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Panasonic Lumix GM5 – die Betrachtung

Panasonic Lumix GM5

Um gleich eines vorweg zu nehmen – es gibt einen ganz dicken Schnuffelpunkt dafür, dass Panasonic dieser Kamera eine richtige Akku-Ladeschale mitgegeben hat. Das ist heute nicht mehr selbstverständlich, aber für mich irgendwie wichtig. Verlieren wir uns in der Folge aber nicht alleine in diesen Seitenblicken, schauen wir auf den Apparat, der keinen eingebauten Blitz hat.

Einleitendes

Ich hatte ja schon im Zuge meiner Betrachtung der Lumix LX100 angedeutet, dass ich jetzt auch einmal das nun vorliegende Gerät unter die Lupe nehmen wollte. Ein relativ großer MFT-Sensor in einem winzigen Gehäuse klang für „Immer-dabei“ doch zu verlockend. Es sei vorausgeschickt, dass ich lobende Worte für den Apparat fand, als ich ihn bei Panasonic wieder ablieferte – und das nicht, weil ich noch auf einen Kaffee hoffte.

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Eingangs möchte ich noch kurz skizzieren, wie ich mir diesen Test eigentlich vorgestellt hatte. Meine Idee war nämlich die, dass ich mir zur Lumix noch von Voigtländer ein, zwei Objektive dazu ausleihe. So zum Beispiel das 0.95/17,5 Nokton – ein Lichtriese in der auf Kleinbild umgerechneten Reportage-Brennweite 35mm. Leider gibt es den Hersteller Voigtländer so nicht mehr, es ist eine Marke von Ringfoto und ich nehme an, dass die Objektive von Cosina usw. direkt aus Japan in den Vertreib gehen. Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass man bedauerte, mir keine Testlinsen anbieten zu können.

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Leica DG Nocticron 1,2/42,5, f1.2, 1/320s, ISO 400

Es fanden sich in den Wochen des Testens dann aber auch so noch einige Objektive, mit denen ich habe spielen dürfen, so das Leica DG Nocticron F1,2/42,5mm, das bei Offenblende durchaus die Frage erlaubt, warum man Vollformat brauchen (sic!) könnte. Viele Bilder habe ich dann aber auch, und besonders von meiner Tochter, gemacht mit dem ungleich günstigeren Olympus M.Zuiko Digital 45 mm 1:1.8. Die fehlende Bildstabilisation bei dieser Misch-Konfigiration fällt kaum ins Gewicht.

Die harten Fakten und erste Anmerkungen

Die technischen Daten in besonders erschöpfender Breite kann man auf der Webseite von Panasonic nachlesen, ich möchte mich hier auf die Eckdaten beschränken.

Mit den Außenabmessungen von 98,5 x 59,5 x 36,1 mm ist das Gehäuse für eine vollwertige Systemkamera mit eingebautem elektronischen Sucher ausgesprochen handlich. Sogar die Sony RX 100 III ist ein wenig breiter (101,6 x 58,1 x 4,1 mm), ist aber nicht ganz vergleichbar, denn die Kamera umfasst ja auch schon das Objektiv und hat einen eingebauten Blitz.

Digital-Live-MOS-Sensor, 17,3 x 13mm, 16 Megapixel mit Venus-Engine-Bildprozessor, wobei ich den Namen ein wenig merkwürdig finde, doch das ist Marketing und interessiert mich nicht. Sprechen wir weiter vom integrierten Live-View-Sucher mit 1,166 Mio Bildpunkten äquivalent und dem 100% Bild und ein wenig der Anmutung eines hochauflösenden Mäuse-Kinos. Auf der Rückseite wartet ein 7,5cm-Touchscreen-LCD- Monitor, 921.000 Bildpunkte, 16:9-Format, aufgenommen wird im RAW/JPG/MPO-Format. Natürlich gibt es Full-HD-Video 1.920 x 1.080/50p, AVCHD-/MP4-Format im Stereoton. Der variable, schnelle Kontrast-AF mit Low-Light-Funktion ab -4EV machte einen guten Eindruck, das Fokus-Peaking hätte ich gerne ausprobiert, während Touch-AF und Touch-Auslösung mich jetzt nicht so interessierten. Die kürzeste Zeit von 1/16.000s fand ich jedoch ganz beachtlich. ISO steht im Bereich 125-25600 zur Verfügung, aber höher als 6400 bin ich nie gegangen. Seitdem ich die Sony A7s habe benutzen dürfen, bin ich für andere Standards gänzlich verdorben.

