Posts in Category: Betrachtungen

Voigtländer Bessa III – die Betrachtung

Mein Herz hat sie schon lange erobert, ich habe sie ja auch schon eine Weile und mich sehr gerne auf die Kamera eingelassen. Daher dachte ich, es wäre nur konsequent, wenn ich wie bei der Fotografie mit der Bessa III auch beim Blogpost „hybrid“ vorgehe. Die „Aufnahme“ erfolgt analog, um dann gescannt im Internet verfügbar zu sein. Ich habe also den Text vorgeschrieben auf meiner Olivetti Valentine und ihn dann durch den Epson V700 gezogen.

Alien Skin Exposure X2 – die Betrachtung

Ich hatte neulich in einer Facebook-Gruppe auf die Frage, mit welchen Programmen man seine Bilder bearbeiten würde, knapp aufgelistet Adobe Lightroom, Adobe Photoshop, Alien Skin Exposure. Andere User waren über solche Stichpunkte nicht hinaus gegangen und ich nahm an, dass nicht bekannte Software ja schnell via Google bekannt werden würde. Ich irrte! Wenige Augenblicke nach meinem knappen Beitrag meldete sich eine Person mit den zackigen Worten was ist denn bitte alien skin exposure???“. Ich hatte wirklich Hoffnung, dass er es herausfinden würde und schrieb Du wirst es herausfinden! Allerdings wollte er das gar nicht und wurde pampiger als er fragte werde ich das?? besten Dank für die fachlich fundierte Antwort …..

Voigtländer Nokton f0.95 17,5mm – die Betrachtung

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f0,95 ist das GTI unter den Objektivfreunden. Wenn es dann auch noch Nokton heißt, hat man karierte Sitze, silberne Pirelli-Felgen und den Golfball-Schaltknauf. Dieser Lichtriese war mein absoluter Traum – ich habe meine Sony NEX aufgegeben, nur um dieses Objektiv nutzen zu können. Natürlich wird einem der Physiker erklären, dass f0,95 bei einem MFT-Sensor nicht so heiß ist, wie bei Vollformat, aber man kommt mit dem Voigtländer MFT 17,5 mm / F 0,95 Nokton asphärisch etwas günstiger weg als beim Leica Noctilux und es ist ein wenig leichter, wenngleich 540 zu 700 Gramm den Kohl auch nicht mehr fett machen.

Impossible Instant Lab – die Betrachtung

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Wenn „Haben ist besser als Brauchen“ mal wirklich gut passt, dann beim Instant Lab von Impossible. Ich hatte es für rund 80 Euro von einem Fotofreund gekauft, der damit nach kurzer Nutzungsdauer nichts mehr anfangen konnte und es mir mit eingelegtem praktisch vollem Film überließ. Am Ende zahlte ich für ein wirklich gut erhaltenes Gerät also nur rund 60 Euro. Da meckerte ich nicht.

Panasonic Lumix G70 – die Betrachtung

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Eine Kamera auszuprobieren, bevor man sie sich möglicherweise kauft, ist ein Luxus, den ich durchaus genieße. Ich hatte also bei Panasonic vorgefühlt, ob es vielleicht möglich sei, die ziemlich neue Lumix G70 mit dem 2.8/12-35-Objektiv und dem MS2-Mikrofon zu testen und man gab meiner Bitte gerne statt. Vielen Dank dafür!

Hasselblad XPan – die Betrachtung

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Prolog – Es gibt ja Kameras, die sind zeitlos und ich bin kaum bereit, dieses Prädikat einer digitalen Kamera zu verleihen, ich denke, es steht nur sehr ausgewählten Apparaten zu, auch wenn sie ein wenig Etikettenschwindel betreiben und gar keine Schwedin sind, sondern eine Japanerin. Die Hasselblad XPan ist nämlich in Wirklichkeit eine Fujifilm TX1 Panoramakamera mit Messsucher in leicht anderem Kleid und sie ist sehr gut!

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Die Besonderheit – Der Kleinbildfilm wird in der Kamera nicht nur in der Standardgröße von 36×24 mm belichtet, was geht, aber witzlos ist, sondern auch im Format 65×24 mm, wobei dann statt 36 Aufnahmen derer 20 zur Verfügung stehen. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass man heutzutage ja alles digital machen könne, einfach einige Bilder neben einander aufnimmt, sie zusammenfügt und die Verzeichnungen heraus rechnet. Das geht in der Tat bei diesem oder jenen Bild, aber ich würde es bei Langzeitbelichtungen oder Portraits oder Bildern, auch denen Bewegung zu sehen ist, nicht machen wollen. Die XPan bannt das Foto mit einem Schuss. Manch einer mag nun einwenden, man könne ein mit einem Weitwinkelobjektiv aufgenommenes Bild ja oben und unten beschneiden – solche Leute glauben auch, dass das Bild nicht bei der Aufnahme gemacht wird. Wer die ganzen Vorzüge noch etwas blumiger, etwas euphorischer, etwas dings lesen möchte, dem steht auf hasselbladpages.com der Originalkatalog zu Ansicht und Download zur Verfügung.

