Quo vadis, Apple?

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Als ich mir meinen ersten iMac vor etwa sieben Jahren angeschafft hatte, fühle ich mich endlich verstanden und angekommen. Ich hatte zuvor einen Tower von Siemens unter dem Schreibtisch stehen, den ich regelmäßig wie aus Versehen trat und welchen man alle drei Monate mal aufschrauben und aussaugen musste, aber bei strengem Wind mal vor die Haustür stellte, um den Staub wegblasen zu lassen. Nun stand – formschön – ein weißer 17-Zöller auf meinem Schreibtisch, der mich auch noch ermutigte, ordentlicher zu werden. Ich hatte mich also zufrieden eingerichtet und nun werde ich unruhig.

Ich machte mir keine Sorgen, als Apple vor Jahren die Computer aus dem Firmennamen strich, es war konsequent, weil iPod, iPhone und iPad wichtige Stützen waren, iTunes als Vertriebsweg war bahnbrechend und ich verstand sogar, dass man iOS und OSX einander näher bringen wollte, aber mittlerweile ist für mich der Punkt erreicht, wo mir die Verschmelzung zu weit geht, der Mac zum Gadget degradiert wird, unbedingt massenkompatibel sein muss und im Zuge dessen seine „Perfektion“ verliert. In den letzten Monaten funktionierte windows95esk dieses und jenes nicht, Programme verweigerten den Start. Es passt dabei ins Bild, dass die Kalifornier mit „Aperture“ ihr professionelles Bildverwaltungs und-bearbeitungs-Programm nicht weiter entwickeln und damit in erster Linie Adobe den Markt überlassen. Das stört mich auf den ersten Blick nicht, da ich Lightroom ohnehin nutze, aber Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft …

In den letzten Jahren mochte ich kaum eine Neuerung freudig begrüßen, das Betriebssystem ist dermaßen Ressourcen fressend, dass der Einbau der SSD unter Snow Leopard von mir als Erfüllung abgefeiert und mich ermutigte, den Rechner ständig rauf- und runter zu fahren, weil es so schnell ging. Allerdings führte die Installation von Mountain Lion schon wieder zu einer durchschnittlichen Geschwindigkeit. Die Anzahl der über den App Store eingespielten Updates hat in meiner Wahrnehmung deutlich zugenommen, Sicherheitslücken werden nach meinem Dafürhalten nicht schnell genug geschlossen. Immerhin ist das OSX durch seiner verstärkte Verbreitung nun auch für Hacker, Trojanerverteiler, usw. interessanter geworden. Die Insel der gefühlten Glückseligkeit ist nicht mehr existent.

Es liegt mir dabei fern, Apple vorzuwerfen, dass sie ihre Geräte verkaufen wollen, aber es ist so beliebig, so auf „Lifestyle“ getrimmt und so wenig innovativ. Die „ernsthaften“ Mac Pros sind horrend teuer, um nicht „unverschämt“ zu sagen, die neuen iMacs sind bei guten Leistungsdaten ebenfalls nicht günstig, entspiegelte Displays gibt es nicht und der MacMini leistet für die Arbeit mit großen Dateien mitunter zu wenig.

Ich stand nun also vor der Frage, was auf mein nun vier Jahre altes MacBook Pro folgen wird. Eine Vergrößerung des Arbeitsspeichers über die 8 GB hinaus soll nicht möglich sein, der Prozessor ist auch nicht mehr der schnellste Sportsfreund und eigentlich brauche ich auch keine zwei Notebooks. Ich habe die Frage bislang nicht beantworten können.

10 Kommentare

  1. +1 !
    Durch eigene Upgrades konnte ich bis heute mit meinem early 2008’er iMac leben. Aber seit längerem ist der C2D Prozessor immer bei 100% am Anschlag! In 2012 sollte dann ein neuer iMac meiner stetig wachsenden Fotodatenbank und das resourcenfressendem Lightroom in den Griff bekommen. Nur ist dieser jetzt leider verklebt und damit ein „No Go“ für mich!

    Seither warte ich auf einen neuen MacMini mit dem Quad-Core Haswell Prozessor – bisher vergeblich!!!

