Ohne Smartphone

Bloggerkram

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Jetzt habe ich rund drei Monate durchgehalten und ein Leben ohne Smartphone in Hosen- oder Jackentasche geführt. Soweit, so erstaunlich. Dabei muss ich gleich einräumen, dass ich zur Arbeit in der Regel ein kleines Tablet in der Umhängetasche mitnehme – ein synchronisierter Kalender ist bei der Koordination von mehreren Dienstplänen ein Luxus, den ich nicht missen will.

Und dennoch hat sich mein Onlineverhalten verändert und ich finde es nicht schlecht. Ich lese in Bus und Bahn wieder Bücher, ich haue nur ein Drittel von dem raus, was ich früher über Instagram verteilte, es wird weniger getwittert, wobei die Qualitätsoffensive noch ein bisschen hängt und ich bin nicht mehr so unhöflich, in Gegenwart sogar sehr geschätzter Menschen beiläufig auf das Smartphone zu glotzen.

Was mir jetzt natürlich verwehrt bleibt, ist die blitzschnelle Schnappschusskamera mit Sofort-Teil-Funktion. Ich habe es alternativ mit der Olympus XA versucht, aber wir kamen nicht so recht zusammen. Die Sony QX10 amaz hätte ich zwar noch, aber mit dem Halter, den ich habe, könnte ich das Ding nicht an mein Tablet setzen. Es bleibt also zunächst, die Ricoh GR amaz – keinesfalls die schlechteste Wahl, wie ich meine, aber es fehlt ihr WLAN und so ist der Transfer auf das Tablet, das selbst über eine bemerkenswert miese Kamera verfügt, nicht so schnell möglich.

Hat mich dieses „Bootcamp“ nun schon geheilt, werde ich nie wieder auf das Display starrend zum Hinder- und Ärgernis auf Fußwegen, selbst wenn ich zurückkehre zum Smartphone? – Ich weiß es nicht, es wird weiter viel Disziplin nötig sein, fürchte ich, aber ich spiele das Spiel erst einmal so weiter, auch wenn mich ein voller SMS-Speicher auf meinem billigen Klapphandy schon wanken lässt und es ließen sich weitere Argumente sammeln, wie das fehlende Außendisplay – ich gehe also zwangsläufig ans Telefon, wenn ich auch gerade mit der Person am Ende überhaupt nicht sprechen wollte. Früher war also nicht alles besser, aber man hat mehr von dem gesehen, was sich jenseits des eigenen Klönkastens abgespielt hat und das ist dann schon irgendwie besser.

Ich gehe mal Fotos machen.