Lomography Belair – der allererste Eindruck

Photographie / Test

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Es ist nicht lange her, da hatten die Lomographen nicht nur die Belair vorgestellt, auch stellten sie meine Vernunft durch ganz kurze Rabattaktionen auf die Probe und ich war ganz stolz, dass ich dem Gesang der Sirenen hatte widerstehen können – bis zu dem Tage, an dem Glaslinsen für die bis zu 6x12cm (in Wirklichkeit 5,2×10,4cm) belichtende Kamera angekündigt wurden und Christian seine „Belair X 6-12 City Slicker“ zum Einstandssonderpreis verkaufen wollte.

Nun aber zum ersten Eindruck, den ich ja eigentlich schon einmal für diesen Beitrag geschrieben, aber nicht abgespeichert habe und somit die unschätzbare Chance erhalte, die Gedanken ein weiteres Mal Revue passieren zu lassen – kommen wir also zum nicht gedrehten Unboxing-Film!

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Der Karton kommt im Vergleich zu den anderen mir bis dato bekannten Lomography-Kamera-Verpackungen auf den ersten Blick edel daher, die Kamera und beide Linsen (58 und 90mm) nebst passenden Aufstecksuchern stecken in dafür vorgesehenen Löchern, umwickelt von kleinen, ruppig ausgeschnittenen Tüchern. Das macht zunächst alles einen sehr ansprechenden Eindruck, bis man die Zubehörteile herausgefriemelt hat und das Interior am Ende auf der Suche nach Anleitung und den beiden anderen Filmmasken (6×6 und 6×9) komplett zerlegt hat.

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Haptisch sollte man von der Belair keine Schmeicheleien erwarten, der Eindruck ist ein ordentlicher, für lomographische Produkte vielleicht sogar ein guter. Der Balgen der aus Hartplastik gefertigen Kamera ist aus Gummi und wirklich kritisch erscheint mir nur das kleine Kabel, das Kameragehäuse und Linsenhalterung verbindet. Da ich ja ohnehin noch zu Conrad muss, um die nicht mitgelieferten, aber für die Zeitautomatik notwendigen LR44-Knopfzellen zu kaufen, könnte ich auch noch einen Lötkolben mitnehmen.

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Werfen wir nun noch einen Blick auf die Ausstattung der Kamera und freunden uns an mit der Bescheidenheit. Es stehen die Blenden 8 und 16 zur Verfügung, die Verschlusszeit bestimmt die Kamera, die dem Fotografen überlassene Variante ist die ISO-Zahl des eingelegten Rollfilms, der im Inneren der Kamera auskommen muss ohne ein Blech o.ä., das ihn plan hält, was ich zunächst einmal sehr mutig finde und ich hoffe sehr, dass das kein Problem wird. Beurteilen kann ich es noch nicht. Was mir noch auffällt, ist die fehlende Möglichkeit, die Kamera mit einem Drahtauslöser zu benutzen – für meinen Geschmack wurde da am falschen Ende gespart während für die Gurtbefestigung zwei D-Ringe am Gehäuse fest montiert sind, die lustig klappern.

Ich werde von meinen ersten Schritten berichten und wenn ich denke, dass diese Kamera das erhoffte Potential hat, sollte sich das Sparschwein schon einmal ein Double aus Weihnachtsgeschenkpapierresten stricken, denn das Zenit Belairgon 8/90 kündigt sich schon an.

Am Montag gleich habe ich nun aufwendig in Szene gesetzt, wie ich die Kamera gefüttert habe. Der dokumentarische Wert ist natürlich überschaubar, aber als ob es darauf ankommen würde …

6 Kommentare

  1. Bin gespannt auf deine Ergebnisse, Christian meinte schon das du sein nun hast.
    Ich schrob heute morgen auch mal was zur Belair ;)

  2. Auf die mangelnde Planlage könnt ihr euch schon bereits heute einstellen. habe so meine erfahrung bei der planlage-fehlkonstruktion „artpanorama“ für mamiya press objektive. 75 und 127 decken die 6×12 ab. mein feinmech musste sein ganzes talent ensetzen, um zu erreichen dass der film zumindest etwas gespannt wird. selbst bei der linhof press 70 habe ich planlageprobleme festgestellt. Wozu ein grosses format wenn die bilder unscharf sind? ok, das grosse format ermöglicht trotzdem beeindruckende vergrösserungen, selbst wenn man nicht den besten scanner verwendet. bei mir warten zwei filmkassetten mit vaccum auf die entsprechenden kameras a) für mamiya press vaccum-einzelanfertigung- 6×7/220 b) RB 70/67 vaccum für RB oder RZ 67(mit adapter). 70mm kann runtergeschnitten werden für die entwicklung.

  3. Batterien? Echt jetzt? Hätte ich die Anleitung doch mal lesen sollen. War mir nach den ersten 4 Rollen noch nicht aufgefallen …

  4. Christian sagt

    Habe jetzt zwei Rollfilme belichtet (noch nicht entwickelt) und beim Rausnehmen der Filme gemerkt, wie locker der Film auf der Spule aufgewickelt wurde (beim Transport). Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

  5. Stephan sagt

    Ich habe die Kamera nach dem ersten Film wieder verkauft, daher hast Du schon doppelt soviel Erfahrung wie ich. Allerdings ist mir nicht mit allem Nachdruck aufgefallen, dass locker aufgewickelt wurde – ich habe das letzte Bild aber auch erst kurz vor Erreichen des Fotofachgeschäftes gemacht und da war der Film noch recht straff.

  6. Ja, der Film wurde auch bei mir nur sehr locker aufgewickelt. Die Bildschärfe war typisch Lomo, also eher schlecht, sicher auch wegen des Planlageproblems. Da werden auch Zenith Linsen nicht helfen. Sogar die Holga macht eindeutig schärfere Bilder als die Belair mit Plastikweitwinkel.

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