Pentax Q7 – die Betrachtung

Betrachtungen / Photographie / Test

R0001660-Bearbeitet

„Größe einer Kompaktkamera – Leistung einer SLR“ – unbescheiden zeigt sich Pentax nicht, wenn es um die Vorstellung der kleinsten Systemkamera am Markt geht. Man hat der Kamera nicht nur Wechselobjektive, gut erreichbare Wahl- und Einstellräder, eine gehäuseintegrierte „Shake Reduction“, Full HD Video oder einen ISO-Bereich von 100-12800 verpasst, auch gibt es RAW, speicherbare Benutzer-Einstellungen und so weiter und so fort.

Q7_body_blackDer Sensor ist im Vergleich zu den Vorgängern in der Q-Reihe von winzig auf kleine 1/1.7 Zoll gewachsen und entspricht mit seinen 12 Megapixeln dem, was man der neuen kompakten Pentax MX-1 (amazon-Link) eingepflanzt hat, bleibt aber recht deutlich unter jenem Format, welches Sony bei der ob der aktuellen Straßenpreise möglichen und weiter verkauften Referenz Sony DSC-RX100 (amazon-Link) verbaut und auch an die Fujifilm X-F1 (amazon-Link) kommt man in Sachen Sensorgröße nicht ganz heran.

IMGP2486-Bearbeitet

Der erste Moment, in dem ich die „Leistung einer SLR“ nicht mehr gefunden hatte, war der Augenblick, in dem mir offenbar wurde, dass wir hier nur einen Blendenbereich bis maximal f8 haben – das Standard Zoom, das mir vorliegt, fängt bei f2.8 an, die Verschlusszeiten zwischen 1/2000 und 30 Sekunden hauen mich auch nicht vom Hocker. Stellen wir diesen Einschränkungen die Abmessungen von 10,2 cm (Breite), 8,3 cm (Tiefe mit 5-15mm) und 5,8 cm (Höhe) entgegen und sehen wir weiter. Vorauszuschicken ist dieser Betrachtung der Hinweis darauf, dass ich ein Vorserienmodell ohne die finale Firmware zum Testen hatte.

Q7_back_black_with_photoWenden wir uns dem Gerät doch zunächst einmal völlig ergebnisoffen zu und notieren die an sich gute Bedienbarkeit, wobei ich mit meinen großen Händen schon etwas genauer arbeiten muss, um nicht mehrere Knöpfe auf einmal zu drücken. Das ist hinzunehmen, weil auf einem kleinen Gehäuse eben weniger Platz ist und ich mich vermutlich darüber beklagen würde, wenn ich für dieses oder jenes in das Menü einsteigen müsste. Oben auf der Kamera haben wir neben dem Auslöser noch den Power-Schalter, ein Programmwählrad und ein Einstellrädchen, außerdem wird hier der Blitz ausgeklappt, der sich gut drei Zentimeter über das Gehäuse ausschwenkt. Vorne an der Kamera können die bereits angesprochenen eigenen Einstellungen abgelegt werden – ich habe davon Abstand genommen für den Testzeitraum. Auch die Möglichkeit, Bilder in der Kamera zu bearbeiten, blieb von mir ungenutzt. Ohne WiFi und ohne „Social Media“-Anbindung erschien mir das eher uninteressant.

IMGP2508

Sehr positiv vermerkt wird die Naheinstellgrenze von rund sieben Zentimetern, was schon sehr ordentlich ist und eben auch Detailaufnahmen am Objekt gestattet. Und wo wir schon bei „nah“ sind, liegt „weit“ nicht fern und was ist weiter als ein Fisheye, das einen „Planeten“ aufnehmen soll? – Ich habe mich hierzu mit Klaus Friese getroffen, der die Q7 mit seiner Q nacheinander auf den Nodalpunktadapter geschraubt und mal verglichen hat und da ich es geschafft habe, das Fisheye unscharf einzustellen, gebe ich den Stab einen Moment in seine Hände und fordere sein Statement ab.