Ein bisschen gefilmt habe ich auch, aber nur so für den Hausgebrauch, war dabei mit dem AF zufrieden. Die ganzen Motivprogramme, etc. habe ich nicht benutzt, die Effekte auch nicht. Ich habe RAW-Aufnahmen gemacht und die Bilder dann in Lightroom CC und in Aperture 7 bearbeitet.

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Olympus M.Zuiko 1.8/45, f1.8, 1/80s, ISO 6400

Der hinterlassene Eindruck

Gut ist er, hochwertig fasst sich alles an und da es für meine großen Hände mitunter etwas schwierig war, das Gehäuse vertrauenserweckend zu fassen, habe ich den Panasonic DMW-HGR1GU-K Aluminium Handgriff gleich angeschraubt – ein großer Schritt nach vorne! Man muss den Griff zwar wieder abnehmen, wenn man an Akku oder Karte heran möchte oder das Stativgewinde braucht. Es ist ein meisterbarer Aufwand.

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In Sachen Bedienung und Menüführung stehe ich ja mit Olympus‘ OM-D-Reihe ein wenig auf Kriegsfuss, wie ich vor einiger Zeit in meiner schnellen Betrachtung der E-10 offenbarte. Hier hat Panasonic im MFT-Feld für mich die Nase vorne, sogar die augenscheinlich kleinen Knöpfe auf der Kamera sind gut zu bedienen, sie stehen weit genug vor, der Druckpunkt ist gut, sie sind überlegt platziert. Ein Gewinde für den Drahtauslöser hätte man den Auslöseknopf noch spendieren können, aber vielleicht haben neben mir nur wenige Zeitgenossen das Bedürfnis – der Rest erfreut sich an der Steuerung per App. Da ich kein Smartphone mehr benutze, bringt mir die App nichts.

Die Ergebnisse

Mitzieher

Lumix G Vario 3.5-5.6/12-32, f5.6, 1/10, ISO 3200

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Lumix G 1.7/42,5, f1.7, 1/320s, ISO 400, Foto: Patrick Ludolph

Ich bin sehr angetan davon, was aus einer solch kleinen Kamera herauskommt. Size does not any longer matter? – Was der Fotograf nicht versaut hat, die Kamera stand der guten Aufnahme nicht im Wege. Natürlich hätte ich beim Mitzieher eine kürzere Zeit wählen sollen, habe ich aber nicht und erkläre es zur Absicht, weil es mir freisteht. Ich mag die Fertigkeit, bei Gegenlicht nicht alles absaufen zu lassen, ich mag die Schnelligkeit, in der der Apparat schussbereit ist, was mir viele wunderschöne Bilder meiner Tochter beschert hat.

Das Fazit

Der Schlussbetrachtung habe ich ja im Grunde schon in jedem Punkt hier und da vorgegriffen. Das Fazit fällt positiv aus, wenngleich ich das Fehlen eines internen Blitzes bei diesem oder jenem Schnappschuss gegen das Licht als Manko notierte. Andererseits kann man zur Not auch den mitgelieferten Blitz mitnehmen. Ich habe ihn nie eingesteckt, was damit mein Problem war.

Der großen Spiegelreflex wird auch die GM5 nicht den Dolch in den Rücken rammen, aber mit dem Knipsfloh von Panasonic kann man im Grunde alle geläufigen Aufgaben lösen und als „Immer-dabei“ ist so ein ebenso heißer Tipp, wie für die Reise. Ich habe in den letzten Jahren im Urlaub immer nur eine kleine Digitalkamera mitgenommen (Sigma DP1s, Fuji X100, Ricoh GXR) und dazu eine analoge Messsucher. Ich kann mir die GM5 also sehr lebhaft vorstellen in einer NICHT-Fototasche, dazu einige Objektive in einer Mappe, wie Pentax sie – leider nie für den deutschen Markt – für die Limited-Objektive aufgelegt hat.

Für ein Shooting werde ich aber vermutlich noch sehr lange meiner Sony a850 und der Hasselblad 503 die Treue halten – da hat man noch ein richtiges Gerät in der Hand, aber dieses und die kneipenaschenbecherschweren Gläser kann man auch im Hacken-Porsche bis ans Set rollen.