    Apple macht es einem wirklich schwer ein vernünftiges Upgrade zu kaufen. Und da Lightroom auch auf einem PC läuft spiele ich tastächlich mit dem fürchterlichen Gedanken…

  2. Ich kanns nachvollziehen, wobei ich immer noch hoffe, dass macbook und iMac noch eine Weile ihren Dienst verrichten. Immerhin ist die analoge Knipserei nicht so rechnerintensiv und den Bedarf an Ultra-Riesenscans hab ich ohnehin nicht.

    Ich glaube trotzdem, dass ich Stand heute zur Kombi iMac / iPad greifen würden. In die Untiefen der Systemeinstellungen und Tweaks à la Windoof möchte ich nicht mehr permanent hinabsteigen…

  3. Vor einem sehr ähnlichen Hintergrund und mit den gleichen Fragen im Kopf entschloss ich mich Ende 2013 nach Jahren der Abstinenz wieder einen Windows PC zu kaufen.

    Um nicht zahllos Stunden in obskuren Foren mit der Suche nach der besten Hardware und der idealen Kombination zu vergeuden, besuchte ich den lokalen Fachhandel, ließ mich beraten und holte 2 Wochen später einen modernen und fertig zusammengebauten PC ab. Im Verkaufsgespräch fragte ich nach Windows 8.1. Quittiert wurde das mit einer hochgezogenen Augenbraue und dem gut gemeinten Ratschlag, dass bitte (bitte!) zu lassen.

    Die Leistung ist großartig und gemessen an den Kosten weit jenseits dessen, was man bei Apple für einen gleichen Betrag erhalten würde. Der PC ist schnell, flüsterleise, nicht mit einem spiegelnden Display zwangsverheiratet und leicht erweiterbar. Wenn man erst mal in einer Anwendung ist, sind die Unterschiede zu vernachlässigen. Aber das ganze Drumherum ist für mich eine Zumutung.

    Die Update-Frequenz ist auch hoch und weniger zentralisiert. Das User-Interface variiert viel stärker von Programm zu Programm und zum Betriebssystem. Die visuelle Gestaltung ist ästhetisch bestenfalls ein netter Versuch. Gehäuse, die eher zu einem Schreibtisch als auf eine LAN-Party passen, kosten gleich mehr und selbst nach vielen Stunden der Konfiguration und Treiberinstallation stürzt Windows 7 beim Aufwachen aus dem Ruhezustand regelmäßig mit Bluescreens ab.

    Die Zeit, als ich mich um der Sache selbst Willen in Technikgefrickel vertiefte ist einfach vorbei. Nach einem vergeudeten Nachmittag gab ich den Versuch auf, Windows die Zugangsdaten zu meinen NAS beizubringen. Egal wie viel schneller oder günstiger das Gerät ist, die Freizeit wäre mir mehr wert gewesen.

    Ich habe vor einer Woche die Creative Suite auf dem PC deaktiviert und sitze an meinem außen verkratzten und innen in die Jahre gekommenen MacBook Pro. Das steht mir wenigstens nicht ständig im Weg.

    Immerhin, zum Spielen ist der PC ganz ok.

  4. Steffen Sauer sagt

    Der Artikel spricht mir aus der Seele.
    Da ich mir zur Foto- und Videobearbeitung einen entspiegelten Monitor wünsche, mir aber keine zwei Riesen Röhren auf den Schreibtisch stellen möchte und mir persönlich die MacBooks zu teuer sind, warte ich seit einem Jahr vergebens auf ein Update des Mac mini.

    So langsam bin ich das warten leid und überlege zurück zu windoof zu gehen, obwohl ich die Verbannung meines letzten Windows Rechners als Erlösung gefeiert habe.

    Bleibt zu hoffen das Apple seine Produktstrategie schnellstens ändert.

  5. … für mich überwiegen immer noch die Vorteile.
    Ich nutze ein 2 jähriges MacBook Pro (15 Zoll) mit externen Apple-Display (Apple muss ja nicht sein) und kann damit alles erledigen (vorher war es ein 6 jähriges 17 Zoll MacBook Pro).

    Hardware und Software arbeiten gut zusammen … es gibt praktisch keine Probleme und ich kann es sogar oberhalb des Schreibtisches stehen lassen. ;-)
    Einen Mac Pro brauche ich nicht, die Zielgruppe ist ganz klar eine andere.

