Die richtige Kamera

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Pentanex

Es gibt sie wohl nicht – die richtige Kamera. Warum diese Feststellung? Neulich sprach mich jemand in einem Forum an, in dem ich meine mittlerweile verkaufte Sony NEX-6 feilgeboten hatte. Dieser Fotofreund war sich unsicher, ob er sich um den Kauf meiner Kamera bemühen sollte oder ob er vielleicht doch eine Vollformatkamera kaufen sollte.

Diese Frage ist so aus dem Stehgreif nicht wirklich zu beantworten. Die Sorge des Fragenden waren aber nicht Preis oder Gewicht der Ausrüstung, er war sich nicht sicher, ob er „gut genug“ sei, um mit einer Vollformatkamera durch die Gegend zu laufen. Da erinnerte ich mich daran, dass jemand, den ich sehr gut kenne, auf flickr.com einmal von einem nachweislich talentfreien Fotofreund angemacht wurde, weil er mit einer Vollformatkamera ein recht durchschnittliches Bild gemacht und es hochgeladen hatte.

Damals war ich sehr wütend, weil es sich kein Mensch herausnehmen sollte, darüber zu urteilen und es anonym dem Fotofreund um die Ohren zu hauen. Ich riet dem jetzt fragenden Zweifler, er möge sich kaufen, was er vor sich und alleine vor sich rechtfertigen kann. Wenn er hinreichend solvent ist und es sich leisten möchte, dann möge er es tun – zumal z.B. die Sony Alpha 7 mit Kit-Objektivamaz schon fast unverschämt günstig am Markt zu haben ist. Einige ABS-C-Modelle anderer Hersteller sind mitunter sogar teurer.

Eine gute Kamera macht einen Fotografen nicht besser, aber wenn der Fotofreund nun viel Freunde an dem Gerät hat, dann ist es doch nur legitim, wenn er es kauft. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir vor 20, 30 Jahren zunächst eine Pocket-Kamera-Karriere durchlaufen mussten, bis es uns von höchster Instanz gestattet war, eine Kamera mit 35mm-Film zu besitzen.

3 Kommentare

  1. Schöner Beitrag :)

    Genau so wie der Mythos, dass man, wenn man gut genug ist, eine Vollformat kaufen „muss“. Nur damit kann man sich weiterentwickeln und tolle Bilder machen, alles andere ist nur Spielerei. Naja. :D

  2. Das erinnert mich an ein Gespräch in meinem Bekanntenkreis zu analogen Zeiten, als jemand mit einer brandneuen und sündhaft teuren Kamera zum wöchentlichen Treffen kam.

    „Wieso brauchst Du so eine teure Kamera? Du machst doch ohnehin blos grottenschlechte Bilder!“
    „Was Du darüber denkst ist mir egal, aber ICH habe jetzt noch mehr Spass an meinen grottenschlechten Bildern!“

    Damit, denke ich, hat er für viele Fotoamateure alles wesentliche für gesagt.

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