Panasonic Lumix LX100 – die Betrachtung

SONY DSC

So viel Zeit habe ich mir schon lange nicht mehr genommen, um ein Titelbild für eine Betrachtung zu basteln und wenngleich offensichtlich wurde, dass ich ein wenig aus der Übung gekommen bin, bin ich nicht unzufrieden. Das Titelbild aber soll nicht Thema sein, Thema ist die Kamera und die wurde bewährt subjektiv betrachtet, es wurden Messwerte ausgeklammert und alle Beispielbilder bearbeitet.

Der erste Eindruck

Hochwertig und griffig. Das war in der Tat mein erster Eindruck dieser kleinen Kamera, die zwar schon sehr kompakt daherkommt, aber für die Jackentasche dann nicht zuletzt ob des doch etwas weit herausstehenden Objektivs vielleicht etwas zu groß ist. Sie taugt aber bestimmt, um unauffällig um den Oberkörper baumelnd durch Urbanes und Gegend getragen, auf Familienfesten oder Partys genutzt oder ähnliche Gelegenheiten genutzt zu werden.

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Die nahezu baugleiche Leica D-Lux

Mit einem aktuellen Straßenpreis von rund 650 Euro kommt sie schon etwas kostspieliger daher als diese oder jene System- oder Spiegelreflexkamera, liegt aber im mittleren Rahmen für hochwertige Kompaktkameras. Die Erwartungen sind also dementsprechend hoch.

Technische Eckdaten und Ausstattung

Die Eckdaten trage ich einmal ganz pragmatisch zusammen aus der Presseinformation, die Panasonic im September des letzten Jahres zur Kameravorstellung vorbereitet hatte. Da kann ich mich nicht vertun und Platz für Subjektives ist da auch noch nicht.

Die Panasonic Lumix DMC-LX100EGK verfügt über einen FourThirds-MOS-Sensor, 16MP/12,8 Megapixel effektiv, erlaubt die Wahl zwischen den Aufnahmeformaten 4:3/3:2/16:9 und verfügt über ein Leica DC Vario-Summilux 1,7-2,8/10,9-34mm (24-75mm KB) mit einer 4K-Fotofunktion. Zur Bildkomposition und -kontrolle bietet die Lumix sowohl einen 7,5cm-LCD-Monitor, 921.000 Bildpunkte, 100% als auch einen Live-View-Sucher (EVF), 2.764.000 Bildpunkte, 100%, Vergr. 0,7x eff.

Weiter ausgestattet ist das Gerät mit einem Hybrid-Kontrast-AF, 49-Feld-Vollbereich, Multi- & Selektiv-AF, Low-Light-AF, AF-Tracking, MF, Fokus-Peak-Anzeige, sie filmt 4K- und Full-HD-Video. Die kürzeste Verschlusszeit liegt bei 1/16.000 Sekunden, Bildserien sind bei voller Auflösung mit 11B/s möglich.

Was der LX100 aber zunächst fehlt, ist ein Blitz. Ein solcher wird zwar in einem kleinen Beutelchen zum Aufschieben auf den Blitzschuh mitgeliefert, aber ich empfinde die Aufteilung als nicht optimal. Auch nicht mit an Bord ist GPS, was bei nicht wenigen günstigeren Kompaktkameras mit an Bord ist. Gewiss ist über die Smartphone-App Geotagging möglich, ebenso wie Fernbedienung der Kamera und einiges mehr, aber das ist nur halbwegs komfortabel, wenn man nur die Koordinaten sammeln will.

Sensor

Eine etwas genauere Betrachtung verdient der Sensor der LX100. Erstmals stolperte ich in einem Vergleichstest in der COLORFOTO darüber, wo es heißt Damit das Ob­jektiv nicht zu groß wird, nutzt die Panasonic jedoch nur 76% der Sensor­fläche mit effektiv 12,8 Megapixeln und kommt auf einen Bildwinkelfaktor von 2,2 statt 2,0 wie bei 4/3-Kameras üblich.

Dann habe ich doch gleich einmal nachgefragt, weil ich das genauer wissen wollte und bekam über Panasonic Agentur Ergänzendes: Die Teilnutzung des Sensors erklärt sich unter anderem dadurch, dass bei voller Nutzung die Kompaktheit, Lichtstärke und Auflösung/Qualität des Objektivs so nicht erreicht worden wäre. Auch ist die Miniaturisierung des Objektivs erst durch eine komplette Neuentwicklung möglich geworden. Für die meisten Anwendungen reicht die Auflösung durchaus aus, da auch für Titelseiten meist eine Auflösung von 8MP (=4K-Foto) ausreichend ist.

