Oh, Sigma DP1 Merrill!

Photographie

SONY DSC

Sie haben es wieder getan, die Sportsfreunde von Sigma, sie haben für die DP1s einen Nachfolger vorgestellt – nicht erst gestern, sondern neulich, aber erst jetzt habe ich Zugriff bekommen auf die Sigma DP1 Merrill (amazon-Link), die dem Interessenten nach Ansicht von Sigma 1099,00 Euro wert sein sollte und auf dem freien Markt schon jetzt mit einem Abschlag von rund 200 Euro zu bekommen ist. Sigma selbst versucht, treuen Kunden die Kamera mit Cash Back-Aktionen schmackhaft zu machen, glaubt vielleicht selbst nicht, dass der Verkaufspreis realistisch ist. Nachdem ich selbst also Besitzer des Vorgängers war, war ich natürlich gespannt, was Sigma hat verbessern können.

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Zunächst einmal kommt die Merrill, benannt nach dem 2008 verstorbenen Erfinder des Foveon-Sensors, Richard Billings Merrill, ähnlich kompakt daher, wie ihre Vorgängerin, doch es wird noch etwas mehr Verzicht geübt. Es gibt zu meiner Enttäuschung kein zentrales Einstellrad mehr für den Aufnahmemodus und so ist man genötigt, schon für die einfachsten Einstellungen ins Menü einzusteigen. Auch wenn der Weg kurz ist, ist es ein Umweg – nicht der einzige, wie sich zeigen wird.

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Auf einen Blitz haben die Ingenieure verzichtet, obwohl er ob der weiterhin deutlichen Schwäche bei höheren ISO-Zahlen nicht verzichtbar ist (Beispielbild bei ISO 1600 und ISO 6400). Zwar ist das Sigma EF-140 DG-Blitzgerät (amazon-Link) deutlich unter Listenpreis im Handel erhältlich, aber Fragen nach der Sinnhaftigkeit der Kameraarchitektur dürfen weiter erlaubt sein. Die Knöpfe „Power“ und „Mode“ sind zum Beispiel prominent auf der Oberseite der Kamera platziert, aber dennoch nicht gut zu erreichen. Da hätte man doch eher Platz suchen und finden müssen für eine kleine Hilfsfunzel.

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Auf der Rückseite, neben dem spiegelnden, nicht klapbaren und nicht sehr brillanten Display, das mich bei viel Licht oder bei Dunkelheit oft im Stich gelassen hat und zu vagen Annahmen über den Bildausschnitt zwang, finden sich einige wenige Knöpfe, wobei ein Quartett im Kreis angeordnet ist um einen OK-Knopf. Links und rechts von diesem wird die Belichtungskorrektur verstellt und das passiert mir sehr häufig, auch, wenn ich es nicht möchte. Ich hatte diese Funktion anfangs auch irgendwo im Menü erwartet, doch dort war sie nicht zu finden.

Beetle Volvo by Stephan Spiegelberg (kagamiyama)) on 500px.com

Einzig klar beschriftet ist der „Fokus“, den man nun, so man möchte oder der Autofokus bei Nacht versagt, auch manuell am Objektiv – der Vorgänger hatte ein Drehrad an der Rückseite – einstellen kann. Die Schnellauswahl ist unter „QS“ abgelegt und erst mit etwas Übung intuitiv, was ja schon etwas widersprüchlich ist. Einen Sucher hat man der Kamera auch in der neusten Generation nicht spendiert, aber der Sigma VF-11 Durchsichtsucher (amazon-Link) ist verhältnismäßig günstig zu bekommen. Das will ich nicht weiter beklagen, denn die Mitbewerber sind da kaum spendabler.

Ring-Ecke

Jetzt habe ich so ausführlich darüber geschimpft, dass die Kamera derartig viele Defizite aufweist, darf noch ergänzen, dass sie unzeitgemäß langsam ist, auch weil die 4704×3136 Pixel großen JPEGs auf rund 10 Megabyte kommen, die RAWs von Lightroom & Consorten nicht gelesen werden, der Akku bei Minusgraden nach 37 Bildern leer war und man für das gleiche Geld Apparate bekommen könnte, die vieles besser können. Eigentlich.

