Sony SLT-A35 – der halbdurchlässige Einsteiger

Photographie / Test

Sony SLT-A35

Handlich, leicht und mit dem Minolta- beziehungsweise Sony-Bajonett ausgestattet – es klang nach einer Reise- und Backup-Kamera für den Autoren dieses Blogs. Also habe ich bei Sony gefragt, ob ich mir die im Juni vorgestellte A35 einmal etwas genauer anschauen dürfte und man zögerte nicht und stellte mir die SLT-A35Y leihweise zur Verfügung.

Die Kamera erreichte mich also im Bundle aus Body, dem 18-55mm-Objektiv sowie dem 55-200mm-Telezoom. Beim Auspacken keine großen Überraschungen, wenn man von der Leichtigkeit des Gehäuses (415 Gramm ohne Akku und Karte) einmal absieht – die Objektive erhöhen das Gewicht nur marginal. Die haptische Qualität einer Alpha 850 zu erwarten, wäre vermessen – sollte die Kamera doch leicht sein. Die objektivseitigen Anschlüsse aus Kunststoff waren mir dann doch etwas zu konsequent, aber das sieht bei den Mitbewerbern selten anders aus.

No Stranger
1/400, f/1.4, Sigma 1.4/85mm, ISO 100

Die Leistungsdaten mit einen APS-C-Sensor (16,2 Megapixel), einer Serienbildfunktion von bis zu 7 Bildern pro Sekunde, Verschlusszeiten zwischen 1/4000s und 30s, sowie einer hohen Empfindlichkeit von bis zu ISO 12800 lassen von dieser SLT auf den ersten Blick Qualitäten einer DSLR erwarten, wenn sie auch in den Abmessungen eher einer Panasonic Lumix G2 entspricht und für meine großen Hände fast etwas zu klein ausfällt. Die Regierung des Hauses empfand die Abmessungen dagegen als sehr angenehm.

Die Bedienung der A35 stellte den Autoren dann nur vor überschaubare Rätsel, da mit Kameras von Konica Minolta und Sony soweit vertraut. Der Umstand, dass das Einstellungsmenü aber zweigeteilt ist und durch zwei verschiedene Knöpfe (Menü und Funktion) aufgerufen werden muss, irrtierte anfangs dann schon.

Das Fehlen des zweiten Rädchens, mit dem man Blende und Verschlusszeit manuell einstellen könnte, erscheint obligatorisch und muss wohl hingenommen werden, wenngleich es für mich deutliche Abstriche in der Bedienerfreundlichkeit bedeutet. Zwar kann man die Funktionsbelegung des Rads per Knöpfendruck ändern, aber das musste ich erst erforschen und nachschlagen.

KP Rider
1/160, f/2.8, Minolta 2.8/24mm, ISO 100

Obwohl es sich um das Einstiegsmodell in die SLT-Klasse handelt, vermisse ich außerdem, dass sich das Hauptdisplay klappen lässt. Sowohl die NEX-Reihe als auch verschiedene Mitbewerber halten dieses nützliche Ausstattungsmerkmal vor, das bei Sony erst mit der größeren A55 angeboten wird und beim direkten Vorgängermodell Sony SLT-A33L. Scheinbar hat die 33er dem nächst größeren Modell doch etwas zu sehr das Revioer streitig gemacht.

Sony bewirbt die neue Reihe von SLT-Kameras mit dem teildurchlässigen und feststehendem Spiegel. Als großer Anhänger optischer Sucher war ich natürlich skeptisch, wie sich dieser digitale Sucher in der Praxis schlagen würde, wo alleine der Autofokus-Sensor mit dem Licht arbeitet, welches der Spiegel nach oben lenkt.

Lichtermeer
1/1000, f/1.7, Minolta 1.7/50mm, ISO 100

Zwar scheint der AF wunderbar schnell, aber der Verlust des optischen Sucherbildes ist zumindest sehr gewöhnungsbedürftig. Besonders bei starkem Sonnenlicht kann der in der Werkseinstellung leider recht dunkle Xtra-Fine LCD-Sucher nicht mit dem althergebrachten Prinzip mithalten und auch bei schneller Bewegung der Kamera (z.B. Mitzieher) ruckelt das Bild merklich. Wenngleich man durch die neue Technik leichte Vorteile bei Dunkelheit hat, ein mechanisches Verschleißteil ausgeschaltet wird, die Serienbildgeschwindigkeit steigt und der Autofokus schnell arbeitet – ich bin dem optischen Bild irgendwie zu sehr verhaftet. Mal schauen, was die neuen Digitalsucher bringen!

Unter den Tisch fallen soll jedoch nicht die erfreuliche Funktion, verschiedene Gitternetzlinien einblenden zu können, auch eine elektronische Wasserwaage soll es geben, doch habe ich sie nicht gewissenhaft genug gesucht, weil mir die Gitterlinien schon ausreichen.

S O S
1/1000, f/1.4, Sigma 1.4/85mm, ISO 100, 15 images (Brenizer Methode)

Was jedoch trotz des nach jeder Aufnahme kurzzeitig dunklen Displays gut funktioniert, ist die Erstellung von mehrreihigen Panoramen (Brenzier-Methode). Bei anderen Kameras, wie zum Beispiel der NEX-3 bleibt es zu lange dunkel, um schnell und flüssig die bis zu 40 Bilder ein mehreren Zeilen aufzunehmen. Auch mit dem nur kleinen Sensor im Vergleich zur sonst genutzten Vollformat-Alpha gelingt das Spiel mit der geringen Schärfentiefe sehr gut, wie das obige Bild zeigt.

sony lumix

Mit der Bildqualität bin ich durchaus einverstanden, schon mit den mitgelieferten Linsen kann man recht ordentliche Ergebnisse erzielen, ohne damit jedoch Micro Four Third-Kameras mit kleinerem Sensor entschieden in die Schranken zu verweisen – mit höherwertigen Objektiven unterstreicht die A35 dann aber, dass sie tatsächlich auf DSLR-Niveau spielen kann. Ich habe neben den Kit-Linsen meine Scherben von Sigma, Carl Zeiss und Minolta durchprobiert und könnte mit die A35 durchaus als Backup für die Vollformat vorstellen oder als Reisekamera mit einem Minolta 2.8/24mm beziehungsweise dem 1.7/50mm, die auf dem Gebrauchtmarkt zu Preisen zwischen 250 und 100 Euro noch gut zu finden sind.

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