Als Panoramafotograf ist man ja noch ein Stück mehr Packesel als andere Fotografen – das Stativ ist eigentlich immer dabei, der Nodalpunktadapter ebenfalls. Und beide sind der Stabilität wegen keine Leichtgewichte. Da ist es doch schön, wenn wenigstens die Kamera klein und leicht ist. Darum habe ich mir im letzten Jahr aus einem sehr günstigen Angebot die winzige Pentax Q samt Fisheye gegönnt. Und für den winzigen Sensor war die Qualität der Bilder wirklich sehr gut, einen der entstanden Planeten habe ich in der Größe von 180x180cm drucken können. Und für mich sehr wichtig: Die Kamera erzeugt optional auch RAW-Files im DNG Format, das erweitert die Bearbeitungsmöglichkeiten noch einmal deutlich.

Altona Rathaus Pentax Q7

Die Ankündigung der Pentax Q7 mit größerem Sensor hat mich dann natürlich auch sehr neugierig gemacht – größerer Sensor verspricht besser Bilder bei gleicher Kameragröße. Da habe ich natürlich gerne die Gelegenheit genutzt, die Q7 im Vergleich zur Q zu testen. Die Kameragröße hat sich nur minimal verändert, praktischerweise hat das Stativgewinde mit gleicher Entfernung zum Bajonett und ich musste den Nodalpunkt nicht neu ausmessen. Durch den größeren Sensor ändert sich der Crop-Faktor etwas, das Fisheye wird noch weitwinkeliger. An den Ecken treten aber keine schwarzen Ränder auf, auch der größere Sensor wird komplett genutzt. Die Bedienung fühlt sich sofort vertraut an und die Kamera ist schnell auf meine vertrauten Einstellungen geändert. Die Bildqualität hat auch gefühlt einen sichtbaren Sprung gemacht, ich erkenne mehr Details – immer noch weit entfernt von einer DSLR, aber auch immer noch sehr beachtlich für den kleinen Sensor. Die Praxis hat schon gezeigt, dass der ‚Endanwender‘ den Unterschied zu Bildern aus der K-5 im gedruckten Bild nicht sieht. Wer einmal schauen will – Hier sind zwei RAW-Files von der gleichen Position für den eigenen Vergleich:

Was darf man also festhalten? – Die Kamera macht Fotos, man kann Objektive wechseln, der Benutzer kann sie seinen Bedürfnissen entsprechend einrichten und von der Verarbeitung her macht die Q7 auch einen ganz guten Eindruck. Auch notieren muss ich aber, dass ich den Blendenbereich winzig finde, die schnellsten Verschlusszeiten zu langsam, den Sensor immer noch zu klein, die Verzeichnungen im Weitwinkelbereich des 5-15mm Kit-Objektivs deutlich, die Nichtverfügbarkeit eines EVF beklage und ich die „Postknipse“ aus Gründen der hemmungslosen Begeisterung auch nicht ablecken würde – das freut natürlich den Leihgeber.

IMGP2502

Fazit: Am Ende muss man sich fragen, welche Erwartungen man an eine so kleine Kamera hat, auch wenn Pentax meiner Meinung nach mit der „Leistung einer SLR“ ein bisschen übertrieben hat, ist die Q7 zumindest für all jene interessant, die Einstellmöglichkeiten wünschen, aber denen Kompaktheit sehr und knallige Farben – über die Standardfarben hinaus kann man sich die Kamera und Objektiv in etlichen Farben bestellen – kaum weniger wichtig sind. Das eierlegende Wollmilchferkel gibt es zumindest auch nach der Vorstellung dieses quietschgelben Apparates nicht, was die Pentax dennoch nicht ihrer Berechtigung beraubt. Was die finale Firmware bringt, konnte ich zudem nicht berücksichtigen.

IMG_2571

Die kleine Q7 ist voraussichtlich ab September im deutschen Handel zu bekommen, allerdings konnte mir die PENTAX RICOH IMAGING DEUTSCHLAND GmbH, die mir das nicht finale Testexemplar freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, noch keinen endgültigen Verkaufspreis nennen. Ein Blick über den großen Teich zu B&H in New York zeigte mir aber, dass man die Kamera mit dem auch mir vorliegenden Objektiv für $496.95 vorbestellen kann.

http://www.pentax.de/de/systemkameras/technische-details/pentax-q-7.html

 

Pentax K-5 II Digital SLR-Kamera (16,3 Megapixel, 7,6 cm (3 Zoll) Display, LiveView, Safox X Autofokus, HDMI, USB 2.0) inkl. 18-55mm WR Kit