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Wenngleich man also einen hohen Preis an Talern und Geduld und Kompromissbereitschaft zahlt: was der Foveon-Sensor, der nun von 15/3 auf 46/3 Megapixel gewachsen ist und über einen Cropfaktor von etwa 1,5 verfügt, in Verbindung mit dem nun lichtstärkeren Objektiv (2.8/19mm) ausspuckt, ist in Sachen Dynamik und Farbigkeit in der Klasse meiner Beobachtung nach schon ganz weit oben anzusiedeln. Selbst, wenn ich direkt gegen die Sonne – wie beim Schnappschuss hier – aufnehme und es auf dem Kameradisplay auch nach kompletter Grütze aussieht, zeigen die JPEGs auf dem Rechner daheim dann doch Details, deren Abbildung ich nicht für möglich gehalten hatte.

Testing und Postkarte

Klick für höhere Auflösung!

Fazit: Mich hatten die Ergebnisse meiner DP1s auch immer wieder begeistert und dennoch habe ich sie verkauft, weil Geschwindigkeit und Auflösung mir zu gering waren und die mit einem sehr guten Sucher gesegnete Fujifilm X100 nicht zuletzt ob Vorteilen in diesen Disziplinen das Ringen um meine Zuneigung gewonnen hatte. Dass Sigma mich nach den Detailverbesserungen (vgl. Tabelle unten) gegenüber der Sigma DP1x (amazon-Link), die heute neu im Marketplace für schmale 315,00 Euro angeboten wird und damit eine Überlegung wert ist, zurückholen wird, ist unwahrscheinlich, auch wenn Bilder allerhöchster Qualität möglich sind.

Vom Objektivhersteller Sigma gibt es im Moment schließlich immer noch im Abverkauf das Sigma 19 mm F2,8 EX DN-Objektiv (46 mm Filtergewinde) für Sony-E Objektivbajonett (amazon-Link) zu einem lächerlichen Preis. Somit könnte ich mir die Sony NEX-6LB (amazon-Link) mit dem 19mm für weniger Geld leisten und bin sehr viel flexibler.

Zwar bietet Sigma noch die DP2 Merrill (amazon-Link) mit dem 24,2mm F2.8 Objektiv (41mm KB) und die DP3 Merrill (amazon-Link) mit den 50mm F2,8 Objektiv (75mm KB) an, doch gerade die DP3 verstehe ich nicht: für ein Portraitgerät ist es gewiss nicht schnell genug, aber die Blitzsynchronzeit von 1/1250 Sekunde bei Offenblende ist natürlich heiß.

Es bleibt charmant, es bleibt speziell, dass Sigma sich am Bau von Kameras versucht, aber ich wage es einmal zu vergleichen mit dem Wankelmotor: Es ist eine an sich gute Idee, aber es ist schlicht nicht alltagstauglich, nicht einmal für die Entschleuniger …

 Sigma DP1 MerrillSigma DP1x
Bildsensorgröße23,5×15,7 mm20,7×13,8 mm
Pixelanzahleffektiv 46 MP(4800×3200×3)effektiv 14,06 MP(2652×1768×3)
Objektivbrennweite19 mm F2,8 (28 mm KB)16,6 mm F4 (28 mm KB)
Optischer Aufbau8 Gruppen, 9 Elemente5 Gruppen, 6 Elemente
Dateigröße / Einzelbild
RAW, High
ca. 45 MB (4704×3136x3)ca. 15,4 MB (2640×1760)
Dateigröße / Einzelbild
JPEG, High
ca. 10 MB (4704×3136)ca. 3,3 MB (2640×1760)
Dateigrößen / FilmVGA: 640×480 (30 Bilder/s)QVGA: 320×240 (30 Bilder/s)
AF-Messfeldwahl9 Felder1 bis 9 Felder
Verschlusszeitenbereich1/2000 -15 Sek.1/1000 -15 Sek.
ISO EmpfindlichkeitManuell: ISO 100 - ISO 6400AUTO: ISO 100 ~ ISO 200 / (mit Blitzgerät ISO 100 ~ ISO 400, Manuelle Vorwahl: ISO 50, ISO 100, ISO 200, ISO 400, ISO 800
Abmessungen121,3 mm (B) × 66,7 mm (H) × 64,3 mm (T)113,3 mm (B) × 59,5 mm (H) × 50,3 mm (T)
Gewicht340 g250 g (ohne Akku und Karte)

