Hochzeitsfotograf honoris causa

Photographie

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Zunächst einmal war es eher ein sanfter aber bestimmter Druck, der auf mich ausgeübt wurde als Gabi und Malte mir eröffneten, dass sie ihre Hochzeit von mir fotografiert haben wollten. Immerhin hatten sie die Bitte nicht mit „Du hast doch so eine gute Kamera“ begonnen, sondern behauptet, mein Blick für Situationen und die gegenseitige Vertrautheit hätten ihre Entscheidung zu einer unumstößlichen gemacht.

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Ich wehrte mich tapfer, schlug gute Hochzeitsfotografen vor, doch am Ende war ich es dann doch, der entschieden aushandelte, auf der Feier selbst aber von allen Pflichten entbunden zu sein und auf das mehrfach angebotene Honorar verzichten zu dürfen. Ich packte also meine Tasche mit zwei Sony a850, mit denen man trotz des technischen Fortschritts immer noch Bilder machen kann, und bestückte die eine mit einem Weitwinkel-Zoom und wechselte auf der anderen ein 50mm- und ein 85mm-Objektiv ab.

Geheiratet wurde im Hörsaal des Völkerkundemuseums zu Hamburg, einer ziemlich großartigen Örtlichkeit für eine solche Veranstaltung. Es muss ja nicht immer Leuchtturm, Heißluftballon oder Unterwasser-Trauung sein.

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Die Fotos bearbeitete ich dann recht zügig, hielt eine Mischung aus Farbe und Schwarz-Weiß nach Rücksprache mit meinem Bauchgefühl für richtig und präsentierte die Ausbeute dann den Eheleuten nach Rückkehr aus den Flitterwochen zunächst als kleine Auswahl in Form eines gedruckten Leporellos und schließlich auf dem Tablet. Man war augenscheinlich zufrieden mit den Ergebnissen. Es war mir eine Ehre.

4 Kommentare

  1. Lieber Herr Spiegelberg,

    schön aufgeschrieben und mit Begeisterung gelesen, vor allem aber betrachtet.
    Vielen Dank für diesen kurzen und netten Einblick in Ihre Arbeit!

    Beste Grüße
    Björn

  2. Sehr nett geschrieben und das, was man sehen kann, ist sehr ansprechend. Ich gehe davon aus, dass du das Paar sehr glücklich machen konntest (fototechnisch).

  3. Markus sagt

    Ich hatte kürzlich das Vergnügen, einem gemieteten bei der Arbeit zuzusehen und es war echt ein bisschen spannend, den da am rotieren zu haben. 500 Bilder kamen dabei heraus (im Preis inbegriffen) und „gute Bilder sind kein Zufall“ war sein Credo, aber am Ende hatte ich das strenge Bedürfnis nach einer schrägen Tischplatte für gerade Bilder und das tragische Gefühl von „wenn man’s nicht selber macht“ – zumal ich so oder so auf keinem Foto zu sehen bin. :)) Then again, so war’s mir lieber – nicht mein Stress.

    So. Also. Sauber gemacht. Gefällt! :)

  4. Stephan sagt

    Auf der Feier selbst hat dann auch ein anderer Gast mit einer sehr guten Kamera Fotos gemacht. Blitz hatte er auch.

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