ACDSee Mac Pro – die Betrachtung

Betrachtungen
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Vollbildansicht (Verwalten), iMac 27 Zoll

„ACDSee? Das gibt es noch?“ – Es ging also nicht alleine mir so, auch andere hatten dieses vor vielen Jahren als Bildverwaltungsprogramm kennengelerntes Werkzeug schon als auf der Strecke geblieben betrachtet. Ich erinnerte mich nebulös daran, wie ich noch unter Windows 95 oder Windows 98 meine Fotos mit ACDSee zu ordnen und bändigen versuchte.

Mittlerweile waren etliche Jahre ins Land gegangen, ich hatte mit der OSX-Vorschau und Lightroom plus Photoshop meinen „Workflow“ gefunden und dann kam das Angebot, ich könnte mir ACDSee, was ich immer noch für eine Hommage an eine anglo-australische Rockband halte, doch mal ansehen. „Nur gucken …“ darf ich ja mal, heißt es ja, also guckte ich.

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Einzelbildansicht, MacBook Air 11 Zoll

In der Tat traute ich mich dann und installierte das Programm sowohl auf dem kleinen 11er MacBook Air als auch auf dem 27er iMac. Für jemanden, der zu faul ist, die Bilder zu verschlagworten und auch nur vereinzelt dazu kommt, sie bestimmten Ereignissen und Shootings zuzuordnen, ist das Programm durchaus eine gute Hilfe. Ich habe mir irgendwann mal angewöhnt, meine Bilder nach Kamera und Datum zu sortieren und dies vor Jahren beim Einstieg bei Lightroom auch so beibehalten, was sich nun also etwas rächt.

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Hier kommt mir die kleine Ordnervorschau zu entgegen, so dass ich in der Regel gar nicht den Ordner öffnen muss, um zu sehen, was ich da mal hinterlegt habe. Das ist jetzt nicht die Funktion schlechthin, aber für meine Suche dann doch sehr hilfreich. Warum machmal nicht vier Bilder auf dem Ordner gezeigt werden, obwohl derer ausreichend hinterlegt sind, habe ich allerdings nicht ganz verstanden.

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Ansicht RAW-Datei vor Import, ACDSee, iMac 27 Zoll

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Ansicht RAW-Datei vor Import, Lightroom, iMac 27 Zoll

Wobei ACDSee Mac Pro allerdings absolut punktet und Lightroom ganz klar aussticht, ist die Ansicht von RAW-Dateien vor dem Import in den Katalog. Während beim „Platzhirsch“ aus dem Hause Adobe nur eine deutlich verkleinerte Version des Fotos zu sehen ist, punktet das hier heute kurz vorgestellte Programm mit einer großen Ansicht, was ich sehr hilfreich finde.

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Nach den beiden Punkten „Verwaltung“ und „Ansicht“ gibt es natürlich auch noch „Entwickeln“, was die wenigsten Leser und Leserinnen nun vermutlich wirklich überraschen wird. Es gibt hierbei vier Hauptgruppen an Funktionen. In der Feinabstimmung werden Belichtung, Weißabgleich, Farben und so weiter korrigiert, beim Detail legt man Hand an bei Schärfezeichnung, Rauschreduktion, chromatische Aberrationen und entfernt Farbsäume, die Geometrie muss nicht weiter erläutert werden und das Ausbessern beschränkt sich dann auf die Rote-Augen-Korrektur. Alles in allem werden dem User hier schon etliche Werkzeuge an die Hand gegeben, allerdings fehlen da einige Funktionen, die ich in Lightroom nicht missen möchte.

Fazit

Wie ich hier illustriert darlegen konnte, hat ACDSee Mac Pro durchaus einige Funktionen, die mir bislang tatsächlich fehlten und so nehme ich dieses – bis zum 29. Dezember 2014 – für 67,95 € erhältliche Tool gerne auf in meinen Werkzeugkasten. Schön, dass mein alter Bekannter also noch da ist.

In der Verwaltung meiner Bilder ist es mir eine große Hilfe, aber die Bearbeitung bleibt weiter in Lightroom, das aus meiner Sicht nicht nur eine komfortablere Entwicklung bietet, sondern mit der direkten Verbindung mit Photoshop CC und dem brandneuen Exposure 7 (dazu kommt bald ein Test!) den für mich besten Workflow bietet.

2 Kommentare

  1. Jörg sagt

    Hallo, auch ich sortiere vor dem Lightroomimport meine Bilder und nutze dabei den faststone Imageviewer. Meines Erachtens macht der dasselbe wie ACDsee, nur als Freeware ;-)).

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