Auf der Kamerabörse

Photographie

Rollei, Baby!

Rot angestrichen war der heutige Tag in meinem Kalender und der Dienstplan war mir auch zugetan, denn ich hatte arbeitsfrei an diesem besonderen Sonntag, dem Sonntag, an dem in Hamburg die „91. Europaeische Kameraboerse“ stattfinden sollte. Es gelang mir also die Handwerkskammer mit dem Bus aus Altona kommend zu erreichen und stürzte nach der Entrichtung von fünf Euro für den Eintritt in den großen Saal, in welchem sich die Dealer des harten Stoffs, also jene Herren, die Kameras feilboten, in Szene zu setzen versuchten – bei aller gelangweilter Zurückhaltung natürlich.

Auf der Suche war ich ja nur nach Zubehör für meine Mamiya 645 Super und zwar nach Mattscheiben, für die ich auch noch einen Suchauftrag hatte. Ganz oben auf dem Zettel stand dann aber der RC-402 Drahtauslöseradapter oder so. Nicht zuletzt „begünstigt“ durch die überschaubare Zahl von Anbietern musste ich dieses Vorhaben schnell aufgeben. Soweit droht die Geschichte ins tragische abzugleiten.

Doch das Gegenteil sollte erst einmal eintreten, denn in einer Gitterbox sah ich ein schon lange ersehntes Stück japanischer Ingenieurskunst, das ich in nächster, in greifbarer, Zukunft genauer vorstellen werde und erstand es dann zum guten Preis – nicht ohne noch einmal bei den elektronischen Mitarbeitern meines ersten Geldinstitus vorstellig werden zu müssen. Zufrieden zog ich mit Kamera und sieben frischen Velvia-Filmen von dannen, stand bereits an der Bushaltestelle und dann fuhr ein mir gut bekannter Fotofreund heran, erklärte, er wollte zur Börse – ich stand also wieder im Saal, meinte, alles schon gesehen zu haben und dann … dann fiel mein Blick auf obiges Baby – nur das Geld, das war verprasst. Tragisch!