Abschließend darf mich mich bei meinem sehr geschätzen guten Freund Matthias bedanken, der sich bereitwillig als Coverman zur Verfügung gestellt hat.


Gravis - Digitale Ideen erleben.

25 Kommentare

  1. Thomas sagt

    Eine Totgeburt. Schade um den schönen Sensor.

  2. Das breite Angebot an spiegellosen Kameras macht dem ‚Prinzip DP‘ wohl bald vollends den Gar aus. Obwohl man anerkennen muss, dass es Sony gelungen ist, nach dem selben Konzept eine hervorragende Kamera auf den Markt zu bringen. Warum Sigma es auch in der dritten (?) Generation der Kamera nicht schafft, so grundlegende Dinge wie die Geschwindigkeit (von Serienbildern redet man ja gar nicht), die Bedienung und die Akkulaufzeit in den Griff zu bekommen, bleibt wohl ein Geheimnis.

    Danke für den ernüchternden Test zu einer Kamera, die meine ganze Sympathie hat und ohne Frage großartige Bilder ‚kann‘.

  3. Thomas sagt

    Die Fuji X-E1 mit dem Sensor der 100s wäre schon eine Überlegung wert. Wird bestimmt irgendwann nachgeschoben. Die Sigma DP2 hatte ich auch mal kurz, wie gesagt – schade um den schönen Sensor.

  4. Pingback: Anonymous

  5. Pert sagt

    Die X-E1 hat den Sensor der 100s, bzw. umgekehrt… ;)

  6. Danke für deine Testseite zur Sigma DPm. Ich habe gerade meine DP1m wieder verkauft, hatte vorher schon fast alle DPs die es gab, außer die 3m. Aber seit es die Ricoh GR gibt brauche ich eine Sigma nicht mehr. Eigentlich schade, stimmt, aber ändern sollte das Sigma. Die Detailauflösung und der Dynamikumfang der sehr kleinen GR ist so enorm, da kommt meine DPm nicht mehr mit. Abgesehen von den Stunden am Rechner wegen der Bildbearbeitung, echt nur nevig.

  7. Ich möchte noch gern hinzufügen, dass ich auch schon die Leica X1 und X2 und die viel gelobte Fuji x-100s in der Praxis erlebt habe und einige mehrere Testfotos machen konnte. Habe aber beide recht schnell wieder verkauft, die Bildqualität konnte mich nicht richtig überzeugen, die Langsamkeit war da noch das gerichte Übel. Die viel zu große Fuji konnte mich nicht glücklich machen, aber auch die viel zu teure Leica x2 war nicht mein Ding. Doch nun gibt es ja endlich einen guten Ersatz, die tolle Ricoh GR.

  8. Stephan sagt

    Ich finde die Sigma hat immer noch etwas Spezielles, aber die GR erscheint mir ebenfalls als die am Ende interessantere Kamera, weil auch alltagstauglicher.

  9. Heiko sagt

    Die Auflösung der Ricoh GR kommt nicht mal im Ansatz an meine DP2M heran.
    Ich habe Ausstellungsprints bis 1,40m x 2,20m ohne Probleme realisiert!
    Das ist mit meiner GR unmöglich!

  10. Mag ja sein das es bei gutem Tageslicht so aussieht, aber ab 800 ISO mit Bewegung bei Dämerung, sieht die Sigma keinen Stich. Nur Testen bringt Einsicht.

