Erste tapsige Rangefinderschritte

Photographie

Wärmeoase

Nein, von schlafwandlicherischer Vertrautheit kann man noch nicht sprechen, wenn man mein Verhältnis zur Zeiss Ikon ZM in meinen klammen Händen skizzieren sollte. Es war kaum mehr als ein schneller Flirt, der mir mit der bis zur Auslieferung praktisch unbekannten Rangefinder-Kamera bislang vergönnt war. Vor lauter Ungeduld, die ersten Ergebnisse mit einem Kodak Tri-X 400 zwischen die Finger zu bekommen, wurde der schattige Winterfotoblues ins Reich der Fabeln geschleudert und ich machte einige Schnappschüsse.

Sitzgruppe Klassik

Mir waren in den vergangenen Jahren fraglos interessantere Bilder gelungen, was wohl auch an meinem kleinen Aktionsradius während der ersten Schritte mit der ZM lag, aber man darf auch meine Ungeduld nicht vergessen. Sie war sehr groß. Als mir also der Szenetreff Foto Köhler in Altona bedeutete, dass man erster Film bereit zur Abholung war, stürzte ich entschlossen ins Fachgeschäft und betrachtete die Negativstreifen mit der Lupe auf dem Leuchttisch: andere Liga, Königsklasse!

Jetzt galt es, diesen traumhaften Eindruck auch per Scan in die Welt von Nullen und Einsen zu transportieren. Der Canon 8800F wurde also bemüht, die bei Monochrom bestellten Glasscheiben zur Bändigung des gewölbten Negativstreifens eingesetzt und via VueScan einfach mal ohne weitere Manipulation durchgescannt: ein bisschen dunkel ist es schon geworden und das BÄNG will sich noch nicht einstellen, aber wir stehen noch ganz am Anfang. Ich bin zuversichtlich. Sehr.

Angedätscht