Technisch ist das den Ergebnissen nicht abträglich, allerdings ist die Sensorfläche von ursprünglich 17,3 x 13 mm (lt. digitalkamera.de) auf 76 Prozent (lt. COLORFOTO), also 13,15 x 9,88 mm geschrumpft, was die Panasonic Lumix DMC-LX100EGK schon wieder dicht dran bringt an die 13,2 x 8,8 mm, die der 1-Zöller der Sony DSC-RX100 III, dem von mir als schärften Konkurrenten ausgemachten Mitbewerber.

Bedienung

1024_051_FY2014_LUMIX_LX100_backKlar und schnörkellos ist die LX100 designed und dieses setzt sich auch fort in der Bedienung. Ich habe, wie immer, darauf verzichtet, die Bedienungsanleitung zu benutzen – ich hätte sie unterwegs ohnehin nicht dabei, wenn sich eine Frage ergibt. Es muss also so gehen und das tut es mit den recht kleinen Bedienelementen trotz meiner großen Hände ziemlich gut.

Die Einstellung von Verschlusszeit, Blende (am Objektiv) oder Belichtungskorrektur wird in Anlehnung an klassische hochwertige Kameras mit Einstellrädern vorgenommen, was haptisch alles einen guten Eindruck macht und besonders freute mich, dass der Regler für die Belichtung sich nicht so leicht aus Versehen verstellte, wie bei meiner Fuji X100. Das war immer sehr lästig.

Auf der Rückseite findet man rund um das Wahlrad unter anderem mit ISO, Weißabgleich und Aufnahmemodus die mir wichtigsten Funktionen, Wiedergabe, WLAN, Display und so weiter sind auch leicht zu erreichen. Wenn man das Menü dann doch mal aufrufen muss, dann findet man dieses aufgeräumt vor. Alles ist zunächst mal weitgehend unkompliziert. Ich hätte mir noch ein Gewinde für den Drahtauslöser, aber das scheint den meisten Herstellern heute zu retro, wenn man auch per Smartphone steuern kann. In Wahrheit ist das aber viel komplizierter und sperriger, was der vergrößerte Funktionsumfang in etlichen Situationen nach meinem Dafürhalten nicht ausgleicht.

Ergebnisse

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ISO 400, f4,5, 1/8 (aus der Hand)

Gut, sie sind gut, die Ergebnisse. Man hat einen großen Aufwand betrieben, um Sensor und Leica-Objektiv abzustimmen und das sieht man den Bildern auch an – das bringt inhaltlich nichts, aber die Leistungsfähigkeit der Kamera-Objektiv-Kombination steht einem guten Bild nicht im Wege.

Alsterhaus

ISO 1250, f5.6, 1/1000 (Serienbildfunktion)

Gewiss darf man die Frage stellen, ob 12 Megapixel zeitgemäß sind und wer gerne croppen will, gerät an seine Grenzen, aber dann muss man halt wieder etwas disziplinierter unterwegs sein. Einen ganz lesenswerten Beitrag zu Pixelzahl und Sensorgröße hat das Bildbearbeitungsmagazin DOGMA im Zusammenhang mit Canons 50 Megapixel-Monster verfasst, aber der gilt auch und gerade in der kleineren Klasse.

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ISO 2000, f1.7, 1/100

Ich habe jetzt mal wieder keine Bilder out of cam vorgelegt, wie man sie imm in Foren findet, aber ich zeige meine Bilder ja auch sonst nicht unbearbeitet und finde, es ist entscheidend, was am Ende dabei herauskommt. Wer es pur und technisch haben will, dem lege ich mit allem Nachdruck die Ergebnisse der Sportsfreude von DxO als Herz – die Seite gilt gemeinhin als absolut anerkannte Referenz.

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ISO 400, f5, 1/125

Fazit

Ich hatte ja schon angedeutet, dass die LX100 mit 114,8 x 66,2 x 55mm (B x H x T), ca. 391g (mit SD-Karte und Akku) etwas zu groß geraten ist, um als Jackentaschen-Immer-dabei die Spitzenposition einzunehmen, den Titel hat die Lumix der Sony RX100 III mit 101,6 x 58,1 x 41 mm (B x H x T), ca. 290g (mit SD-Karte und Akku) nicht streitig machen können, aber das wirft sie insgesamt gesehen nicht so sehr zurück.

