Alien Skin Software Exposure 6

Photographie

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Noch vor Erscheinen von Lightroom 6 hat die Softwareschmiede Alien Skin die sechste Ausgabe ihres Analogfilm-Simulators Exposure auf den Markt gebracht. Man kann – wie schon bei den vorherigen Versionen – darüber streiten, ob es „ehrlich“ ist, künstlich einen „Look“ zu erzeugen, aber am Ende ist die Geschichte der Bildmanipulation so alt, wie die Fotografie selbst.

Alien Skin Software hat im Jahr 2005 die erste Version von Exposure auf den Markt gebracht, inspiriert durch die Emulatoren für Videofilme, die hier einen „Super 8-Look“ erlaubten. Viele Fotografen, die früher auf Film fotografiert hatten, beklagten sich über Gleichförmigkeit der Ergebnisse, die Seelenlosigkeit der digitalen Aufnahmen. So entwickelte das Pragrammiererteam „scientifically dissected films in order to emulate them with 0’s and 1’s“, wie Jimmy Beech von Alien Skin mir schrieb.

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Oben rechts: Die verbesserten Einstelloptionen für Highlights, Schatten, usw.

Kommen wir also zunächst zu den Neuerungen gegenüber dem Vorgänger aus dem letzten Jahr und da ist der auffälligste neue Menüpunkt „Bokeh“ – ein Programm, das bis zuletzt eigenständig war und nun eingebunden wurde in Exposure und wie der Name vermuten lässt, partielle Unschärfen zu generieren hilft. Die Benutzeroberfläche wurde nochmals überarbeitet und endlich kann ich bei meiner „Zwei-Monitor-Lösung“ aus 23-Zöller und 13-Zoll-Notebook das Fenster auf den großen Monitor ziehen.

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Mit verschiedenen Auswahlwerkzeugen werden die Bereiche in „Bokeh“ definiert.

Auch die Funktionalität wurde erweitert, so können nun auch hier die Presets individuell sehr genau angepasst werden, indem man Highlights, Schatten, Klarheit, usw. regelt. Ich habe zum Beispiel den Kodak Ektar 100, der auf meinen Wunsch (sic! Digga!) in die Print-Filme übernommen wurde, noch etwas weniger Kontrast verpasst und das Preset dann mit in die Bilbliothek aufgenommen.

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Ob man derart in die Trickkiste greifen muss, bleibt dahingestellt, aber es ist möglich.

Neu sind nun auch einige neue Rahmen für die Bilder, Lichteffekte und Texturen. Gerade die Lichteffekte, die über Lightleaks u.ä. hinausgehen, bieten die Chance, sehr feine Ergebnisse zu erzielen. Dabei gilt allerdings: „weniger ist mehr“ und „zweimal hingeguckt, ist auch nicht falsch“. Der „Betrug am Betrachter“ ist mir mit diesem Bild übrigens bereits gelungen.

Besonders erfreulich ist, dass Alien Skin die Preise trotz deutlich vergrößertem Funktionsumfang nicht unerheblich gesenkt hat. Die Vollversion kostet nun 149 US-Dollar gegenüber 199 US-Dollar zuletzt. Das Upgrade schlägt mit 69 statt 99 US-Dollar zu Buche und all jenen, die Exposure 5 nach dem 1. März dieses Jahres erstanden haben, bekommen die neue Version kostenlos. Wie immer kann man auch Exposure 6 zunächst gut zwei Wochen testen vor dem Kauf. Downloadlink.

Voraussetzungen zur Benutzung als Plug-in sind mindestens Adobe Photoshop CS6, Lightroom 5 oder Apple Aperture 3. Als Betriebssystem werden erwartet: mindestens OS X Mountain Lion (10.8) oder mindestens Windows 7. Ein Intel Core 2 Prozessor und ein Monitor mit einer Auflösung von 1280×768 oder größer werden hardwareseitig gefordert.

5 Kommentare

  1. Fabian sagt

    Danke für den kurzen und guten Überblick!

  2. Stephan Sommersberg sagt

    Hallo Stephan Spiegelberg,
    erstmal vielen Dank für Deinen Bericht.
    Ich habe mir die 15-Tage-trial-Version heruntergeladen und habe zu dem Workflow mit Lightroom5 eine Frage.
    Wenn ich die Bilder in Lightroom bearbeitet habe und dann mit Exposure6 weiterbearbeite, finde ich keine Möglichkeit, die bearbeitete Version wieder in Lightroom zurückzubringen……obwohl ich in einem Tutorial mit meinem, zugegebenermaßen nicht perfekten, Englisch glaubte verstanden zu haben, daß sich in Lightroom gleichzeitig die Bearbeitung des Bildes zeigt.
    Könntest Du mir da einen Tip geben, wie ich die Bilder wieder in meinen Lightroomkatalog bekomme……bzw. in meinen in Lightroom bearbeiteten Ordner?
    Wenn das nicht geht, erscheint mir die Anschaffung von Exposure zu umständlich im Workflow.
    Ich muß dazusagen, daß ich auch nur marginale Computerkenntnisse besitze. Deshalb arbeite ich auch mit einem Mac.
    Ich freue mich auf eine Antwort,
    Stephan Sommersberg

  3. Stephan sagt

    Hallo Stephan, ich bearbeite die Bilder grundsätzlich erst einmal fertig in LR bevor ich den Filmfilter in Exposure drüberlege. Den kann ich ja selbst auch noch anpassen. Du wirst deine Datei allerdings nicht als RAW aus Exposure zurückbekommen. Das ist der letzte Schliff vor dem Export.

  4. Stephan Sommersberg sagt

    Hallo Stephan,
    vielen Dank für die schnelle Antwort.
    Das heißt, daß ich die Tiffs irgendwo speichern muß, um nach dem Export die Möglichkeit zu haben, noch mal auf die Fotos zurückgreifen zu können, richtig?
    …..das kostet ja ne Menge Platz…..tiffs sollen ja so groß sein.

  5. Ich habe auch lange genau wegen dieses Themas gezweifelt ob mir das Programm was nützt. Ich mache jetzt folgendes: ich bearbeite das Bild bearbeite bis auf die Körnung in LR – exportiere das JPG und hau dann über Gruppen von Bildern die Körnung! Wenn ich mehr an einem Bild machen will z.B. Bokeh dann nehme ich raws oder Tiffs… viele Grüße aus HH

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