Panasonic Lumix LX100 – die Betrachtung

Photographie / Test

SONY DSC

So viel Zeit habe ich mir schon lange nicht mehr genommen, um ein Titelbild für eine Betrachtung zu basteln und wenngleich offensichtlich wurde, dass ich ein wenig aus der Übung gekommen bin, bin ich nicht unzufrieden. Das Titelbild aber soll nicht Thema sein, Thema ist die Kamera und die wurde bewährt subjektiv betrachtet, es wurden Messwerte ausgeklammert und alle Beispielbilder bearbeitet.

Der erste Eindruck

Hochwertig und griffig. Das war in der Tat mein erster Eindruck dieser kleinen Kamera, die zwar schon sehr kompakt daherkommt, aber für die Jackentasche dann nicht zuletzt ob des doch etwas weit herausstehenden Objektivs vielleicht etwas zu groß ist. Sie taugt aber bestimmt, um unauffällig um den Oberkörper baumelnd durch Urbanes und Gegend getragen, auf Familienfesten oder Partys genutzt oder ähnliche Gelegenheiten genutzt zu werden.

Leica-D-Lux_left_1

Die nahezu baugleiche Leica D-Lux

Mit einem aktuellen Straßenpreis von rund 650 Euro kommt sie schon etwas kostspieliger daher als diese oder jene System- oder Spiegelreflexkamera, liegt aber im mittleren Rahmen für hochwertige Kompaktkameras. Die Erwartungen sind also dementsprechend hoch.

Technische Eckdaten und Ausstattung

Die Eckdaten trage ich einmal ganz pragmatisch zusammen aus der Presseinformation, die Panasonic im September des letzten Jahres zur Kameravorstellung vorbereitet hatte. Da kann ich mich nicht vertun und Platz für Subjektives ist da auch noch nicht.

Die Panasonic Lumix DMC-LX100EGK amaz verfügt über einen FourThirds-MOS-Sensor, 16MP/12,8 Megapixel effektiv, erlaubt die Wahl zwischen den Aufnahmeformaten 4:3/3:2/16:9 und verfügt über ein Leica DC Vario-Summilux 1,7-2,8/10,9-34mm (24-75mm KB) mit einer 4K-Fotofunktion. Zur Bildkomposition und -kontrolle bietet die Lumix sowohl einen 7,5cm-LCD-Monitor, 921.000 Bildpunkte, 100% als auch einen Live-View-Sucher (EVF), 2.764.000 Bildpunkte, 100%, Vergr. 0,7x eff.

Weiter ausgestattet ist das Gerät mit einem Hybrid-Kontrast-AF, 49-Feld-Vollbereich, Multi- & Selektiv-AF, Low-Light-AF, AF-Tracking, MF, Fokus-Peak-Anzeige, sie filmt 4K- und Full-HD-Video. Die kürzeste Verschlusszeit liegt bei 1/16.000 Sekunden, Bildserien sind bei voller Auflösung mit 11B/s möglich.

Was der LX100 aber zunächst fehlt, ist ein Blitz. Ein solcher wird zwar in einem kleinen Beutelchen zum Aufschieben auf den Blitzschuh mitgeliefert, aber ich empfinde die Aufteilung als nicht optimal. Auch nicht mit an Bord ist GPS, was bei nicht wenigen günstigeren Kompaktkameras mit an Bord ist. Gewiss ist über die Smartphone-App Geotagging möglich, ebenso wie Fernbedienung der Kamera und einiges mehr, aber das ist nur halbwegs komfortabel, wenn man nur die Koordinaten sammeln will.

Sensor

Eine etwas genauere Betrachtung verdient der Sensor der LX100. Erstmals stolperte ich in einem Vergleichstest in der COLORFOTO darüber, wo es heißt Damit das Ob­jektiv nicht zu groß wird, nutzt die Panasonic jedoch nur 76% der Sensor­fläche mit effektiv 12,8 Megapixeln und kommt auf einen Bildwinkelfaktor von 2,2 statt 2,0 wie bei 4/3-Kameras üblich.

Dann habe ich doch gleich einmal nachgefragt, weil ich das genauer wissen wollte und bekam über Panasonic Agentur Ergänzendes: Die Teilnutzung des Sensors erklärt sich unter anderem dadurch, dass bei voller Nutzung die Kompaktheit, Lichtstärke und Auflösung/Qualität des Objektivs so nicht erreicht worden wäre. Auch ist die Miniaturisierung des Objektivs erst durch eine komplette Neuentwicklung möglich geworden. Für die meisten Anwendungen reicht die Auflösung durchaus aus, da auch für Titelseiten meist eine Auflösung von 8MP (=4K-Foto) ausreichend ist.

Technisch ist das den Ergebnissen nicht abträglich, allerdings ist die Sensorfläche von ursprünglich 17,3 x 13 mm (lt. digitalkamera.de) auf 76 Prozent (lt. COLORFOTO), also 13,15 x 9,88 mm geschrumpft, was die Panasonic Lumix DMC-LX100EGK amaz schon wieder dicht dran bringt an die 13,2 x 8,8 mm, die der 1-Zöller der Sony DSC-RX100 III amaz, dem von mir als schärften Konkurrenten ausgemachten Mitbewerber.