Was ihr als sehr kompaktes Gerät meiner Ansicht nach eher gefährlich wird, ist die Konkurrenz aus dem eigenen Hause mit der Panasonic DMC-GM5. Zwar würden mir Nachteile bei der Griffigkeit, wenn man auf den Handgriff DMW-HGR1 verzichtet, negativ auffallen, aber dafür bekommt man mit einem 98,5 x 59,5 x 36,1mm (B x H x T) messenden Gehäuse etwas sehr kleines zur Hand – mit einem Micro Four Thirds-Sensor und einer großen Auswahl auch erstklassiger Objektive. In der Tat muss man mehr Geld aufwenden, aber wenn im Lastenheft „kompakt“ und „hohe Bildqualität“ ganz oben stehen, dann ist sie gewiss einen Blick wert.

Wenden wir den Blick noch einmal auf den Gegenstand der Betrachtung. Insgesamt also fällt das Urteil sehr positiv aus. Der externe Blitz gefällt nicht, der Fernsteuerung per Smartphone und damit die Mehrgerätelösung oder Auslagerung von Funktionen hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck, aber im alltäglichen Einsatz haben auch Serienbildfunktion oder die Bildstabilisation ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt und unterstrichen, dass man mit der LX100 ganz vortrefflich durch den Alltag kommt.

One more thing …

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Wer mit all dem, was die Panasonic Lumix DMC-LX100EGK bietet, noch nicht ganz zufrieden ist, es noch ein wenig glamouröser braucht, kann natürlich auch von dieser hochwertigen Lumix das Leica-Pendant bekommen. Es kostet mit 995,00 Euro etwas mehr und die praktischen Griffe sind verschwunden, aber es gibt den roten Punkt und Prestige.

Pentax 645Z – die Betrachtung

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Digitales Mittelformat – für viele Fotointeressierte vermutlich unerreichbar wie ein Riva-Motorboot und vielleicht gerade aus diesem Grunde so reizvoll. Ich habe im letzten Jahr einige Tage mit der 645D arbeiten können, nannte sie in Anlehnung an die Pentax 67 „The Beast“ liebevoll „Die Axt“ und das kam nicht überall gut an. Ich verzichte nun auf einen Kosenamen, will die Bindung zur Kamera auch nicht zu intensiv werden lassen, um leichter mit dem Trennungsschmerz umgehen zu können.

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Die zweite Generation der digitalen 645 von Pentax (Ricoh Imaging) bringt einige Neuerungen mit (Technische Daten in erschöpfender Breite). Außen hat sich an der guten Bedienbarkeit der weiterhin sehr robusten Kamera kaum etwas geändert, das brillante wie große Display lässt sich nun auch klappen, einige Knöpfe haben daher die Position geändert, das Typenschild ist nun silbern mit schwarzer Schrift – vorher war es umgekehrt. Im Inneren hat sich dagegen reichlich getan. Neu ist neben dem neuen PRIME III Prozessor der CMOS-Bildsensor von Sony mit 51,4 Megapixel Auflösung und einer Empfindlichkeit bis zu ISO 204800, die Aufzeichnung von Full-HD Video ist möglich, Live View ist an Bord, auf einen Tiefpassfilter wird verzichtet. Fraglos eine Notiz wert, ist der Umstand, dass der Sensor auch von Hasselblad (H5D-50c) und Phase One (Rückteil IQ250) verbaut wird, wobei die beiden Mitbewerber deutlich höhere Preise für ihre Geräte verlangen. Die H5D-50c (Gehäuse) kostet rund 25.000 Euro und das IQ250 schlägt sogar mit rund 30.000 Euro zu Buche – das Pentax-Gehäuse kommt auf rund 8.000 Euro und wird daher preislich eher gegen die Profi-Vollformatkameras Nikon D4s (rund 6.200 Euro) oder die Canon EOS-1D X (rund 6.000 Euro) antreten. Das am Rande.

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Mit einem Gewicht von 2,037 kg (schussfertig mit dem 2.8/55mm) ist die Pentax alles andere als ein Leichtgewicht, lässt sich aber am großen Griff erstaunlich gut halten – zum Vergleich: Eine Hasselblad 503 CW mit Winder, Prisma, 2.8/80mm und dem digitalen Rückteil CFV-50 bringt rund 2,650 kg plus Batterie und CF-Karte auf die Waage. Auf Dauer ist die Arbeit auf dem Stativ schon bei etwas längeren Verschlusszeiten absolut zu empfehlen, wobei die beiden Stativgewinde unter der 645Z und an deren rechten Seite ausgesprochen hilfreich sind. Sechzehn Objektive stehen derzeit für das Bajonett zur Verfügung, wobei die FA-Reihe keinen Bildstabilisator mitbringt, die DFA-Objektive dann aber schon. Darüber hinaus adaptieren nicht wenige Pentax-Fotografen ihre alten 67er Scherben. Beim manuellen Fokussieren muss man allerdings verzichten auf die Möglichkeit, eine Mattscheibe mit Schnittbild o.ä. zu bestellen, auch Katzeye hat so etwas bislang nicht im Programm. Allerdings lässt Pentax den Nutzer nicht alleine und gibt optisch wie auch akustisch bei halb gedrücktem Auslöser kund, wenn man das angepeilte Objekt scharf hat. Über den Menüpunkt „Live View“ kann man darüber hinaus auch noch ein Peaking aktivieren, dass dann aber auch nur über das Display zu nutzen ist. Das liegt in der Natur der Sache, stellt mich als Sucher-Fan aber nicht ganz zufrieden.