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Bedienung – Die Bedienung geht sehr übersichtlich von statten. Vorne auf der Kamera haben wir Blitzsync-Anschluss, ISO-Wahl und die Objektiventriegelung. Oben wählt man die Belichtungszeit (A und B bis 1/1000s) sowie Belichtungskorrektur (-2 bis +2), löst aus und hat den digitalen Bildzähler. Der Anschluss für den Drahtauslöser befindet sich rechts an der Seite, das Bildformat wird an der Rückseite gewählt, dort befindet sich auch ein Display, das z.B. bei Einsatz der Belichtungsautomatik die Verschlusszeit anzeigt oder die ISO-Zahl.

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Marktlage – Ich klammere bei der Betrachtung einmal die XPan II aka TX2 aus, auch wenn die Fujifilm mit dem Holzgriff wirklich sehr „sexy“ daherkommt, aber wer baut schon eine derart emotionale Verbindung zu seinen Kameras auf? – Äh, also ich war erstaunt darüber, wieviele XPans auf dem Markt angeboten werden. Zumeist mit dem auch von mir in der Regel benutzten 45mm-Objektiv liegt der Preis derzeit so um 1400 Euro, das 90mm-Objektiv ist ab 500 Euro zu bekommen, aber ich nutze es selten. Die dritte Linse im Angebot ist das 30mm, das zusammen mit dem Sucher gut und gerne 1800 bis 2500 Euro kostet und das Budget vieler wird sprengen dürfen. Oft gesucht werden auch noch ND-Centerfilter, die einige Fotofreunde und -innen ob der leichten Vignette für unabdingbar halten und zum Teil hunderte Euro zu investieren bereit sind. Das kann man bei hybrider Verarbeitung auch leicht und locker in Lightroom lösen. Wem Markennamen nicht so wichtig sind oder einem modischen Trend folgend und den eh abzukleben gedenken, sollten sich auch nach der Fujifilm TX1 umsehen, denn die ist oftmals um einiges günstiger zu bekommen.

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ReparaturFragen Sie Ulf Kühn! Das wird man vermutlich dem Anrufer bei Hasselblad in Ahrensburg mitteilen, wenn der Techniker nicht schon in den Ruhestand gegangen ist. Ulf Kühn hat in Japan die Reparatur der XPan gelernt und hat mir ausführlich geschildert, wie er mit der Panoramakamera gearbeitet hat. Das klang sehr glaubhaft! Ich hatte leider schon einmal vor dem Gespräch Reparaturbedarf und da konnte Marek Wiese in Hamburg gut helfen. Vergleiche dazu meine Übersicht: Zur Analogfotografie in Hamburg heute. UPDATE August 2015: Ulf Kühn ist derzeit wie folgt zu erreichen: Ulf Kühn Service, An der Strusbek 32, 22926 Ahrensburg, Tel. 04102-49136, Mail: ulf-kuehn@t-online.de.

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Fazit – Im Katalog, auf den ich weiter oben hingewiesen habe, heißt es flötend gut gelaunt: „Wie wär’s mit etwas Hasselblad für unterwegs? Leben ist Bewegung: Das Leben ist unerwartet, unvorhersehbar und spontan. Es ist flexibel, dynamisch und kann Sie an ziemlich ausgefallene Orte verschlagen.“ Brechen wir das hier ab … Mir taugt die Hasselblad XPan nicht als „Immer-dabei“, dafür ist sie mir im Vergleich mit der Zeiss Ikon ZM zu schwer und zu unflexibel. Die beiden Objektive, die ich habe, verfügen über eine Einstiegsbrennweite von f4, was für Panoramen völlig ausreichend ist und auch Portraits lassen sich damit realisieren – das ist keine Frage -, aber als Universalkamera sehe ich sie nicht, sie ist eine Spezialistin, was das Format betrifft. Ich habe sie mir vor einem knappen Jahr gekauft mit Blick auf meinen Urlaub auf Island und dort war sie perfekt, ich kann sie mir auch mehr als lebhaft vorstellen auf den Straßen von New York oder Tokyo, auf Helgoland, zur Not auch für lästig große Hochzeitsgesellschaften, wo jeder mit auf’s Bild, aber unter keinen Umständen in die zweite Reihe will. Ich lege die XPan also all jenen unbedingt ans Herz, die einen soliden Fotoapparat in der Hand halten möchten, die vermeintliche Normen des Formats von 3:2 u.ä. unbedingt verlassen wollen, die Film lieben, die Geschmack haben und stilsicher sind und die eine Ahnung davon haben, worauf sie sich einlassen.

