Cullmann Magic 355 Compactpod Stativ

Photographie / Test

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Die Planungs- und Vorbereitungsvorliebe meiner Person hatte ich ja schon skizziert, erschöpfend vielleicht, und doch ist sie ein sprudelnder Quell immer neuer Blogbeiträge zum „gear acquisition syndrom“ – diesen Begriff las ich vor einer Weile auf einem anderen Blog und hielt ihn für sehr treffend, doch gehen wir nun in „medias res“ und kommen zum kompakten Dreibein.

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Meinen Rucksack für die Island-Reise samt Inhalt hatte ich ja schon vorgestellt und ganz besonders aufmerksame Zeitgenossen und Zeitgenossinnen – Ruhe, Peer! – werden das Stativ dabei schon erspäht haben. Doch wie kam es da hinein? – Das Manko des Crumpler-Rucksacks, dass sich Stative nur sehr unzureichend an der Seite befestigen lassen, hatte ich bereits genannt, also sollte das Dreibein hinein und ich versuchte es mit einem kleinen Manfrotto aus Carbon, das zwar ohne Kopf in die Laptoptasche passte, doch auch gewaltig am Rücken drückte. Suboptimal. Ich kam also mit mir überein, dass es etwas sein müsste, was man flach zusammenlegen konnte und dann führte mich die Suchmaschine zur Firma Cullmann, die mit dem Magic ein solches Stativ im Programm führt und mir von meinem allerersten Dreibein, das ich in den 1980ern zur Konfirmation bekommen hatte, bekannt war.

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Ich wandte mich also an den Hersteller, der im Fränkischen sitzt, und bat um ein MAGIC CompactPod (amazon-Link), welches man mir freundlicherweise zur Verfügung stellte und noch einen kleinen MAGNESIT MB2.1-Kugelkopf (amazon-Link) sowie die CONCEPT ONE OX366-Schnellkupplungseinheit (amazon-Link) beilegte.

Mit 950 Gramm ist das Stativ aus Aluminium und Kunststoff nicht außergewöhnlich leicht, zumal mit Kopf und Kupplung noch etwa 350 Gramm hinzukommen, doch da ich es im Rucksack trage, der das Gewicht besser verteilt, ist es auf jeden Fall hinnehmbar und das absolut schöne ist, dass das Ensemble mit umgedrehter Mittelstange, aber mit montierten Kopf, in die Laptoptasche des Crumplers passt. Der Aufbau des Stativs geht dann auch mit ein wenig Übung sehr schnell von der Hand. Etwa 35 Sekunden brauche ich nun, um vom Packformat zu dem Punkt zu kommen, an dem ich nur noch die Kamera aufstecken muss.

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Die Verarbeitung des in Deutschland hergestellten Dreibeins würde ich sehr ordentlich nennen, sie reicht freilich nicht heran an die höherwertigen Manfrotto- oder Gitzo-Stative, aber in seiner Preisklasse von deutlich unter einhundert Euro (ohne Kopf) ist der Eindruck schon gut, wenngleich man den Auslegern aus Kunststoff vielleicht nicht auf Anhieb trauen mag, doch mit einer Systemkamera bestückt, ist die Standfestigkeit überraschend gut. Bei strengem Ostwind am Hamburger Hafen wollte mir eine Langzeitbelichtung von 47 Sekunden gelingen, wie dieses Beispiel zeigt.

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maximale Stativhöhe130 cm
Stativhöhe, Mittelsäule eingefahren83cm
minimale Stativhöhe36 cm
Stativpackmaß35 cm
Tragfähigkeit4 kg
Gewicht950 g
Garantie10 Jahre bei Registrierung

Mein erster Eindruck nach einigen Wochen ist also ein sehr wohlwollender, wenngleich ich glaube, dass das nicht so neue Konzept noch Luft nach oben hat. Mit etwas mehr Einsatz von Carbon könnte man das Stativ noch leichter machen und mein kühner Vorschlag für die derzeit aus Kunststoff gearbeiteten Stege für die Beine wäre der Einsatz von Holz – das bringt zwar wieder einige Gramm mehr, könnte aber auch Verbesserungen bringen und ist haptisch einfach schöner.

Im anstehenden (!) Frühjahr werde ich auch noch das MAGNESIT 522T CB5.1 unter die Lupe nehmen, ein Stativ klassischer Architektur, das ein kleines Packmaß, mehr Tragkraft, mehr Flexibilität der Beine und leider auch ein deutlich höheres Gewicht mitbringt. Ich werde Vor- und Nachteile abzuwiegen wissen. Glaube ich.

Das
Cullmann Magic 355 Compactpod + Stativtasche
und den
MAGNESIT MB2.1-Stativkopf
gibt es auch bei cyberport.


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4 Kommentare

  1. Sag mal, weisst du zufällig ob man bei dieser Kombination nur die Schnellkupplungplatten (was für ein tolles Wort) von Cullmann verwenden kann? Ich habe hier nämlich ein Benro PU70 rumliegen das als „Arca Swiss compatible“ bezeichnet wird. Wäre ja praktisch wenn ich das da verwenden könnte.

  2. Stephan sagt

    Ob die Benro passt, weiß ich nicht, aber es ist “Arca Swiss compatible”, wie ich mit meinem Winkel von Really Right Stuff schon herausgefunden habe. ;-)

  3. Danke Stephan. Dann werde ich in nächster Zeit mal deine Amazon Affiliate Links bemühen ;)

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