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Die Bedienung ist, wie ich schon skizzierte, sehr einfach, alle wichtigen Funktionen sind schnell zu erreichen, selbst die Spiegelvorauslösung ist mit einem einzigen Regler zu bedienen – das ist bei dem großen Spiegel auch sehr sinnvoll. Ich habe zudem den Vorteil, dass ich die Pentax K-3 schon kenne und damit im Menü vor keine Rätsel gestellt werde, aber ich behaupte, dass man sich das auch ohne Lektüre der Bedienungsanleitung schnell aneignen kann. Anders als vielleicht bei Olympus, wo ich anhand der kleinen OM-D die Bedienung bitter beklagte, was nicht alleine dem kleinen Gehäuse geschuldet war. Alles in allem unterscheidet sich die Steuerung der Kamera deutlich von den Mitbewerbern im digitalen Mittelformat – der Umstieg von einer DSLR wird einem – die entsprechende Solvenz vorausgesetzt – leicht gemacht.

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Eine kleine Übersicht über das lieferbare Zubehör hat Pentax vorgelegt und sie illustriert, was der Kamera von Werk aus zunächst einmal fehlt, wie zum Beispiel ein GPS-Modul oder WiFi, aber beides ist ja zu bekommen und so teuer nicht. Das Pentax O-GPS 1 amaz wird oben auf den Blitzschuh gesetzt, mit der einer EyeFi-Karte nicht unähnlichen O-FC1 16GB SDHC FLU-Karte amaz wird die drahtlose Übertragung auf ein Tablet oder Smartphone möglich, ebenso die Kamerasteuerung.

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ISO 100, 55mm, f/2.8, 1/500s

Ein Shooting mit Model habe ich in den wenigen Tagen, in denen ich die 645Z zur Verfügung hatte, nicht auf die Beine stellen können, aber das Wissen darum, dass mein geschätzter Freund und Kollege Patrick Ludolph eben dieses tun wird, tröstet mich sehr darüber hinweg. Ich darf also nur zu gerne auf neunzehn72.de verweisen, wo er seine Eindrücke vorstellt. Hier nun aber zumindest ein Portrait eines guten Freundes, ein Schnappschuss, der zumindest Schärfentiefe und Bokeh nachvollziehen lässt. Sehr lässig!

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ISO 100, 55mm, f/2.8, 1/6s

Dessen ungeachtet, ist es natürlich auch mir möglich, weitere Bildergebnisse zu präsentieren, keines „out of cam“, allesamt bearbeitet in Adobe Photoshop Lightroom 5amaz sowie Alien Skin Exposure 5 und doch denke ich, dass man diesen beeindruckenden Dynamik, mitunter die Möglichkeiten der Freistellung, die Brillanz nachzuvollziehen, die möglich ist.

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ISO 100, 55mm, f/6.3, 0,4s

Nicht ausprobiert habe ich die Leistung der Kamera im hohen ISO-Bereich, aber dankenswerter Weise gibt es ja Leute, wie den Fotografen Ming Thein, der sich hier oder hier die Mühe gemacht hat.

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ISO 100, 150mm, f/5.6, 1/800s

Auch im Telebereich und bei etwas weiter geschlossener Blende ist die Freistellung schon sehr fein und auch der Dynamik-Umfang ist sehr weit vorne, wie vielleicht das folgende Bild bei Dämmerung ganz brauchbar illustriert, obwohl bei Offenblende gegen das Licht aufgenommen.