ha mu bu ru gu

Sony QX100 – die Betrachtung

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Kein Sucher, kein Display, keine RAWs, kein Blitz, nicht einmal ein Netzstecker, um den Akku in der „Kamera“ aufzuladen und das alles für einen Listenpreis von rund 450 Euro, der mittlerweile (Juni 2014) auf einen Straßenpreis bei amazon.de von 290 Euro gefallen ist. Das klingt nicht nach einem Schnäppchen, aber wenn man sich vor Augen hält, dass man im Grunde eine RX100 II – so sagte man mir auf dem Alpha-Festival – bekommt, nur eben ohne Display, Blitz oder Blitzschuh, für einige Hundert Euro weniger, könnte man annehmen, einen verdammt guten Deal zu machen.

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Ob man das tut, will ich hier – in einem nach Update der Sony PlayMemories-App und meinem neuen Wissen über die Arbeit mit Android überarbeiteten Beitrag – versuchen zu beantworten und es wird vielleicht ein wenig kompliziert. Handeln wir also die technischen Daten der QX100 mit einem Link auf die Webseite von Sony Deutschland soweit ab, dass nur noch festgehalten wird, dass der Chip mit einem Zoll recht groß ist, 20,2 Millionen Pixel aufzunehmen hat und mit einem Zeiss-Objektiv mit einer im Kleinbild 28-100mm entsprechenden Brennweite aufwartet und eine Anfangsblende von f1.8 wahrlich beeindruckend klingt.

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out of cam, ISO 3200, f1.8, 1/5 sec.

Das Objektiv ist für das einer Kompaktkamera fraglos eine sehr gute Scherbe und der Prozessor ist mehr als brauchbar, wie meine kleinen Reviews zu RX100 und RX100 II untermauern sollen, aber so spannend, wie die Lichtstärke klingt, ist sie dann doch nicht. Im Telebereich haben wir mitunter eine „Offenblende“ von f4.9, gerade da, wo für Portraits etwas mehr Bokeh ganz schön wäre. Das muss eine Kompaktkamera bestimmt nicht leisten, aber wenn man auf die f1.8 schon so oft in den Vordergrund schiebt, sei ein Blick ans andere Ende gestattet. Mitbewerber geben an, lichtstärkere Objektive zu verbauen, allerdings bei zum Teil deutlich kleineren Sensoren, was wieder sehr für das spricht, was Sony mit der QX100 anbietet.

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Sensorgrößen im Verhältnis – freilich nicht tatsächliche Abmessungen

Soweit so normal, muss ich nun doch auf das Spezielle der QX-Reihe, die noch die kleinere QX10 umfasst, eingehen. Da diese Geräte sowohl zu Android- als auch zu iOS-Geräten kompatibel sein sollen und in der Regel, wenn überhaupt, nur per Klammer oder als Xperia Z oder Z1 per „Handyschale“ (siehe oben) mit diesen verbunden sind, findet die Verbindung zu Smartphone oder Tablet über WiFi statt. Sony-Geräte mit Nahfeldkommunikation (NFC) koppeln in der Regel relativ schnell, bei einem iPhone/iPad ist es mitunter schon etwas lästiger, schließlich muss man in den Einstellungen den Hotspot, den die Kamera aufbaut, auswählen. Diese Verbindung ist nach dem Update der App schneller geworden, aber für das schnelle „Kamera raus und abgedrückt“ ist es doch immer noch zu aufwändig. Da erhoffe ich mir in Zukunft noch Verbesserungen. Ist das Duo aber erst einmal verbunden, kann man zum Beispiel auf einer Feier munter losknipsen.

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Sony hat ja vor einiger Zeit mitgeteilt, dass man auch externe Entwickler einlädt, an der Weiterentwicklung der Software mit zu arbeiten, und das ist durchaus nötig. Es stehen dem Nutzer derzeit nur rudimentäre Einstellmöglichkeiten zur Verfügung. Man darf sich drei Automatiken hingeben oder die Blende bestimmen. Es ist weder möglich, die Verschlusszeit zu bestimmen, noch – und das macht es dann etwas schwierig – die ISO einstellen. Dass die App darüber hinaus noch einigen Komfort mehr, die die Anzeige des Telefonakkus, zumindest bei Sony-Geräten, bieten könnte, notieren wir mal mit Bleistift, aber die Beschränkungen für die unmittelbare Fotografie sind durchaus „ungewohnt“, vor allem, wenn man die RX100 und deren Nachfolger kennt.

