht hat sollte sich das trotzdem mal gönnen.
    Danach weis man was man sich wünscht:
    Eine digitale Rangefinder Kamera mit Mischbild-Entfernungsmesser und M Anschluss für unter 1000€. Technisch durchaus machbar da ja technisch in erster Linie weggelassen wird.
    Zeitautomatik. ISO Rädchen. RAW. Basta.
    Oder braucht Ihr etwa AF und „Szenenmodus“?

  7. Stephan sagt

    Hallo Oliver!

    Um gleich einmal das zu nennen, wo wir uns einig sind: es braucht keinen Szenemodus.

    Wie der aufmerksame Leser meines Blog wissen wird, fotografiere ich sowohl digital als auch analog, daher wusste ich schon, worauf ich mich einlasse und es ist gewiss mehr als eine Retro-Kompaktkamera. Man darf sich von Äußerlichkeiten halt nicht ablenken lassen.

    Fakt ist, dass die Fuji X100 eine sehr gute Digitalkamera ist. Fakt ist auch, dass sie in guter Tradition der Messsucher mit Festbrennweite steht. Da muss man nicht zwangsweise den Vergleich zu Bessa, M-Reihe oder Zeiss Ikon ziehen. Ich für meinen Teil habe mit meiner Vollformat-DSLR eine Kamera, die ich mit meinen Objektiven bestücken kann. Nun wollte ich aber einen leichten Weitwinkel mit gutem Chip. Das habe ich bekommen.

    Was deinen Optimismus einer Digitalen mit M-Bajonett für unter 1000 Euro betrifft … den mag ich in absehbarer Zeit nicht teilen.

  8. Hallo Zusammen,

    hier hat es mal einer auf den Punkt gebracht(Danke Buetts):
    Wirklich erwünscht bei Profis und Amateuren im gleichen Masse ist eine echte Digitale Rangefinderkamera für die man keine 6 Riesen auf den Tisch legen muss!!!!
    Als Besitzer der x 100 spreche ich hier aus Erfahrung:
    Der Autofokus hat mich um so manches Motiv gebracht das ich mit Schnittbildentfernungsmesser locker im Kasten gehabt hätte!!! Und der überaus lahme elektronische Fokusring ohne Entfernungsskala ist ein echter Witz!

  9. Stephan sagt

    Allem Applaus zum Trotz gibt es derzeit keine digitale Rangefinder mit M-Anschluss zum Schnapperpreis, also mag man sich an das gegebene halten. Die Festlegung auf eine Linse begrüße ich weiterhin, denn die Abstimmung auf den Chip ist damit optimal.

    Bei der manuellen Fokussierung fehlt mir weniger die Skala auf dem Objektivring, weil es ja im Sucher angezeigt wird, die quälend langsame Einstellung gibt aber in der Tat Abzüge in der sonst guten Bedienbarkeitsnote. Für schnelle Schüsse habe ich aber meine DSLR.

  10. Patrick sagt

    Also ich persönlich brauche keine Meßsucherkamera mehr.
    Die X100 verbindet mit dem Hybridsucher das beste aus beiden Welten. Wenn man nahe rangehen oder den Bildausschnitt präzise festlegen will, kann man mal eben auf EVF umschalten. Mit einer Leica geht das nicht.

    Der AF ist in der Tat verbesserungsfähig, aber ich bin überzeugt daß sich da noch was tun wird. Auch die EVF-Technologie wird immer besser.

    Ich glaube nicht, daß optische Meßsucherkameras außerhalb des Leica/Bessa-Nischenmakts noch ne Zukunft haben

  11. Pingback: Fujifilm X100 – ein Vierteljahr später - spiegelberg dot org

  12. Hallo Crowd,
    ja ich studiere auch dran rum,mir eine kultverdächtige Fuji zu leisten. Das äussere spricht den Puristen in mir an. Das innere den Technik-Freak. selten so viel Emotionen und Fellgood verspürt……..irgendiwe irrational……das es bessere Alternativen gibt ist selbstredend. Trotzdem „will haben“ oder „muss genau die da sein“……..freu mich aufs auspacken.
    In diesem Sinne.

    DonJonSon

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