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ISO 200, 55mm, f/2.8, 1/2000s

Was schwer wiegt und nicht mehr ganz so kompakt ist, will gut transportiert werden. Zur Kamera hatte Pentax mir mitgeliefert ein B&W Outdoor Case Typ 40 RPD (variable Facheinteilung) schwarzamaz, wo die Kamera mit aufgesetztem 55m, das 150 mm, zwei Akkus, das Ladegerät und etwas Kleinzeug gut hinein passt. Für einen Ausflug war mir der Koffer aber zu sperrig und so griff ich auf das bewährte Ari Marcopoulos Bag zurück, das alles das sehr bereitwillig aufnahm und gerade beim Objektivwechsel sehr praktisch war.

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Zur nörgeln gibt es natürlich auch etwas und zwar an der Blitzsynchronzeit, die mit 1/125 s nicht sonderlich kurz ist. Da ist Hasselblad mit dem hier bereits genannten Modell, das 1/500 s bietet besser aufgestellt. Allerdings ist es kein Ausschlusskriterium, da sich die Freistellung auch bei weiter geschlossener Blende realisieren lassen. Auch finde ich den Rahmen, in dem man durch den Sucher das AF-Feld verschieben kann, leider sehr klein, wie man hier oben sehen kann. Man ist durch die Systemkameras aber auch schon etwas verdorben. Beklagen tue ich mich kaum darüber, dass die 645Z auf der Straße sofort auffällt, aber „Street“ ist ja eh nicht so mein Feld.

Mein Fazit ist dennoch sehr wohlwollend, das sollte es auch sein bei einer solchen mächtigen und leistungsstarken Kamera. Es hat viel Spaß gemacht, mit ihr zu fotografieren, das Handling ist problemlos, wenn man nicht zu schwächlich ist. Der Auslöseklang, der mir immer so wichtig ist, kommt nicht an eine Pentax 67 ran, aber man wird dennoch darauf verzichten, bei Hochzeiten in Kirchen damit Bilder zu machen, was nicht an der fehlenden ISO-Leistung liegt, sondern eher an der Sorge, die Zeremonie zu stören. Auch für Sportaufnahmen mit schneller Bildfolge sollte man anderes Gerät wählen, aber wenn man ein wenig Zeit hat, sich einlässt, dann ist die 645Z, die auch „Schnappschuss“ kann, selbst für den gut situierten Hobby-Fotografen erreichbar. Man darf sich nur nicht der Illusion hingeben, fortan würde man nur noch fotografische Meisterwerke anfertigen. Alleine an der Kamera würde es nicht scheitern.

In meinem Fazit zum Vorgänger hatte ich im letzten Jahr geschrieben, dass ich die 645D nicht wollte, weil ich träumte von einer Hasselblad 503 mit Digitalrückteil. Heute habe ich eine 503 CW, mit der ich ausschließlich mit Film fotografiere und ich nehme an, dass es dabei bleiben wird. Die Rückteile wäre für mich nicht mehr zu rechtfertigen nachdem ich die 645Z habe ausprobieren dürfen.

Beispielbilder:

Sony QX100 – die Betrachtung

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Kein Sucher, kein Display, keine RAWs, kein Blitz, nicht einmal ein Netzstecker, um den Akku in der „Kamera“ aufzuladen und das alles für einen Listenpreis von rund 450 Euro, der mittlerweile (Juni 2014) auf einen Straßenpreis bei amazon.de von 290 Euro gefallen ist. Das klingt nicht nach einem Schnäppchen, aber wenn man sich vor Augen hält, dass man im Grunde eine RX100 II – so sagte man mir auf dem Alpha-Festival – bekommt, nur eben ohne Display, Blitz oder Blitzschuh, für einige Hundert Euro weniger, könnte man annehmen, einen verdammt guten Deal zu machen.

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Ob man das tut, will ich hier – in einem nach Update der Sony PlayMemories-App und meinem neuen Wissen über die Arbeit mit Android überarbeiteten Beitrag – versuchen zu beantworten und es wird vielleicht ein wenig kompliziert. Handeln wir also die technischen Daten der QX100 mit einem Link auf die Webseite von Sony Deutschland soweit ab, dass nur noch festgehalten wird, dass der Chip mit einem Zoll recht groß ist, 20,2 Millionen Pixel aufzunehmen hat und mit einem Zeiss-Objektiv mit einer im Kleinbild 28-100mm entsprechenden Brennweite aufwartet und eine Anfangsblende von f1.8 wahrlich beeindruckend klingt.

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out of cam, ISO 3200, f1.8, 1/5 sec.