Bedienung

1024_051_FY2014_LUMIX_LX100_backKlar und schnörkellos ist die LX100 designed und dieses setzt sich auch fort in der Bedienung. Ich habe, wie immer, darauf verzichtet, die Bedienungsanleitung zu benutzen – ich hätte sie unterwegs ohnehin nicht dabei, wenn sich eine Frage ergibt. Es muss also so gehen und das tut es mit den recht kleinen Bedienelementen trotz meiner großen Hände ziemlich gut.

Die Einstellung von Verschlusszeit, Blende (am Objektiv) oder Belichtungskorrektur wird in Anlehnung an klassische hochwertige Kameras mit Einstellrädern vorgenommen, was haptisch alles einen guten Eindruck macht und besonders freute mich, dass der Regler für die Belichtung sich nicht so leicht aus Versehen verstellte, wie bei meiner Fuji X100. Das war immer sehr lästig.

Auf der Rückseite findet man rund um das Wahlrad unter anderem mit ISO, Weißabgleich und Aufnahmemodus die mir wichtigsten Funktionen, Wiedergabe, WLAN, Display und so weiter sind auch leicht zu erreichen. Wenn man das Menü dann doch mal aufrufen muss, dann findet man dieses aufgeräumt vor. Alles ist zunächst mal weitgehend unkompliziert. Ich hätte mir noch ein Gewinde für den Drahtauslöser, aber das scheint den meisten Herstellern heute zu retro, wenn man auch per Smartphone steuern kann. In Wahrheit ist das aber viel komplizierter und sperriger, was der vergrößerte Funktionsumfang in etlichen Situationen nach meinem Dafürhalten nicht ausgleicht.

Ergebnisse

P1000160-Bearbeitet

ISO 400, f4,5, 1/8 (aus der Hand)

Gut, sie sind gut, die Ergebnisse. Man hat einen großen Aufwand betrieben, um Sensor und Leica-Objektiv abzustimmen und das sieht man den Bildern auch an – das bringt inhaltlich nichts, aber die Leistungsfähigkeit der Kamera-Objektiv-Kombination steht einem guten Bild nicht im Wege.

Alsterhaus

ISO 1250, f5.6, 1/1000 (Serienbildfunktion)

Gewiss darf man die Frage stellen, ob 12 Megapixel zeitgemäß sind und wer gerne croppen will, gerät an seine Grenzen, aber dann muss man halt wieder etwas disziplinierter unterwegs sein. Einen ganz lesenswerten Beitrag zu Pixelzahl und Sensorgröße hat das Bildbearbeitungsmagazin DOGMA im Zusammenhang mit Canons 50 Megapixel-Monster verfasst, aber der gilt auch und gerade in der kleineren Klasse.

P1000340-Bearbeitet

ISO 2000, f1.7, 1/100

Ich habe jetzt mal wieder keine Bilder out of cam vorgelegt, wie man sie imm in Foren findet, aber ich zeige meine Bilder ja auch sonst nicht unbearbeitet und finde, es ist entscheidend, was am Ende dabei herauskommt. Wer es pur und technisch haben will, dem lege ich mit allem Nachdruck die Ergebnisse der Sportsfreude von DxO als Herz – die Seite gilt gemeinhin als absolut anerkannte Referenz.

P1000132-Bearbeitet-Bearbeitet

ISO 400, f5, 1/125

Fazit

Ich hatte ja schon angedeutet, dass die LX100 mit 114,8 x 66,2 x 55mm (B x H x T), ca. 391g (mit SD-Karte und Akku) etwas zu groß geraten ist, um als Jackentaschen-Immer-dabei die Spitzenposition einzunehmen, den Titel hat die Lumix der Sony RX100 III mit 101,6 x 58,1 x 41 mm (B x H x T), ca. 290g (mit SD-Karte und Akku) nicht streitig machen können, aber das wirft sie insgesamt gesehen nicht so sehr zurück.

Was ihr als sehr kompaktes Gerät meiner Ansicht nach eher gefährlich wird, ist die Konkurrenz aus dem eigenen Hause mit der Panasonic DMC-GM5 amaz. Zwar würden mir Nachteile bei der Griffigkeit, wenn man auf den Handgriff DMW-HGR1 amaz verzichtet, negativ auffallen, aber dafür bekommt man mit einem 98,5 x 59,5 x 36,1mm (B x H x T) messenden Gehäuse etwas sehr kleines zur Hand – mit einem Micro Four Thirds-Sensor und einer großen Auswahl auch erstklassiger Objektive. In der Tat muss man mehr Geld aufwenden, aber wenn im Lastenheft „kompakt“ und „hohe Bildqualität“ ganz oben stehen, dann ist sie gewiss einen Blick wert.

Wenden wir den Blick noch einmal auf den Gegenstand der Betrachtung. Insgesamt also fällt das Urteil sehr positiv aus. Der externe Blitz gefällt nicht, der Fernsteuerung per Smartphone und damit die Mehrgerätelösung oder Auslagerung von Funktionen hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck, aber im alltäglichen Einsatz haben auch Serienbildfunktion oder die Bildstabilisation ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt und unterstrichen, dass man mit der LX100 ganz vortrefflich durch den Alltag kommt.

One more thing …

Leica-D-Lux_front

Wer mit all dem, was die Panasonic Lumix DMC-LX100EGK amaz bietet, noch nicht ganz zufrieden ist, es noch ein wenig glamouröser braucht, kann natürlich auch von dieser hochwertigen Lumix das Leica-Pendant bekommen. Es kostet mit 995,00 Euro etwas mehr und die praktischen Griffe sind verschwunden, aber es gibt den roten Punkt und Prestige.