  11. […] Um eines mal kurz klarzustellen. Die DP Merills liefern annähernd Top Mittelformat Niveau, was Auflösung , Kontrast und Schärfe betrifft . Wer Bilder will und auf über 800 ASA verzichten kann, findet nichts , was bis 3000 Euro (Gehäuse und Objektiv) auch nur annähernd an die Bildqualität der Sigmas reicht. Ich vergleiche meine Canon 5D mark III mit der aktuellen 50mm Planar Zeiss Linse , bildtechnisch ist die Sigma Sieger. Selbstverständlich nicht, was Schnelligkeit, ISO, Flexibilität betrifft. Aber darum geht es nicht. Wer nicht ein „Knipser“ ist, entschleunigt konzentrierte Bilder mache will und auf professionelle Bildqualität größten Wert liegt, kann mit der Sigma Merril Reihe nichts falsch machen. DIE Budgetkamera schlechthin für Pixelpeeper. Die Ricoh GR ist übrigens ein ganz anderes Kaliber, m.E. bietet die GR den besten Kompromiss zwischen Flexibilität, Bildqualität und Geschwindigkeit. Bildtechnisch aber definitv 2. Bundesliga verglichen mit den aktuellen Sigmas.

  12. Stephan sagt

    Hallo Ulf, ich finde gar nicht, dass ich zu kryptisch ausgedrückt habe, dass ich die Bildqualität der Sigmas absolut schätze. Meine Kritik zielt, wie sich nachlesen lässt, auf die Alltagstauglichkeit ab und da sind wir uns ja recht einig, wenn ich das richtig verstanden habe. Zu deiner schwungvollen Frage, ob dies ein „Test“ sei, sage ich, es ist mein persönlicher, subjektiver Eindruck. Frohe Weihnachten!

  13. Hallo an alle. Es ist so schade das man fast auf keiner Plattform, seine gesammelten Ergebnisse, mit der oder der Kamera fotografiert, einstellen kann, ohne gleich von anderen in das Moor gezogen zu werden. Mensch, macht einfach eure schönsten Fotos und erfreut euch drann, als andere immer nur zu kritisieren, dass deren Kameras die eigentlich schlechtereren sind. Das gab es doch früher (ich bin Jhrg. 54) nicht. Jeder hatte seine Fotos eingebracht und darüber würde gefachsimpelt . Heute gehts nur noch um Marken und Pixel. Ich mache da nicht mehr mit.

  14. Vielen Dank,
    der Wankelmotor ist nicht einmal ein so schlechter Vergleich.
    So wie der Sensor keine Kompetenz in Sachen ISO zeigt, so hat auch der Wankelmotor trotz seiner Weiterentwicklungen im Flugzeugmotoren, Renn- und Sportwagen, sowie Motorradbau seine Emissions-, Verbrauchs-, und Wärmeprobleme nie gänzlich ablegen oder wettbewerbsfähig optimieren können.

    Sigma wird mit der Quattro das gleiche erleben. Was nützt dem Otto Normalo Pseudo Professional Amateur Knipser eine Kamera die er nicht versteht, obwohl sie langsam mit ihm spricht ;-) und sie ihm eine Keks-blende mehr an Spielraum zugesteht.

    Es bleibt eine Sigma DP mit all Ihren Foveon characteristica.

    Nur der spezielle Geschmack kann diesem speziellen Genuss etwas abgewinnen.

    Selbst Leica ist über diese „spezielle Qualität“ Hürde gekommen mit der M240, die fast gemeinnützig in Ihrer Nutzbarkeit ist.

    Wer so krass ist einen Wankel zu fahren, aus Überzeugung, der schafft auch eine Sigma Kamera mit Links.