Auf Nachfrage gab man mir zu bedenken, dass das Gros dieser angesprochenen Defizite durch ein Firmware-Update zu beheben sind – der Ist-Zustand ist der zur IFA 2013 in Berlin und manchmal muss man eben Termine einhalten. Ich hätte mir auch gewünscht, dass die GPS-Daten erfasst oder vom Telefon übernommen werden. Ich habe keine derartige Option gesehen und auch die Kollegen von dpreview vermerken ein „No“ bei der Frage, ob GPS angeboten würde. Ob das per Firmware zu lösen ist, und wenn ja, für welche Plattform, vermag ich nicht zu sagen. Was ich mich gleich zu Beginn gefragt hatte, war, ob der zusätzliche Akku-Verbrauch beim iPhone mich besonders stören würde, wo ich denn oft genug am Abend bei nur noch 10-20% bin. Dem war nicht so. Wenngleich das Display vermutlich immer ähnlich viel Strom verbraucht, wenn es eingeschaltet ist, bin ich in den Testtagen niemals mit leeren Akku zum Aufhören verdammt worden. Das wird aber gewiss nicht klappen, wenn man Telefon mit QX den ganzen Tag „im Anschlag“ hat.

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out of cam, ISO 160, f8, 1/180 sec.

Fazit – Ich finde es mutig und sehr interessant, dass Sony sich immer wieder vorwagt und vielleicht ungewöhnliche Projekte bis zur Serienreife bringt. Dass sich die Japaner getraut haben, mit der RX1 eine kompakte Vollformatkamera oder mit der A7(R) eine Systemkamera mit Vollformat auf den Markt zu bringen, hat mir durchaus imponiert, auch die Abkehr von der klassischen DSLR war gewiss ein Wagnis, wie nun auch die QX100 – mehr noch als die kleine Schwester, die QX10. Man hat damit mehreren Punkten Rechnung getragen: 1) Immer mehr Fotos werden mit dem „Handy“ gemacht und geteilt. 2) Warum sollte man die Kunden für etwas extra zahlen lassen, was sie ohnehin immer bei sich haben: den mobilen Internetzugang und ein Display?

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Insgesamt gilt es also festzuhalten: Es funktioniert, aber nicht nur die im Text von mir aufgeführten Hürden, Beschränkungen oder der so überschaubare Lieferumfang ließen mich skeptisch zurück, auch die schiere Größe eines Gerätes, das vom Verzicht lebt, irritiert mich – und andere, wenn ich mit angesetzter Kamera mal ans Telefon gehen muss! (ó_ò)

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Die QX100 ist betriebsbereit viel tiefer als meine aktuelle „Immer-dabei“ Ricoh GR. Die hat zugegebenermaßen nur eine Festbrennweite, aber auch einen ausgewachsenen APS-C-Sensor an Bord, ist viel schneller bereit, bietet mir die vermissten Einstellmöglichkeiten und ist damit als Fotoapparat unterwegs für meine Zwecke viel geeigneter, aber sie ist auch viel teurer! Da könnte man auf das eingangs skizzierte Argument von der Kostenersparnis wieder aufgreifen …

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Two more things … Wirklich Spaß gemacht hat die QX, wenn ich sie auf ein Lichtstativ gesetzt und sie dann auf eine Höhe von drei bis vier Metern hochgefahren habe. Aus der Höhe hat man eine ganz andere Sicht auf die Dinge, läuft aber auch Gefahr, von Passanten angesprochen zu werden – ich rang mit dem Gedanken, eine Landvermesser-Jacke mit Leuchtstreifen anzuschaffen.

So sehr ich noch diese und jene Funktion in einem – hoffentlich zeitnahen – Firmware-Update noch erhoffe, so interessiert waren doch jene Menschen aus meinem Umfeld, die sich der Fotografie als Hobby nicht hingeben und denen das Modul sehr praktisch erschien. Die QX ist also am Ende gesehen von meiner Warte aus betrachtet eine gute Idee, aber noch nicht ganz fertig und schürt die Vorfreude auf kommende Firmwareupdates.

