Fujifilm X100 – ein Vierteljahr später

Photographie / Test

B

Kurz vor meinem Sommerurlaub in den USA habe ich mir, wie hier in einer ersten Betrachtung skizziert, die Fujifilm X100 gekauft, weil ich einerseits meine schwere DSLR-Ausrüstung daheim lassen wollte und dennoch nicht auf die Bildqualität einer großen Kamera verzichten wollte. Abgesehen davon sieht die Kamera super aus und schien auch wunderbar bedienbar.

Nun, einige Monate später, wage ich einen Rückblick während andere sich schon wieder teilweise wütend oder etwas desillusioniert von der Fuji trennen, wie auch dieses Bild eines Kameraladens aus Shinjuku in Tokyo zeigt, wobei der japanische Hersteller niemals behauptet hatte, dass belanglose Fotos fortan der Vergangenheit angehören oder dass man etwas niemals dagewesenes erfunden hätte. Auch die Klage über den beschränkten Brennweitenbereich, weil auf ein fest verbautes Objektiv gesetzt wurde, kommt für mich etwas überraschend, da das ja nichts neues für den potentiellen Käufer war und auch in der Tradition kompakter Messsucherkameras, wie die Konica auto S3, die Hi-Matics von Minolta usw. steht. Man musste halt wissen, worauf man sich einlässt, wenn man soviel Geld in die Hand nimmt.

Interior

Ich hatte ja schon nach den ersten Tagen mit der Fuji geschwärmt und meinte, die Kompakte schlechthin für mich entdeckt zu haben, was besonders der Sigma DP1s nicht hätte gefallen können, wenn sie zur Mißgunst im Stande wäre. Aber ein optischer Sucher ist ein optischer Sucher, ist ein optischer Sucher und den hat eben nur die Fuji, wenn wir Leica mal ausklammern und das tun wir! Tatsächlich bestätigte sich dieser positive Eindruck und ich kam mit der Fuji so gut zurecht, dass ich einen fast verwegenen Plan fasste …

… es sollte der X100 vorbehalten sein, einzige digitale Kamera in meiner Tasche – neben Agfa Box und Minolta 9000 – zu bleiben und sie schlug sich so vortrefflich. Es kam ihr gewiss entgegen, dass wir mit Boston und New York in erster Linie große Städte bereisten und sie für das Leben auf der Straße und Bauten mit dem leichten Weitwinkel gut ausgestattet war. Nur ein einziges Mal, als wir mit der Staten Island Fähre weiter als erwartet an der Freiheits-Statur vorbei fuhren, hätte ich ein Telezoom gewünscht, aber an dem Bild hängt mein Seelenfrieden nicht. Es wäre irgendwie eine Erinnerung gewesen, aber etwas Neues gewiss nicht.

Avenue closed

Was mich dann zwischenzeitlich etwas geschockt hatte, waren die Abstimmungsprobleme zwischen Kamera, beziehungsweise ihren Speicherkarten, und dem iPad. Ich hatte das Apple-Dingens auch als Image Tank mit in den Urlaub genommen und zog jeden Abend die Bilder von den Speicherkarten auf das Tablet, was auch sehr gut funktionierte und eine erste eingehendere Sichtung erlaubte – auch konnte ich mit Snapseed erste Fotos bearbeiten. Problematisch war es dann aber, wenn man durch das iPad ausgelesene Karten wieder in der Kamera nutzen wollte, denn das Gerät aus dem Hause Apple schrieb auf die SD-Cards und das machte die X100 besonders beim Start (auch aus dem Standby) unglaublich langsam – teilweise bis zu 10 Sekunden bis zur Aufnahmebereitschaft. In meiner mittleren Verzeiflung schrieb ich aus Boston eine Mail, einen Hilfeschrei, an Fuji Deutschland und erhielt umgehend gleichermaßen hilfreichen, wie auch sehr freundlichen Support. Die Lösung fernab vom eigenen Rechner war dann aber die Verwendung von jeweils neuen Karten bis die Bilder auf eine Festplatte überspielt waren – dann konnte ich die SanDisks formatieren und seither bilden Kamera und Karte wieder ein sehr flinkes und einträchtiges Paar. Ich mag sie.

3 Kommentare

  1. Ich habe sie nun seit gut zwei Monaten (neben einer DSLR) und bin auch immer noch schwer begeistert. Die DSLR bleibt immer öfters zu Hause bzw. kam in den letzten zwei Monaten nur noch einmal zum Einsatz.

  2. Pingback: Fuji X100: Neues Objekt der Begierde

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