Olympus OM-D – getestet und für gut befunden

Photographie

Olympus OM-D

Unlängst hatte ich beklagt, dass mein Blog zum Testcenter verkommt, aber das wäre nahezu gleichbedeutend, dass ich meinen Spieltrieb beklagen würde und das wird kein erwachsener Mann tun, will er nicht verklemmt oder unglaubwürdig wirken. Ich hatte also dank einer Reihe von Olympus-Workshops die Chance, die neue Micro 4/3-Kamera der Japaner – Olympus E-M5 OM-D– zu testen, weil ich Paddy von neunzehn72.de als Helferlein bei der Durchführung der Hamburger Workshops unterstützte.

Gleich als die Kameras an der Elbe angekommen waren, zogen wir zwei los, um das Topmodell der Reihe ausgiebig zu testen und was uns sofort auffiel, war das Rauschen, welches zu vernehmen war, wenn man die Kamera einschaltete – es klingt ein wenig so, als ob man sich eine große Muschel ans Ohr hält und wird verursacht vom wirklich sehr ordentlichen Bildstabilisator und bleibt auch, wenn man diesen deaktiviert. Er blieb also an und schon sehr schnell nahm man das Geräusch nicht mehr wahr.

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Diese spiegellose Systemkamera kommt zwar im Look der klassischen Olympus OM daher, doch einen Spiegel gibt es nicht, was die Klassifizierung schon vermuten lässt, aber einen digitalen Sucher und ein brilliantes Touch-Display. Wie sich dieses bei praller Sonne verhält, konnte ich leider nicht herausfinden, weil es Mitte Juli in Hamburg davon nur wenig gab. Wenn man dieses Display etwas umständlich um 90 Grad nach oben schwenkt, muss man allerdings aufpassen, dass man mit dem Finger nicht zu dicht an den Augensensor kommt, denn dann ist das Display aus. Das macht einen in er Standardeinstellung fast verrückt.

An der Bedienbarkeit der haptisch überzeugenden Kamera gibt es ansonsten nicht viel auszusetzen, abgesehen davon, dass der Ein- und Ausschalter unten rechts etwas unglücklich angebracht ist, zumal oben links noch ein wenig Platz zur Verfügung zu stehen scheint. Lieber hätte ich also noch den einen oder anderen weiteren Knopf zur freien Belegung gehabt, weil man doch recht oft ins Menue einsteigen muss, was hier und da lästig ist. Für mich, der große Hände hat, und alle anderen gibt es noch einen zweigeteilten Batteriegriff, welcher den offensichtlichen Größenvorteil zwar zunichte macht, aber mir die Bedienung etwas erleichtert.

Die Bildqualität kann trotz des vergleichsweise kleinen Sensors überzeugen. Besonders das Olympus M.Zuiko Digital 45 mm 1:1.8 Objektiv Portraitobjektiv hat eine tolle Abbildungsleistung und das für weniger als 300 Euro. Ich habe unter anderem das Portrait von Nora oder obiges Foto vom alten Mercedes damit aufgenommen – die Schärfe ist der Hammer.

Das Fazit fällt durchaus wohlwollend aus, denn der schnelle Autofokus, die hohe Bildfolge und die Qualität der Aufnahmen überzeugen mich absolut. Was dann aber doch die Euphorie bremst ist der hohe Einstandspreis von 1300 Euro für die Kamera und das 12-50mm-Kitobjektiv, was auf dem Niveau einer Sony NEX-7KBliegt. Eine Sony SLT-A57Kmit 18-55mm Kitlinse kommt auf 780 Euro.

3 Kommentare

  1. Daniel sagt

    Sehr schöner Bericht, nur finde ich hat die Olympus leider ein Merkmal was sie für mich als EVIL disqualifiziert, ein „pseudo“ Prisma. Eine Evil bleibt Sie natürlich. Aber wenn ich mit einer Evil fotografiere, will ich ein schlankes Handling haben, ein kopaktes Gehäuse und keine vorstehenden Teile auf der Oberseite die ein schnelles Verstauen in der Tasche behindern könnten. Zumal ist sie wirklich ein hässliches Entlein die SLR anleihen genommen hat. Aber dies liegt ja wieder im auge des Betrachters. LG Daniel

  2. Stephan sagt

    Hallo,
    ich wollte mal fragen, welche Objektive Euch an der OM-D oder einer anderen Micro 4/3 überzeugt hat? Ich bin absoluter Amateur und fotografieren meist im Urlaub und die Familie.
    Zukünftig würde mich Architekturfotografie interessieren.
    Vielen Dank für Eure Beiträge,
    Stephan

  3. Stephan sagt

    Hallo Stephan!

    Ich muss sagen, dass ich bereits das Kit-Objektiv 14-42mm sehr ordentlich fand und bei Portraits überzeugte das 1.8/45mm durchaus. Für Architekturaufnahmen ist zudem ein Weitwinkel, wie das M.ZUIKO DIGITAL ED 9-18mm 1:4.0-5.6 gewiss sehr hilfreich.

    Zum Austausch mit anderen Nutzern des MFT-Systems verweise ich zudem gerne auf: http://www.systemkamera-forum.de/micro-four-thirds-fourthirds/

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