Ricoh Theta – die Betrachtung

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Was ist das? – Es ist vermutlich der wahr gewordene Traum von unverbesserlichen Spielkindern: eine 360 Grad-Kamera! Erst im Februar dieses Jahres hatte Ricoh das Konzept und einen Prototypen in Japan vorgestellt (Beitrag auf Akihabaranews.com) und seit wenigen Wochen können Interessierte die Kamera auf der Theta360-Webseite vorbestellen.

Mir hat man freundlicherweise schon jetzt die Möglichkeit eingeräumt, die rund 400 Euro teure Kamera zu testen und ob des überschaubaren Funktionsumfangs kann ich mir nach zwei Tagen mit dem Apparat schon ein Urteil erlauben.

Die Theta kommt etwa so lang daher wie ein Stift, deutlich breiter freilich, verfügt über zwei Ultraweitwinkel-Objektive, den Auslöser, einen Power- und einen WiFi-Schalter, dazu ein Stativgewinde und einen USB-Anschluss. Das war es. Weder Speichermedium noch Akku können getauscht werden.

Bildschirmfoto 2013-09-30 um 17.29.01 (2)

Per App ist die Kamera schließlich fernauslösbar und das Smartphone ist auch dazu nötig, um die Fotos von der Kamera zu ziehen und überhaupt zu betrachten. Geschossen wird immer „blind“ – es ist ja eh alles drauf, was sich nicht rechtzeitig hat verstecken können, auch die Hand des Fotografen oder der Fotografin, so dass ich hin und wieder ein kleines Stativ verwendet habe und es immerhin vor hatte, die Theta auf einem Lichtstativ einige Meter hoch zu fahren, aber das war zeitlich nicht mehr drin.

Der Anschluss an den Computer ging bei dem mir vorliegenden Modell nur an einen Windows PC, wo die Theta als Laufwerk erkannt wurde, mein MacBook Pro mit Mountain Lion sah die Kamera nicht. Das mag an der nicht finalen Firmware gelegen haben, das Problem habe ich gegenüber Ricoh kommuniziert. Das wäre alles auch nicht so schlimm, wenn ich die Fotos von meinem iPhone 4s zum Beispiel auf die Dropbox schieben könnte, doch die JPEGs werden ausschließlich in der App gespeichert, nicht im Fotoalbum und teilen kann ich die Aufnahmen nur via facebook, Twitter oder tumblr – privat geht nicht. Damit ist die Theta für jeden auch nur im Ansatz professionellen Einsatz bei Locationsscouts, Maklern, etc. weitgehend unbrauchbar.

Insgesamt gibt es da noch viel zu tun, auch an der Bildqualität, denn wenn es dunkler wird, rauschen die Fotos gewaltig. Selbst das Teilen auf dem eigenen Blog oder der eigenen Webseite ist per Einbindung derzeit nicht möglich, so dass mein Fazit lautet: Nettes Spielzeug für ein Viertel des Preises …

Beispielbilder: Beispiel 1, Beispiel 2

Kamera Lomography Spinner 360 Camera Package(ein analoger Ansatz)