 

Nachtrag, Juni 2014

Sony hat der Kamera mittlerweile einige Updates spendiert, so können der ISO-Wert von 160 bis 12800 eingestellt, die Blende im A-Modus von f1.8 (Weitwinkel) bis f11 und die Verschlusszeit im S-Modus zwischen 1/2000 bis 30s gewählt werden. Einen ganz manuellen Modus gibt es weiterhin nicht, die Belichtungskorrektur tröstet darüber aber in dieser Kameraklasse fraglos darüber hinweg. Eine ganze Menge neuer Features sind also dazu gekommen. Für eine Schnappschusskamera bleibt sie mir zu wenig spontan, vereinzelte Verbindungsabbrüche stören.

Pentax K-3 – die Betrachtung

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Heute wurde der Vorhang gelüftet: Ricoh Imaging stellt das neue Spitzenmodell der K-Serie, die Pentax Ricoh K-3, vor und ich habe das Glück wie Vergnügen schon am Tage der Ankündigung einen ersten kurzen Review zum neuen Flaggschiff anbieten zu können.

Die K-3 ist nicht die von vielen erwartete Vollformat-Kamera, sondern eine deutlich überarbeitete und verbesserte Version der Pentax K-5 II(s), deren Gehäuse sie in größten Teilen übernimmt. Es gibt einige Unterschiede im Detail, aber sonst haben wir es mit der gleichen „Verpackung“ zu tun. Unter der sprichwörtlichen Haube wartet dann aber auf den Fotofreund unter anderem ein neu entwickelter CMOS-Sensor mit 24 Megapixeln, ein RGB Lichtmesssensor mit 86.000 Pixeln, ein neues Autofokus-Modul SAFOX VI mit 27 AF-Sensoren, davon 25 kreuzförmig angeordnet. Der Arbeitsbereich des AF-Moduls liegt zwischen LW -3 und +18. Selbst bei weniger guten Lichtverhältnissen agierte der AF schnell und genau. Schnell bewegliche Ziele, wie Radfahrer oder Rennautos habe ich leider nicht einzufangen versucht und kann zu diesen Extremsituationen keine Aussagen machen. Insgesamt ist er gegenüber der K-5 II deutlich verbessert, wie mir ein Kollege versicherte, der beide Kameras kennt.

aufgenommen ohne Tiefpassfilter-Simulation

aufgenommen ohne Tiefpassfilter-Simulation

Die Gerüchteküche wusste darüber hinaus schon, dass es zwar keinen klassischen AA-Filter (Tiefpass) geben wird, der Moiré-Effekt jedoch softwareseitig unterbunden werden soll. Das ist halbrichtig, denn die Software steuert die Tiefpassfilter-Simulation nur und zwar in zwei Stufen. Hierfür wird die Sensoreinheit in Microschwingungen versetzt und sorgt so für eine minimale Unschärfe, wie Ricoh Imaging mitteilt.

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Desweiteren verbessert wurde die Bildstabilisierung, es gibt eine Mehrfeldmessung für den Weißabgleich, etliche Setups und Filter gibt es, die ich mir überhaupt nicht angesehen habe, außerdem darf noch notiert werden, dass bis zu 8,3 Bildern in Serie möglich sind wie auch Videoaufnahmen in Full-HD.

Soweit der erschöpfende Technikteil und weiter zur Praxis, was mir immer viel wichtiger ist, denn Datenblätter sind überall erreichbar und sagen über die Arbeit mit der Kamera selten viel aus.

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Handhabung – Das Gehäuse ist von der K-5 II(s) bereits weitgehend bekannt, zeigt sich mit 131,5 x 100 x 77,5 mm ausgesprochen kompakt und dennoch sind alle regelmäßig gebrauchten Funktionen ohne den weiten Weg in die Tiefen des Menüs erreichbar, der AF-Knopf über der Daumenablage dabei übrigens immer wieder, auch wenn ich es nicht wollte. Wie es sich für die Klasse gehört, gibt es zwei Einstellräder in Griffweite, das Modusrad lässt sich feststellen. Ein großes Display oben auf der Kamera zeigt die wichtigsten Informationen, auf der Rückseite wartet die K-3 mit einem mit 3,2 Zoll recht großem Farbdisplay auf – das ist vermutlich zur Enttäuschung vieler Makrofotografen nicht klappbar. Für mich ist dies in den allermeisten Situationen leicht verschmerzbar.

Von der Haptik her bin ich absolut begeistert, alles macht einen sehr hochwertigen Eindruck, die K-3, die gegen Canon EOS 70D, Nikon D7100 oder die Sony SLT-A77 antritt, liegt trotz der geringen Größe sowohl in meiner großen Hand gut, wie auch in der meiner Frau, die deutlich kleiner ist.

