Ausstellung „Augen auf!“

Allgemeines / Photographie
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Fred Herzog: Man with Bandage, 1968. Courtesy of Equinox Gallery, Vancouver © Fred Herzog, 2014

Dass die Firma Leica den einhundertsten Geburtstag der Kleinbildfotografie und damit sich und die Erfindung von Oskar Barnack feiert, werden die meisten Interessierten mitbekommen haben. Ein neuer Firmensitz, Sondermodelle und etliche Veranstaltungen pflastern den Weg durch das Festjahr. Erfreulicherweise bekommt auch Hamburg etwas von den Feierlichkeiten zu spüren: eine Fotoausstellung.

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Leica IA (1925), Foto: Leica Camera AG

Im Dossier zur Ausstellung, die vom 24. Oktober 2014 – 11. Januar 2015 im Haus der Fotografie zu sehen sein wird, heißt es: Die geplante Ausstellung „Augen Auf! – 100 Jahre Leica Fotografie“ unternimmt zum ersten Mal den Versuch, den durch die Erfindung bzw. Markteinführung der Leica provozierten Umbruch in der Fotografie umfassend darzustellen. Dabei wird die Geschichte der Kamera nicht isoliert bzw. um ihrer selbst willen betrachtet. Vielmehr richtet sich der Blick auf die durch die technische Innovation Leica ausgelöste visuelle Revolution. Aus kunst- und kulturgeschichtlicher Perspektive wird gefragt, wie sich durch die Leica bzw. das Kleinbild das fotografische Sehen verändert hat. Welche neuen Themen die Systemkamera erschlossen hat bzw. wie eingeführte Themen auf neue Art gesehen wurden. Welche Auswirkungen die Miniaturisierung der Fotografie auf das Schaffen von Amateuren, Künstlern, Fotojournalisten hatte. Vor allem wie sich die Bildsprache und mit ihr unsere Wahrnehmung der Welt verändert hat.

Rund 400 Fotografien (im Wesentlichen Vintage-Prints), ergänzt um dokumentarisches Material, Zeitschriften, Magazine, seltene Bücher rekapitulieren die Geschichte der Kleinbildfotografie von den Anfängen bis in unsere Tage. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Bildfindungen, die entweder für Schlüsselmomente der neueren Geschichte stehen oder sich einen neuen Blick auf die Welt gestatten – oder beides. Zu „Ikonen“ der neuern Fotogeschichte gesellen sich Arbeiten anonymer, weniger bekannter, vergessener oder übersehener Fotografen.

Vorgesehen sind folgende Punkte:

  • Von der Idee zum Produkt 1914-1925
  • Leica in meiner Hand. Ratgeber 1925-1945
  • Kamera der Avantgarde 1925-1939
  • Fotos wie gedruckt I. Bildjournalismus 1925-1935
  • Kamera im Krieg 1939-1945
  • Eine neue Zeit?. Die „Photographie humaniste“ 1930-1960
  • Subjektive Fotografie 1950 – 1960
  • Fotografie des Neurealismus 1945 – 1960
  • Fotografie in Spanien 1945 – 1960
  • Fotografie in Portugal 1945 – 1960
  • Fotos wie gedruckt II. Bildjournalismus 1945 – 1975
  • Personal Exposures I. Fotografierende Autoren 1950 – 1970
  • New Color Photography 1945 – 1980
  • Leica in Japan 1960 – 2000
  • Personal Exposures II. Fotografierende Autoren 1980 – 2010
  • Leica in der Mode 1960 – 2010

Ich bin sehr gespannt und hoffe, dass der Ankündigung entsprechend nicht ständig auf der Welle, alleine die Leica sei zu solchen Bildern fähig, geritten wird. Das wäre ein wenig anstrengend. Ach, ich freu mich!