Lytro Illum – First Contact

Photographie / Test

LYTRO-ILLUM_3-quarter

Nein, mein Spieltrieb ist von der Konsumblockade zum Glück nicht nachhaltig berührt und so war ich dann doch neugierig, als ich die neue Lytro Illum Lichtfeldkamera bei Calumet in Hamburg sah. Freundlicherweise reichte man mir da Gerät sehr bereitwillig über den Tresen und ließ mich damit etwas herumspielen.

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Meine erste Überraschung war die Größe der Kamera, denn ich hatte sie nach all den bisherigen Berichten etwas kompakter erwartet. Die Lytro ist damit nicht wirklich unhandlich, aber die gesamte Ergonomie lässt die vorwiegende Zwei-Hand-Nutzung als die beste Wahl erscheinen.

Das Display macht einen ganz guten Eindruck, soweit ich das beurteilen kann, weil ich ja nur drinnen unter Kunstlicht mit dem Apparat hantierte. Das Touchdisplay reagiert gut und ich stellte gleich fest, dass ich noch gefangen bin in der Annahme, ich müsste einen Punkt im Bild scharf stellen, was – wie die interessierten Betrachter wissen – bei einer Lytro nicht nötig ist.

Ein Mitarbeiter von Calumet war dann auch noch so entgegenkommend, dass er mir einige seiner mit der Lytro erzielten Ergebnisse am Apple iMacamaz zeigte und dort nicht nur bewies, dass man mit diesem Bild interaktiv arbeiten kann. Das mit den Schärfepunkten hatten wir schon angerissen, leichte perspektivische sind auch möglich, darüber hinaus kann man aus einem Bild kleine Kamerafahrten realisieren.

Das sind in meinen Augen alles ganz kurzweilige Features, aber ich hoffte, dass bei der zweiten Generation von Lichtfeldkameras der Firma Lytro (Das erste Modell: Lytro Lichtfeldkamera (8GB, 11 Megaray, 8-fach opt. Zoom) graphiteamaz) etwas mehr für den, sagen wir, altmodischen Fotografen, der seine Bilder auch mal ausdrucken/abziehen will, bieten kann.

Sie kann es nicht. Die mit einem kleiner als 1 Zoll im Querschnitt messenden Chip aufgenommenen Bilder haben doch noch mitunter erhebliche Probleme mit ausgefressenen Rändern, mit Artefakten oder einer eher überhaupt nicht knackigen Schärfe.

Mein erstes Fazit hatte ich auch schon mal per Twitter in die Welt hinaus posaunt: Ich bin nicht reif für diese Kamera. Vermutlich ist es aber so, dass die Kamera nicht reif ist für mich. Ich bin weiter der festen Überzeugung, dass Film besser ist als Datenträger, wenn man etwas aufheben will und ich glaube auch, dass ein Bild eine ganz andere Wirkung hat, wenn man es in die Hand nehmen kann. Ich will nicht erst ein Tablet oder was auch immer in zehn Jahren State of the Art ist, um meiner Tochter dann ihre Babyfotos zu zeigen. Nicht unbedingt um ihres Willen – um meines!

Beispielbilder: https://pictures.lytro.com