Die Axt und Ich – Tage mit der Pentax 645D

Allgemeines / Test

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Eigentlich ist es ja nicht so meins, mich in den Vordergrund zu schieben, aber da der werte Johannes dieses Foto von mir und der Axt, wie ich die Pentax 645D  ja liebevoll nenne, gemacht hat, mögen wir also zumindest äußerlich autobiographische Züge erlauben.

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Die Firma Pentax war also so freundlich, mir diese digitale Mittelformatkamera für einige Tage zu überlassen und Wetter wie Kalender gestatteten mir binnen knapp zwei Wochen das Gros von Einsatzmöglichkeiten und Klimazonen nachzuvollziehen, denn Hamburg schwankte zwischen frühlingshaften 16 Grad plus und 10 Grad minus mit Sonnenschein und Tiefschnee, außerdem stand ein Studioshooting auf dem Programm. Der Reihe nach!

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Die 645D, die ich mit dem 2.8/55mm und dem 2.8/150mm bekommen hatte, ist schon ein ziemlich großes Gerät, deutlich größer als meine Mamiya 645 und noch viel größer als eine Leica S2. Die Auswahl der Fototaschen, in der ich sie bequem und sicher transportieren könnte, war begrenzt, doch mein Incase Ari Marcopoulos Camera Bag Grey (amazon-Link) (mein Review) erwies sich als mehr als ausreichend groß für diese Aufgabe. Ich zog also mit dem Fahrrad runter zur Elbe in die Sonne und wurde schon bald neugierig beäugt, was vielleicht auch daran lag, dass ich mich am Fischmarkt der Länge nach auf den Boden geworfen hatte, um diese possierliche Ente zu fotografieren. Zu Hause angekommen und die Bilder am Rechner betrachtet: Wow! Welch eine Schärfe, welch eine Freistellung! (Klick auf das Bild bringt es nicht in Originalgröße, aber hinreichend groß!)

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Wenige Tage später ereilte Hamburg die brachiale Rückkehr des Winters und als ich mit meinem Kumpel Patrick durch den Tiefschnee im tiefen Hamburger Westen stapfte, hätte man fast annehmen können, dass man in irgendwelchen kanadischen Wäldern am Yukon ausgesetzt worden war. Noch während der Planung des kleines Ausflugs erkundigte ich mich nach der Kältetauglichkeit der 645D und man versicherte mir, dass sie das locker abkönne – und in der Tat: Als meine Zeiss Ikon ZM schon den Dienst versagte, tat die Pentax weiter, wie ihr von mir befohlen.

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Schließlich zog ich mich nach den Wetterkapriolen zurück ins Drinnen, ins Studio von Paddy, wo ein Shooting mit Model auf dem Programm stand. Ich hatte mir ein Set aufgebaut mit einem einzigen Blitz vor schwarzer Wand und bat Leonie, dass sie die „Performancegeschwindigkeit“ gerne etwas herunterregeln könne, so schnell wären Kamera, Speicherkarten und ich dann vielleicht nicht, aber am Ende war das verrückte Trio doch schnell genug und auch der Autofokus schlug sich sehr wacker in der Dunkelheit, die ich ihm zumutete.

Was behalten wir über von dieser doch extremen Erfahrung mit einer Kamera zum Preis eines Kleinwagens? – Mit ihrem sehr großen Sensor, den feinen Linsen, mir ihrer schieren Größe ist sie ein echtes Arbeitstier, das eher gedacht ist als robuste und absolut wetterfeste Kamera für draußen, als eine Art Super-DSLR und weniger für das Studio. Sie schlug sich gut im Studio, das sei festgehalten, aber – und so bekommen wir wieder die Kurve zur „Axt“ -, sie ist das stabile Werkzeug für die Reportage, die nach mehr Dynamik verlangt, das Spiel mit der Schärfentiefe noch besser beherrscht und mit 40 Megapixeln brachiale Dateien liefert. In eine ähnliche Sphäre dringt Nikon mit der Nikon D800 (amazon-Link) ein, die für rund 2300 Euro schon 36 Megapixel bietet und – so hört man – über einen bemerkenswerten Dynamikumfang verfügen soll. Martin Krolop und Patrick Ludolph nennen sie übrigens in ihrem Podcast eine Diva, doch dazu kann ich nichts sagen, Es gibt sie auch als 800F ohne AA-Filter.

Meine Alternative wäre die Nikon aber vermutlich nicht, wenn ich ein unbegrenztes Budget hätte, ebenso wenig die Leica S2, die ich hatte anfassen dürfen bei Probis in Hamburg – mein Traum bleibt eine Hasselblad 503 mit Film- und Digitalrückteil, da müsste sich auch die Pentax hinten anstellen, deren Nutzung eine tolle Erfahrung war. „Träum weiter, Digga!“

Aufnahmeformat44x33 mm
Gesamtauflösungca. 40 Megapixel
Effektive AuflösungJPEG: L[40M] 7264x5440 Pixel, M[32M] 6528x4896 Pixel, [21M] 5376x4032 Pixel, S[13M] 4224x3168 Pixel, [7M] 3072x2304 Pixel
RAW: [40M] 7264x5440 Pixel
ISOautomatisch oder manuelle Einstellung möglich: ISO 200 - ISO 1000
(ISO 100- ISO 1600 zuschaltbar)
Sucherblickfeldca. 98%
VerschlussElektronisch gesteuerter, vertikal ablaufender Lamellen-Schlitz-Verschluss.
ZeitenAutomatik: 1/4.000 Sek. bis 30 Sek. (stufenlos)
Manuell: 1/4.000 Sek. bis 30 Sek. (in Schritten von 0,3 oder 0,5 EV) und Bulb.
Blitz-Synchronzeit1/125 Sek.
Belichtungsmessung77-Segment TTL-Offenblendmessung gekoppelt mit Objektiv und Autofokus Information, Spotmessung / mittenbetonte Messung
Belichtungskorrektur±5 EV
Batteriekapazitätca. 800 Bilder
ca. 440 Minuten Aufnahme- / Wiedergabezeit (je bei 23°C)
Abmessungen HBT117x156x119 mm
Gewicht1.480 g (betriebsbereit)
PreisBody: 8.999,00 € (fotopartner)

Sony SLT-A99V SLR-Digitalkamera (24,3 Megapixel, 7,6 cm (3 Zoll) Display, Full HD-Video-Funktion, Live View) schwarz (amazon-Link)