    Diese Diskussion um teuer und billig wird bei Apple immer wieder geführt. Allerdings wird hier ganz oft „Apple“ mit Birnen verglichen. Natürlich sind die Mac Pro sau teuer aber vergleichbare Hardware ist auch nicht günstiger …

  6. Ich traue mich, das ja gar nicht zu sagen, aber ich bin nachwievor mit meinem MacBook Pro (late 2008), den ich nunmehr seit 5 1/2 Jahren besitze, sehr zufrieden und es verrichtet wunderbar seiner Dinge. Ja, ein SSD-Upgrade und 8 GB RAM-Upgrade sind/waren Pflicht und ja, der Core2Duo ist etwas schwach auf der Bruste, gerade wenn ich die 30MB RAW’s ins Lightroom jage, aber sonst? Hat bisher Leopard, Snow Leopard, Lion, Mountain Lion und Mavericks ganz gut vertragen und Yosemite wird auch seinen Weg drauf finden.
    Natürlich hätte ich auch gerne ein Update der Hardware, aber grundsätzlich ist es kein Muss.

  7. Ich muss bei solchen Beiträgen immer schmunzeln, denn zum Schluss bleibt immer die Frage, welcher Überzeugung man selbst unterliegt, und welchen „Kompromiss“ man bereit ist einzugehen.
    Bei den mobilen Devices fühle ich mich mit iPhone und iPad weiterhin gut aufgehoben. Bei den „Computer-Dingens“ habe ich mir schon vor über einem Jahr die selbe Frage gestellt. Da mich die Zeichen seitens Apple auch nicht wirklich beruhigen, Frage ich mich auch immer wieder nach der weiteren Zukunft.
    Ich bin soweit allem gegenüber Aufgeschlossen, und stand kurz vor dem Kauf eines Windows-PCs – wenn sich Microsoft nicht selbst ins Abseits geschossen hätte: Ich habe eine Office-Home-Use-Lizenz für OSX. Microsoft ist nicht bereit, diese gegen eine Windows-Lizenz zu tauschen… Naja…
    So bleibt bis auf weiteres mein 2011er-Mini bei mir stehen….

  8. Spuckie sagt

    ich kann dem nicht folgen.

    Ganz ehrlich, Apple sagt, sie werden Aperture nicht weiter entwickeln. Ok. Aber Aperture wird auch auf Yosemeti weiter laufen. Weiterhin werden Aperture und iPhoto gemeinsam in der neue Photos.app aufgehen und dort als zentrale Stelle Fotos verwalten und auch entwickeln lassen. Das Interface, dass Apple auf der Keynote (übrigens ist die WWDC für Softwareentwickler da und nicht für Hardware-Käufer…) hat auch gezeigt, dass die ganzen Regler, die wir z.B. in Aperture kennen gelernt hatten, wieder vorhanden.
    Die einzige Frage die sich mir stellt, wie wird der Workflow dann sein.
    Als Hardware werkelt bei mir ein iMac und ein Air – beide aus 2010 bestens. Wenn neue Hardware kommt wieder so etwas ins Haus. Da ich von meiner Firma ein Windows-Notebook habe, bin ich immer noch geheilt von Redmond.
    YM2C

  9. Stephan sagt

    Ich habe mich keinesfalls alleine über die Einstellung von Aperture echauffiert, aber es ist doch ein Indiz dafür, in welche Richtung es geht. Und es ist zunächst einmal nicht die meine.

  10. Ich kann das nicht ganz nachvollziehen. Machst Du auch viel Videobearbeitung mit HD oder 4K Videos? Zockst Du grafiklastige Spiele?

    Ich hab seit ca. 1 1/2 Jahren nen Mini (i7 Quad Core, 16GB RAM, Fusion Drive) und hab den noch nie auch nur annähern an seine Grenzen gebracht. Dazu ein vernüftiges, spiegelfreies Display und man bekommt ein richtiges Arbeitstier. Ich halte den Mini für eine ziemlich unterschätze Maschine und eine günstige Alternative zum iMac und Konsorten die i.d.R. ein vielfaches kosten.

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