    GrüssX3…
    der Dreikantschaber

  15. Bernd Huber sagt

    Es ist doch nicht seltsam, dass jede Kamera ihr Spielfeld hat. Ich fotografiere mit einer Nikon D800, den Sigma-Merrills und einer analogen Rolleiflex.
    Die ästhetischsten Bilder liefern im digitalen Bereich die Merrills. Damit ist nichts in der Preisklasse bis 3000.- zu vergleichen. Wenn der AF dieser Kameras zumindest mittelmäßig wäre, würde ich auch 1500.- für eine DP-Merrill hinlegen.( vergessen wir mal die miserable Akkuleistung und die Rechenzeit, die sind für mich sekundär).
    Die Ricoh Gr habe ich ausprobiert. Sie ist eine wunderbare, kleine Knippse, aber ihre Bilder sind weder in der Detailauflösung, noch in der Tiefenwirkung annähernd mit der Merrill zu vergleichen.
    Und hier sind wir am springenden Punkt, nämlich der Fotografie, denn die Ricoh Gr ist natürlich die vernünftigere Kamera ( ich werde sie mir kaufen). Aber, wenn ich zwischen der Ricoh und Sigma wählen müsste, dann würde ich mich für die Sigma entscheiden. Das würde zwar bedeuten, ich würde weniger Bilder fotografieren, aber die formale Qualität dessen was die Foveontechnik erreicht, ist mit nichts anderem vergleichbar.
    Achja, und in der Dunkelheit hat mir das Fotografieren sowieso noch nie viel Spaß gemacht.

  16. Hallo Bernd, „Achja, und in der Dunkelheit hat mir das Fotografieren sowieso noch nie viel Spaß gemacht.“. Genau da beginnt aber der Zauber der Fotografie, das Arbeiten mit Licht und Farbe, Stativ und Zeit, finde ich jedenfalls . Die Farben nach einem Regen oder in der Abendstunde sind die Krönung der Fotografie. Geduld und Augenmaß sollte man mithaben. Viel Spaß noch und gut Licht.

  17. Hallo zusammen,

    Angefangen hat es bei mir mit Olympus, fast die gesamte E Reihe, dann kam Sony A65 und A77, alles tolle Kameras. Jedoch blieb immer das Gefühl zurück ich müsse die Qualität der Kamera dem Motiv anpassen. Bei näherer Betrachtung ist da immer der Eindruck: „das habe ich in Natura genauer und schärfer gesehen“ Jetzt fotografiere ich mit der SD1 Merrill (identischer Sensor wie die DP´s) und seit 4 Tagen mit einem Top-Objektiv, plötzlich ist da das Gefühl ich müsse das Motiv der Kamera anpassen. Ich ertappe mich, dass ich auf der Suche nach Motiven mit noch mehr Details und noch mehr feinen Farbstrukturen bin. Ich weiß, die Kamera kann´s, jetzt bin ich es schuld wenn irgendwas nicht stimmt.

    Und ja es stimmt, wenn es schnell gehen soll nehme ich meine A77 mit, wenn ich aber zum Fotografieren und mit Stativ unterwegs bin……….von der reinen Bildqualität her sind die Sigmas kaum zu schlagen wenn man alles richtig macht. Das ist es was ich wollte, was mir wichtig war, was ich seit dem Anfang meines digitalen Fotoweges gesucht habe. Wenn ich dafür bei jedem Foto etwas mehr vorausdenken muss stört mich das nicht, dafür gibt es nachher bei großen Abzügen ein überbreites Grinsen im Gesicht.

    Um bei der Automobil-Analogie zu bleiben, wenn ich ein Auto mit einem perfekten Fahrwerk habe, stört es mich nicht wenn ich noch selber schalten muss. Ganz im Gegenteil, dadurch wird der Fahrspaß nur noch größer.

