Leica T – erste Gedanken

Photographie

Leica T_silver_Vario-Elmar-T_18-56_ASPH

Nachdem ich mich im letzten Jahr so sehr über die X Vario echauffiert und damit auch den (nunmehr gelöschten oder ignorierten) Hass einige Fanboys auf mich gezogen hatte, sei auch der neuste Spross der Familie gebührend empfangen und das mit einer gewissen Milde, die nicht daraus entspringt, dass ich Angst vor dem Echo hätte.

Es ist vielmehr der Umstand, dass die Systemkamera aus dem Hause Leica zunächst einmal wie ein schlüssiges Konzept aussieht, wie die zwangsläufige Reaktion auf den Markt, wo sich die Spiegellosen mit Wechselobjektiven breit machen. Jetzt gibt es also auch aus Wetzlar oder Solms eine Systemkamera mit APS-C-Sensor, womit die Annahme, man habe sich bei Panasonic bedient und eine Lumix G in ein neues Gehäuse gesteckt, hinfällig ist – es ist also keine Micro Four Thirds.

Das darf man mit einem gewissen Wohlwollen hinnehmen, doch wahre Begeisterung will nicht aufkommen. Ich hatte vor einiger Zeit mal hier in einer dreiteiligen Reihe (1, 2, 3) Kameras von Sony, Ricoh und Fujifilm gegeneinander antreten lassen, um die erste Wahl zur Adaption von M-Mount-Linsen zu finden und nun wäre die Leica T auch aufzunehmen in diese Reihe, aber seitdem Sony die A7 und die A7R mit dem Vollformatsensor auf den Markt gebracht hat, finde ich APS-C-Sensoren für M-Mount-Objektive nicht mehr so spannend. Das liegt nicht daran, dass Vollformat immer die beste Wahl ist, sondern trägt dem Umstand Rechnung, dass die Objektive von Leica, Zeiss und Voigtländer allesamt für das Kleinbild gerechnet sind und demnach auch die Brennweitenauswahl entsprechend ausfällt.

Klammern wir die Frage der Adaption nun aber aus, erwarten die Interessierten ein aus Aluminium gefräster, sehr puristischer Body (1.500 Euro) mit Touch-Bedienung auf dem rückseitigen Display, der CMOS-Sensor löst mit 16,5 Megapixeln auf, es gibt ein Wi-Fi Modul und eine App, die allerdings nur für das iOS von Apple verfügbar ist und damit Android-Nutzer zunächst einmal nicht bedient. Wann da Abhilfe geschaffen wird, hat Leica bis dato nicht erklärt. Unter dem Zubehör finden sich neben u.a. einem M-Mount Adapter und Blitz auch der Aufstecksucher, den man frecherweise „Visoflex“ nennt und der Kamera die sehr nützliche GPS-Funktion hinzufügt. Lieferbar sind mit Verkaufsbeginn am 26. Mai 2014 zunächst einmal zwei Objektive: Leica Vario-Elmar-T 1:3,5-5,6/18-56 mm ASPH (1.450 Euro) und Leica Summicron-T 1:2/23 mm ASPH (1.600 Euro). Zur Photokina im Herbst folgenden weitere Linsen.

Auf den ersten Blick muss ich sagen, dass der Apparat, den es auch noch in anderen Farben geben wird, schön schlicht und elegant aussieht, der Preis ist zwar recht exklusiv, aber im Vergleich zum möglichen Mitbwerber nehme ich ein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis an. Ich würde also eher zur T greifen als eine Hasselblad Lunar (> HasselWhat) in Betracht zu ziehen. Am Ende könnte ich mir also fast vorstellen, eine solche Systemkamera zu kaufen, wenn ich denn noch regelmäßig eine nutzen würde und das Sparschwein nicht andere Wünsche zu erfüllen hätte und gute Kindersitze nicht so teuer wären …

One more Dings: Einen ersten Test haben die Kollegen vom Systemkamera-Blog schon machen dürfen und zeigen sich ausgesprochen begeistert.

1 Kommentare

  1. Nach einem Ausflug in die Systemwelt (von NEX 6 bis A7R, beide zu verkaufen !!)
    habe ich für meine Belichtungsausflüge gemerkt, das es eine Nikon (D600) ist.
    Ich muss sie ja nicht schleppen, da ja vorne ein Propeller dran ist.
    Das vorgestellte Pralinchen wir auch nicht meine Wahl.

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