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Was die Pentax zu einer wirklich ernstzunehmenden Kamera macht, ohne Vollformat zu bieten, ist unter anderem auch der zweite Steckplatz für eine SD-Karte. Eine „Sicherheitskopie“ gleich während des Shootings anzulegen, ist für all jene, denen eine Karte schon einmal kaputt gegangen ist, ein ganz wichtiges Feature. Weiterhin für den Einsatz in jeder Lebenslage von Belang ist der Umstand, dass auch die K-3 gegen Regen und Feuchtigkeit mit nunmehr über 90 Dichtungen geschützt wird.

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WiFi – Zusammen mit der FLU CARD, einer von Ricoh/Pentax ausgewählten WiFi-Karte, ergeben sich da einige sehr reizvolle Möglichkeiten, wie ich meine. Die K-3 wird dabei mit Computer oder Mobilgerät über Wireless LAN verbunden und erlaubt Fernsteuerung von Kamerafunktionen, wie Belichtungszeit und Blende, ISO-Einstellung, Fokusfeldwahl und schließlich die Auslösung – das Live View-Bild wird dabei auf das verbundene Gerät gestreamt. Leider habe ich diese Funktion nicht austesten können, aber die Möglichkeit von „tethered Shooting“ scheint nicht all zu abwegig zu sein. Schön wäre es, wenn man direkt in Lightroom exportieren könnte.

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Zubehör (die Lage) – Als Sony-Nutzer weiß ich nur zu gut, wie oft man darauf gestoßen wird, dass Canon und Nikon den Markt beherrschen, doch das sollte niemanden abschrecken, der keine breite Auswahl von TTL-Blitzfernauslösern sucht – vermutlich nicht einmal diese. Interessant ist ja immer die Auswahl an Objektiven: Pentax selbst führt zum Beispiel über 40 verschiedene K-Bajonett-Objektive im Programm, Sigma steuert aktuell 36 Modelle bei, Tamron immerhin derer acht und wer Glück wie Geld hat und manuellen Fokus mag, könnte sich noch auf die Suche begeben nach einem gebrauchten ZK-Objektiv von Zeiss. In Sachen Glas scheint die Versorgung soweit gesichert. Einen Gurt bietet Pentax (nach meinen neusten Informationen) an, doch da die K-3 so handlich ist, würde ich ja zum Beispiel ausweichen auf den Artisan & Artist ACAM 103N Kameragurt rot – das gibt einen schönen Kontrast und da der Gurt so breit nicht ist, taugt er auch als – selbstverständlich geschlungene – Handschlaufe.

Fazit – Ich habe die Pentax K-3 in den Stunden, die wir miteinander haben verbringen können, schätzen gelernt. Ohne einen Blick in die Anleitung, die mir nicht vorlag, konnte ich mit ihr sofort losfotografieren. Die Ergebnisse machen einen guten Eindruck, sogar meine hilflosen Schwenks im Videomodus bei manueller Fokussierung funktionierten ganz gut, aber für ein Urteil in dieser Disziplin bin ich leider zu wenig im Thema und liefere auf Basis gefährlichen Halbwissens lieber weiter keine Stellungnahme zu diesem Thema.

Die K-3 hat in meinen Augen das Zeug zu einer hervorragenden Reisekamera, die passt mit aufgesetztem 1.8/50 neben zwei weiteren Objektiven sehr gut in mein Black Label Bag Oskar’s One Day Bag Mark II, das es hierzulande nicht zu kaufen gibt, aber zum Beispiel Amazon hat die sehr ähnliche und bestens verarbeitete Artisan & Artist ACAM 7000 Tasche für SLR-Kamera schwarz im Programm.

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Vor lauter Fotografiereuphorie habe ich mich mal wieder in der Anfertigung eines Reihenpanoramas nach der Brenizer Methode versucht und die Einrichtung der Kamera ging dabei so schnell von der Hand, dass ich schon staunte. Immerhin müssen Bildgröße, Belichtung und Verschlusszeit eingestellt, der Autofokus deaktiviert werden. Dieses Luxusgefährt zum Beispiel habe ich praktisch im Vorbeigehen abgelichtet, weil ich es eben schnell machen konnte. Für das richtige Bokeh-Festival hätte ich etwas mehr Lichtstärke als die 1.8 und wohl auch etwas mehr Brennweite gebraucht, aber aus nur 11 Bildern zusammengestitcht ist das schon sehr fein.

In der Regel habe ich bei meinem Testlauf das 50mm benutzt, was beim Cropfaktor von 1,5 ein wenig einschränkt, doch das 18-55mm, das auch als Kit mit der K-3 erhältlich sein wird, ist meiner persönlichen Meinung nach nicht mehr als ein Einstieg. Ich würde vermutlich sparen auf das Sigma 35mm F1.4 DG HSM als Standardlinse (vollformattauglich, falls da doch noch was kommt), ergänzt durch ein Weitwinkel und ein ausreichend lichtstarkes Teleobjektiv, aber das ist ja immer Geschmackssache.