    :-) ExDreamFoto

  18. Bernd Huber sagt

    Hallo Winfried,

    da möchte ich zaghaft widersprechen, denn Fotografie ist für mich in erster Linie eine Lichtgeschichte. Gutes Licht, ausdrucksstarkes Foto. Die Hi-Iso-Geschichte konterkariert im Grunde das Fotografieren in meinen Augen. Klar, der Markt braucht das und bald schon werden Fotomaschinen auf den Markt gelangen, die alle Nachtsichtgeräte schlagen…:-)
    Das interessiert mich nicht. Wer am liebsten in der Zeit fotografiert in der die Sonne tief steht und die Dinge hervortreten lässt, braucht solche Nachtsichtgeräte nicht. Wenn ich mir meine Bilder ansehe, dann sind davon höchsten 5% bei diffusen Lichtverhältnissen entstanden.
    Und natürlich ist es ein Irrglaube, dass sich ein Fotograf bei gutem Licht weniger Mühe gibt als bei diffusem.

    Grüße
    Bernd

  19. Winfried Heidl sagt

    Hallo Bernd. Genau, sage ich doch. Aber heute gehts uns bei der Umsetzung doch um vieles besser als den Analogen Meistern von damals. Doch einige verstehen mit machbar und rund um die Uhr Fotos etwas anderes, was eigentlich die gute Fotografie ausmacht oder ausmachen sollte. Inhalt, Information, Lichtspiel, Aussage, Konzentration uvm . Mit dem Handy alles blitzschnell nur mal im nebenbei zu knipsen, hat wohl mit eigentlicher Fotografie nicht mehr viel zu tun, obwohl das Ergebnis Fotos sind. Oh weih, jetzt trete ich aber in ein Fettnäpfchen.

  20. Bin gerade am Testen mit der Sigma Quattro 2 unterwegs und ich bin schon einiges gewohnt, aber was da rauskommt ist für die Handlichkeit und Präzision schon erstaunlich. Es ist das neue moderne digitale Arbeitsgerät im zu Vergleich meiner damaligen Mamiya RZ II ( die ich übrigens noch habe) hat sie das mehrfache gekostet und ist viel größer und schwerer und nicht schneller. Dafür habe ich die Fotos jetzt gleich auf dem Schirm oder Rechner. In meinen Augen beides schöne Wunderwerke der Zeitgeschichte.

  21. Ich habe mir vor 3 Wochen die Totgeburt gekauft!

    Bin ein absoluter Amateur.
    Vor Dekaden habe ich mit einer Hasselblad 500 fotografiert, BW Film und Fotos selbst entwickelt, bezahlte Farbentwicklung selten, war für mich kaum leistbar. Immerhin konnte ich pro Jahr ein paar „persönliche Meisterwerke“ schaffen.

    Sehr aufwändig.

    Danach kurz AE-1, ohne Möglichkeit selbst zu entwickeln, dann immer günstigere Knipsen bis hin zur Pocket Kamera zumindest für die dokumentarischen Urlaubsfotos. Meine letzte Analoge war ein Olympus mü.

    Deutlich weniger aufwändig aber kaum künstlerisch.

    Digitaler Einstieg mit mittelprächtigen Consumer Geräten bis hin zur Semi-Profi DSLR.

    Extrem weniger aufwändig aber trotzdem kaum künstlerisch.

    Mitlerweile mache ich alle schnellen und dokumentarischen Fotos mit dem Handy. Geht super.

    Ein paar Fotos mit der DP1m und schon habe ich wieder Ambitionen wie mit der H500 damals, aber diesmal mit dem Einsatz von nur €400.-:)

    hehe

  22. Schade, dass so wenige Leute mit dem DPxM Kameras Spaß haben. Ich liebe die DP2M aus vielen Gründen. Allen voran für den Sensor.

    Und nicht zuletzt schätze ich die Kamera auch, weil ich mit dieser Kamera in der Hand immer herzig auf den Plan trete – harmlos, gegen mich kann man nichts haben, mit so einer anachronistischen Kamera in der Hand. Die Kamera wirkt sogar als Eisbrecher, lockert die Stimmung mit Fremden.
    So gelingen wunderbare Momentaufnahmen, die mir eine fette Canon oder Nikon verunmöglichen würden. Bis hin zur Banja
    http://3.bp.blogspot.com/-69mQxn6gC90/U05LQDn4ixI/AAAAAAAAJZY/4CdpX36KU64/s1600/banja.jpg

