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Photographie

Sailor by Stephan Spiegelberg (kagamiyama)) on 500px.com

Meine Versuche, die Fotografie über die Dokumentation gesellschaftlicher Anlässe und Reisen im Allgemeinen hinaus zu betreiben, fanden ihren Anfang in der wild entschlossenen Anschaffung einer Holga-Plastikkamera, die ich beim Fotohändler des Vertrauens in Hamburg-Ottensen erstand. Jahre sind vergangen seither, die Holga zeigte sich mit der Zeit in Sachen Verschluss unzuverlässig, die Batterien für den blöden bunten Blitz waren ausgelaufen – ein Schattendasein war ihr beschieden, doch dann sah ich schöne Portraits, die zum Beispiel Marc von Martial unter anderem mit einer Holga gemacht hatte. Das spornte mich an, doch ich wollte im Studio mit der Blitzanlage arbeiten und nicht nur mit verfügbarem Licht, wie Marc.

Soldier

Da meine alte Holga bewiesen hatte, dass einfach nicht unkaputtbar ist, bestellte ich über ebay in Hong Kong für knapp 24 Euro eine Holga 120 GN mit Glaslinse und nach etwas Wartezeit daheim und in der Lobby des Zollamts konnte ich die Kamera mit in meine Höhle schleppen. Zunächst einmal musste sie sich hinten anstellen, hatte ich doch nur Filme mit ISO 100, keinen Studiotermin und draußen war es immer noch düster, doch ihr Tag sollte kommen: man traf sich bei meinem Freund Patrick im Studio, ich hatte einen Kodak Tri-X 400 und ich nahm einfach mal an, dass die Holga tatsächlich eine Blende 8 hat und eine Verschlusszeit von 1/100 Sekunde. Ich spielte also so lange am Blitz (oben links, Beauty Dish) herum, bis Lichtstärke, ISO Zahl, Blende und Verschluss hinkommen mussten. Im Internet hatte ich trotz recht ausdauernder Recherche keine zufriedenstellenden Tipps gefunden. Dass der Blitz beim Drücken des Kabelauslösers (nicht mitgeliefert) ebenso auslöst, wie, wenn man den Auslöser wieder loslässt, ist zwar lästig, aber zu verschmerzen, wobei ich die Linse vorsichtshalber beim zweiten Blitz immer zugehalten habe. Die Chinesin ist ja nicht die Königin der Dichtheit.

Building Worker

Tage des Wartens verstrichen nach der Belichtung des Films und dann holte ich die Negative bei Foto Köhler wieder ab. Besitzer Herr Kemm meinte noch, dass die Bilder „ein, zwei Blenden“ hätten mehr haben können, aber ich bin mit dem Grad der Belichtung sehr zufrieden und fühle mich darin bestärkt, weiter mit der Holga im Studio zu arbeiten und zu lernen.

holga120gn_studio

Herzlich danken möchte ich meinen „Village People“ Jenny, Lars und Johannes für Posing und Freigabe!



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