Sony NEX-C3 – ein Blick drauf

Test

NEX-C3

Kein Jahr, nachdem ich meine Sony NEX-3 stolz und glücklich aus dem Fotofachgeschäft getragen hatte, war vergangen und schon kündigte der japanische Hersteller das Nachfolgemodell an. Eigentlich hatte ich zuvor auf neue Objektive gehofft und nervte Sonys geduldige und freundliche PR-Abteilung nun mit der Frage, wann denn nun mit dem 24mm Zeiss zu rechnen sei, doch über eine Ahnung kam ich nicht hinaus. Greifbarer war da schon die NEX-C3 und Sony war so nett mir auch diese Kamera für eine Inaugenscheinnahme vorbei zu schicken.

Was brachte nun die Evolution? – Okay, die C3 bietet mehr Pixel (16 statt 14 MP) an, aber bei einer Crop-Kamera erscheint mir das jenseits der 12 Millionen eher nicht so wichtig. Sie hat neue kreative Funktionen gegenüber dem Auslieferzustand meiner 3er, doch dank des letzten Firmware-Updates ist dieser Vorsprung dahin. Was kann sie also besser als meine kleine „Ratte“?

Kirche ohne Dorf

1/250, f/8.0, 2.8/16 mm, ISO 200

Meine NEX-3 ist fast für jede Schandtat zu haben, sie passt sich an, die Dritthersteller bieten zig Adapter und andere Spielereien. Sie arbeitet mit den NEX-Linsen, eher zögerlich auch mit den Adaptierten von Sony (der Adapter kommt ebenfalls neu und verbessert auf den Markt), jene von Sigma und Minolta bleiben nur manuell fokussierbar, so dass der Schritt zu den M42er Takumaren und Pentagons nicht mehr weit ist, auch die billige HOLGA-Linse erträgt sie. Mit guten Objektiven ist meine NEX wirklich gut. Sie ist klein, verkommt dabei manchmal zum „Haltegriff“ für dicke Gläser, liegt aber gut in der Hand, ist so ergonomisch, wie ultrakompakt erlaubt.

Das ist die C3 leider nicht. Sie ist erneut geschrumpft auf ein Maß, dass für größere Hände einfach zu klein ist. Das Schrumpfen mag man fast noch verstehen, wenn man nur mit dem 16mm Pancake arbeitet, aber sobald größere Linsen, wie das 18-55mm, angesetzt werden, ist es – höflich gesagt – albern. Während man beim Vorgänger mit einer Hand am Batteriefach noch Halt findet, ist es nun fast wegrationalisiert. Konnte man bei der 3er noch die SD-Karte wechseln wenn die Kamera mit einer Stativplatte versehen war, muss man die Platte nun entfernen, weil das Kartenfach in die Mitte gewandert ist und sich so nicht öffnen lässt.

Der Verzicht geht weiter, denn leider verzichtet Sony auch bei der Neuauflage des Einstiegsmodells auf die Buchse für den Kabelfernauslöser und auch Infrarot ist nicht mit an Bord, was der NEX-5 erlaubt, per Fernbedienung ausgelöst zu werden. Nichts geändert wurde am Blitzanschluss, der nur das NEX-System aufnimmt und somit leider verhindert, dass man einen optischen Sucher aufsetzt, was aufgrund von Sony Sonderweg eh nur mit einem Zwischenstück funktioniert hätte. Der US-amerikanische Anbieter JTec bietet da zum Glück die „Cold Show Viewfinder Mount“ an. Ted Johnson bestätigte mir, dass der Adapter auch mit der NEX-3 funktioniert, wenn man bei der Bestellung um den „Plastik Adapter“ bittet. Das dürfte auch bei der C3 zu erfragen sein. Leider ist es Sony nicht darüber hinaus nachhaltig gelungen, das große und bei entsprechenden Lichtverhältnissen brillante Display zu entspiegeln und somit rückt eine solche oben skizzierte Modifikation in den Bereich des Denkbaren.

Rolling Taschenmacher

1/500, f/8.0, 2.8/16 mm, ISO 1600

Fazit: Die Sony NEX-C3 ist eine gute Kompaktkamera, doch mir persönlich ist sie zu klein geworden und ich hatte über das Facelift hinaus doch noch einige Features erhofft, die dem Potential entsprechen. Einen elektronischen Sucher gibt es in Zukunft für den NEX-5-Nachfolger und einen großen Sprung macht dann die NEX-7, auch preislich. Ich bin gespannt und auch ein bisschen aufgeregt.

Die Daten der NEX-C3 noch einmal zum Angeben: 16,2 Megapixel Exmor APS-C HD CMOS Sensor, 5,5 Serienbilder pro Sekunde, Verschlusszeiten von 1/4000 bis 30s, bis zu ISO 12800, Leergewicht 225 Gramm.

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Sony NEX-C3DB (mit 16mm und 18-55mm Objektiv)
Sony NEX-C3KB (mit 18-55mm Objektiv)
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