    Statt hoher ISO nehme ich den 2sec Selbstauslöser, das habe ich mit jeder digitalen Kamera bislang so gehandhabt.
    http://2.bp.blogspot.com/-FqcqX7XY_mc/U0QB05OMIjI/AAAAAAAAJKg/iHZZrHlsOBg/s1600/SDIM4257_luna+4.jpg

    Ah ja, und dann wären da noch die Details. Irre. Mit den Farben. Solange der Foveon Merrill Sensor nur von Sigma verbaut wird, bleibe ich bei der Firma.
    http://3.bp.blogspot.com/-Hjn1pSYbeqQ/UzsVuHakAgI/AAAAAAAAJDM/4BUXpKGBr0c/s1600/weekend298.jpg

    Es ist für mich vermutlich von Vorteil, dass ich von der analogen Fotografie kommt, ohne Motor, alles rein manuell … da spielte Tempo nie eine große Rolle beim Fotografieren.

    Ein großes Plus ist die Auswahl beim Motiv: ja, ich mache weniger Fotos als mit der DSLR. Viel weniger Fotos. Bei einer mehrwöchigen Reise ist das am Ende ein Pluspunkt. Wenn statt 1800 Fotos nur 400 Fotos auf der Speicherkarte sind.

    Mit der DP2M fotografiere ich wie mit Film: nicht jedes Motiv ist ein Foto.

    Was fehlt? Der Sucher. Da tu ich nichts schönreden.

    liebe Grüße,
    Paula

  23. Tobias sagt

    Ich habe seit kurzem die DP2M. Vorher hatte ich nur kleine Kompaktkameras, war aber mit den Fotos nie wirklich zufrieden.
    Der erste Einsatz meiner Sigma war in den USA. Yosemite Park, Sonnenaufgang über dem Half Dome. ca. 30 Leute hatten sich um 5:45 am Glacier Point eingefunden. Alle haben Ihr Equipment aufgebaut… ich glaube da war keiner dabei, der nicht das 10fache für seine Kamera (inkl. Objektiven) ausgegeben hat im Vergleich zu mir mit meiner Sigma.
    Aber wenn ich meine Fotos im nachhinein betrachte, und mit all denen vergleiche, die man im Netz findet… da brauche ich mich nicht zu verstecken, auch wenn ich vor Ort belächelt wurde.
    Das Lächeln habe ich jetzt im Gesicht, wenn ich mir meine Aufnahmen ansehe…

  24. Martin sagt

    Ich gebe zu – ich hatte eine DP1 Merrill und eine DP3 Merrill und habe sie aufgrund der umständlichen RAW-Verarbeitung und des Fehlens eines Suchers wieder verkauft, denn mir ging es auf den Keks, bei jeder Aufnahme meine Lesebrille aufzusetzen.
    Inzwischen sind einige Monate vergangen.
    Inzwischen habe ich einige der Bilder von den Merrills vergrößern lassen – und denke: WAS HABE ICH GETAN!? So viele Details, so grandiose Farben – zudem hatte ich mich wieder auf das Fotografieren konzentriert…Stativ bewußt eingesetzt.
    Ja, die DP’s sind umständlich. Dauernd wechselte ich die Batterien aus – manchmal kam ich mir vor wie in der Filmära – nur anstatt nach 36 Bildern die Filmpatrone auszuwechseln war es halt nun die Batterie. Na und? Ich hatte ja 4 oder 5 Ersatz dabei :). Was ich hier sagen will ist – ich vermisse meine Sigmas – beide. Die DP3 hat mir solche super Landschafts und Nahaufnahmen geliefert – das ist ihr Einsatzzweck. Für Mensch, Tier und Sport nutze ich halt dann eine DSLR.
    Ich werde mich also demnächst wieder an Sigma ranmachen. Evtl. die neue Sigma DP0 sobald sie sich preislich etwas eingependelt hat.
    Sigma DP ist etwas für Genießer – wer das begreift wird auch genießen. Ich habe es leider etwas spät begriffen….

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