Preis – Die Pentax K-3 wird rund 1.300 Euro kosten, mit dem 18-55 Kit-Objektiv bewegt sich der Preis um 1.350 Euro.

Ari Marcopoulos Bag – die Betrachtung

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Im April des vergangenen Jahres hatte ich meinen ersten Eindruck zur nach dem Fotografen Ari Marcopoulos benannten Tasche bereits skizziert, nun nach rund 1,5 Jahren im Gebrauch erlaube ich mir Urteil wie Kaufempfehlung, aber der Reihe nach:

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Obwohl die Kameratasche mit 48cm x 28cm x 17cm nicht übermäßig groß daher kommt, ist sie durchaus ein kleines Raumwunder, wobei man sich immer darüber im Klaren sein muss, dass man die zwar herausnehmbaren Unterteiler nicht (sic!) dort mit Klett in der Tasche anbringen kann, wo man es möchte. Entweder sie sind drin oder nicht – dessen muss man sich bewusst sein und das ist wohl der am häufigsten genannte Kritikpunkt an der „Ari“. Viel mehr zu Meckern gibt es aber auch nicht.

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Vor einigen Wochen hatte ich schon für den Japancamerahunter die Tasche bestückt und es hier im kleinen Beitrag „In my bag“ gezeigt, für diesen Bericht nun eine etwas andere Konfiguration, wobei mir wichtig war, zu zeigen, dass die Hasselblad 503 mit Batteriegriff unterzubringen ist – das ist in keiner anderen meiner Taschen möglich. Für richtig große DSLR, wie der Nikon D4, dürfte es dennoch zu klein sein, aber Derartiges besitze ich nicht.

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Tragen lässt sich das von Incase hergestellte Ari Marcopolous-Bag dank des breiten Gurtes sehr angenehm und für Fahrradfahrer gewiss nicht uninteressant ist der Umstand, dass es nur eine überschaubare Neigung hat, nach vorne zu rutschen. Mit einem Zug am Griff kann man den Gurt verlängern, so dass die Tasche nach vorne kommt und der Inhalt dann griffgünstig vor einem hängt. Hat man alles erledigt, dreht man die Tasche wieder nach hinten und zieht den Gurt straff.

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Die Verarbeitung ist sehr hochwertig, die Nähte hinterlassen auch nach mehreren Reisen und Shootings immer noch einen sehr guten Eindruck, die Einteilung – von dem oben angesprochenen Manko abgesehen – macht einen absolut durchdachten Anschein, ein weiches iPad-Fach ist eines der guten Details, wie auch die Möglichkeit, an der Frontseite auf ein kleines Fach zuzugreifen. Ich habe hier die kleine Digitalkamera untergebracht, damit ich sie schnell für einen Schnappschuss zu Hand habe. Die Stativriemen an der Unterseite waren für mein Manfrotto M-Y 732CY Carbon Stativ absolut ausreichend dimensioniert und das in der kleinen Tasche unten verstaute Regencape schützte die „Ari“ schon bei dem einen oder anderen Guss sehr zuverlässig.

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Fazit: Alles schön und gut? – Voll des Lobes über Verarbeitung, Platz und Detaillösungen bin ich und doch gibt es eine Einschränkung, wer sich sich vielleicht trotz des positiven Gesamtbildes eine andere Tasche kaufen sollte. Für Rangefinder- oder Systemkamera-Freunde und -Freundinnen ist die Tasche vermutlich zu groß. Gewiss würde man viele Objektive, die man in Micro Lens Pouches verstauen sollte, unterbekommen, aber für diese Zielgruppe gibt es meiner Meinung nach von Artisan & Artist oder Black Label Bag einfach bessere passendere Taschen.

Auch Nutzer von DSLR-Systemen sollten sich nach möglichen Alternativen – drei schlage ich unten vor – umsehen. Ich sehe die Stärke der Tasche in der Unterbringung von Mittelformatkameras und -Objektiven oder einem Sammelsurium, wie ich es mit mir herumtrage. Dieses Urteil fälle ich auch aus dem Grunde, weil die Fächer in der Tasche so groß und so zugeschnitten sind, wie sie sind.

Einen „Schönheitsfehler“ gibt es am Ende dann doch noch: so erfrischend das Grau als Farbe für einen Fototasche ist, so abgeranzt sieht diese nach auch gewissenhaften Gebrauch aus. Wer Patina mag, wird glücklich sein, ich nehme es hin.

