Streetfotografie ist doch Egoshooting

Photographie

Abwarten

„Fragwürdig es ist“, hätte der alte Yoda wohl gesagt und mit seinem kleinen Stöckchen gewedelt – und wie so oft hätte er richtig gelegen, wie ich nach meinem Streetfotografie-Egoshooting unumwunden einzugestehen habe. Ich bin der Versuchung erlegen, fast unerkannt mit einem Leica Teleobjektiv an der Sony NEX-3 Passanten zu „erlegen“. Ich drücke es mal so drastisch aus, weil es das ja auch ist.

Schauschau

Ein erhebenes Gefühl ist es dennoch, den Schuss richtig angebracht zu haben, die Person ist eingefangen und wird mir nicht mehr entkommen. So banal der Augenblick ist, so alltäglich die Szene, sie hat etwas von der oft erwarteten Geschichte, die ein Bild erzählt. Ich aber fühle mich nicht gut dabei, wenngleich es eine Authenzität hat, die man schwer erreicht, wenn der fotografierten Person die Anwesenheit des Fotografen klar ist.

So verlockend es ist, so Bilder einzufangen, die in der schnellen und flüchtigen Welt der Knipserei viel Applaus finden, so sehr geht es mir im Rückblick gegen den Strich, ich bin nach meinem derzeitigen Dafürhalten dafür nicht gemacht. Menschen auf Bildern von Straßen mag ich, aber … Ich gehe aber auch nicht über rote Ampeln, wenn Kinder dabei sind …

Nachtrag: Auf G+ wurde ich gewiss nicht zu Unrecht darauf hingewiesen, dass man man schon besonders unterscheiden sollte, dass die „klassische“ Streetfotografie sich eher Brennweiten zwischen 35 und 50mm bedient.