Ergänzung: Ich hatte im ursprünglichen Beitrag vermutet, dass diese Tasche für Nutzer einer Systemkamera vielleicht nicht so gut geeignet wäre, doch das hat sich nun – Anfang 2017 – als Irrtum erwiesen. Ich nutze seit rund zwei Jahren sehr verstärkt das MFT-Format und habe auch für unterwegs eine andere analoge Mittelformat-Option für mich gefunden.

Es geht zwar nicht zu luftig zu in der Tasche, aber alle aufgeführten Dinge haben ihren Platz und schlagen nicht aneinander. Gewiss geht es immer noch ein wenig komfortabler, aber wer nicht für jeden Anlass eine andere Tasche kaufen mag/kann/darf, der wird von der Ari hier nicht im Stich gelassen.

Holga 120GN – die Betrachtung

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In den letzten Wochen und Monaten hatten in der Regel sehr moderne Digitalkameras den Weg unter meine Lupe gefunden, aber ich sollte meinem eigenen Fotografierverhalten mehr Rechnung tragen und auch mal wieder eine Analogkamera betrachten und da halte ich es für angemessen, einen Klassiker der Kameratechnik vorzustellen, auch wenn er vermutlich gemeinhin bekannt ist.

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Ich habe mir für umgerechnet rund 24 Euro über die Bucht eine Holga 120 GN gekauft, eine Mittelformatkamera mit einer Glaslinse im Plastikobjektiv mit einer Brennweite von 60mm, als einem leichten Weitwinkel bei einer maximalen Blendenöffnung von f8 und einer Verschlusszeit von etwa 1/100 Sekunde. Diese Werte kommen einigermaßen hin – ich hatte sie bei einem Shooting im Studio einmal als gegeben hingenommen und hatte durchgehend zutreffende Belichtung. Auf Wikipedia werden die Blenden f13 (Sonne) und f19 (Wolken) genannt – das kann ich nicht bestätigen. Die Fokusregulierung auf dem Objektiv ist übrigens keine reine Deko, es tut sich tatsächlich ein wenig. Aufgenommen wird in der Regel im Format 6×6, man kann aber auch eine andere Maske einsetzen, die dann 6×4,5 und damit 15 statt nur 12 Aufnahmen bietet.

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Fraglos ist es hilfreich, wenn man einen Schwarz-Weiß-Film mit ISO 400 nimmt, der nach oben und nach unten noch etwas Luft hat, bei knalligstem (Superlativ!) Sonnenschein habe ich auch schon einmal einen Film mit ISO 100 benutzt.

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Charakteristisch, auch für die Glaslinsen, ist die Vignettierung in den Ecken und der Schärfeabfall weg von der Mitte. Ebenfalls häufig zu sehen sind die etwas laschen Farben, wie hier im Bild vom Hamburger Fernsehturm, wobei ich diese Aufnahme auf Diafilm mit der noch weniger scharfen Stereo-Holga, die ich übrigens zu veräußern gedenke (^_~), aufgenommen habe. Vergütet sind weder die Linsen der einen, noch der anderen Kamera.

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Zur Verarbeitung des Apparats sind nicht viele Worte zu verlieren: die Kamera sieht so billig aus, wie sie ist. Die Filmrolle(n) wird/werden fixiert durch Schaumstoffpolster, der Film wird per klickendem Drehrad transportiert, Doppelbelichtungen werden technisch nicht verhindert, um Lightleaks vorzubeugen nutzen einige Holga-Freunde schwarzes Klebeband, um den Deckel hinten abzudichten oder einfach nur zu fixieren und auch der Verschlussmechanismus macht keinen sehr vertrauenserweckenden Eindruck.

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Den Einsatz im Studio hatte ich ja schon erwähnt und auch schon Ergebnisse verblogt, aber ich darf auch an dieser Stelle noch einmal notieren, dass die Holga mit allen Blitzauslösern von Yongnuo und Elinchrom, die ich benutzt habe, kooperierte, allerdings blitzte es stets beim Auslösen und wenn man den Auslöser wieder losließ. Das ist ein bisschen lästig, aber billig ist nicht immer technisch perfekt.

Fazit: Wer Instagram und Hipstamatic nett findet, aber doch langweilig, wer reinschnuppen möchte in die Fotografie ohne gleich ein Vermögen auszugeben, wer eine Kamera da braucht, wo das teure Stück zu gefährdet wäre, wer einen Fotoapparat mit Kunstfell bekleben und anmalen möchte, wer ein Holgaroid-Back findet – all jenen sei der Kauf ans Herz gelegt. Mit Vernunft hat das nicht zu tun, aber mit sparsamen Unvernüftigsein!