Das Objektiv ist für das einer Kompaktkamera fraglos eine sehr gute Scherbe und der Prozessor ist mehr als brauchbar, wie meine kleinen Reviews zu RX100 und RX100 II untermauern sollen, aber so spannend, wie die Lichtstärke klingt, ist sie dann doch nicht. Im Telebereich haben wir mitunter eine „Offenblende“ von f4.9, gerade da, wo für Portraits etwas mehr Bokeh ganz schön wäre. Das muss eine Kompaktkamera bestimmt nicht leisten, aber wenn man auf die f1.8 schon so oft in den Vordergrund schiebt, sei ein Blick ans andere Ende gestattet. Mitbewerber geben an, lichtstärkere Objektive zu verbauen, allerdings bei zum Teil deutlich kleineren Sensoren, was wieder sehr für das spricht, was Sony mit der QX100 anbietet.

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Sensorgrößen im Verhältnis – freilich nicht tatsächliche Abmessungen

Soweit so normal, muss ich nun doch auf das Spezielle der QX-Reihe, die noch die kleinere QX10 umfasst, eingehen. Da diese Geräte sowohl zu Android- als auch zu iOS-Geräten kompatibel sein sollen und in der Regel, wenn überhaupt, nur per Klammer oder als Xperia Z oder Z1 per „Handyschale“ (siehe oben) mit diesen verbunden sind, findet die Verbindung zu Smartphone oder Tablet über WiFi statt. Sony-Geräte mit Nahfeldkommunikation (NFC) koppeln in der Regel relativ schnell, bei einem iPhone/iPad ist es mitunter schon etwas lästiger, schließlich muss man in den Einstellungen den Hotspot, den die Kamera aufbaut, auswählen. Diese Verbindung ist nach dem Update der App schneller geworden, aber für das schnelle „Kamera raus und abgedrückt“ ist es doch immer noch zu aufwändig. Da erhoffe ich mir in Zukunft noch Verbesserungen. Ist das Duo aber erst einmal verbunden, kann man zum Beispiel auf einer Feier munter losknipsen.

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Sony hat ja vor einiger Zeit mitgeteilt, dass man auch externe Entwickler einlädt, an der Weiterentwicklung der Software mit zu arbeiten, und das ist durchaus nötig. Es stehen dem Nutzer derzeit nur rudimentäre Einstellmöglichkeiten zur Verfügung. Man darf sich drei Automatiken hingeben oder die Blende bestimmen. Es ist weder möglich, die Verschlusszeit zu bestimmen, noch – und das macht es dann etwas schwierig – die ISO einstellen. Dass die App darüber hinaus noch einigen Komfort mehr, die die Anzeige des Telefonakkus, zumindest bei Sony-Geräten, bieten könnte, notieren wir mal mit Bleistift, aber die Beschränkungen für die unmittelbare Fotografie sind durchaus „ungewohnt“, vor allem, wenn man die RX100 und deren Nachfolger kennt.

Auf Nachfrage gab man mir zu bedenken, dass das Gros dieser angesprochenen Defizite durch ein Firmware-Update zu beheben sind – der Ist-Zustand ist der zur IFA 2013 in Berlin und manchmal muss man eben Termine einhalten. Ich hätte mir auch gewünscht, dass die GPS-Daten erfasst oder vom Telefon übernommen werden. Ich habe keine derartige Option gesehen und auch die Kollegen von dpreview vermerken ein „No“ bei der Frage, ob GPS angeboten würde. Ob das per Firmware zu lösen ist, und wenn ja, für welche Plattform, vermag ich nicht zu sagen. Was ich mich gleich zu Beginn gefragt hatte, war, ob der zusätzliche Akku-Verbrauch beim iPhone mich besonders stören würde, wo ich denn oft genug am Abend bei nur noch 10-20% bin. Dem war nicht so. Wenngleich das Display vermutlich immer ähnlich viel Strom verbraucht, wenn es eingeschaltet ist, bin ich in den Testtagen niemals mit leeren Akku zum Aufhören verdammt worden. Das wird aber gewiss nicht klappen, wenn man Telefon mit QX den ganzen Tag „im Anschlag“ hat.

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out of cam, ISO 160, f8, 1/180 sec.

Fazit – Ich finde es mutig und sehr interessant, dass Sony sich immer wieder vorwagt und vielleicht ungewöhnliche Projekte bis zur Serienreife bringt. Dass sich die Japaner getraut haben, mit der RX1 eine kompakte Vollformatkamera oder mit der A7(R) eine Systemkamera mit Vollformat auf den Markt zu bringen, hat mir durchaus imponiert, auch die Abkehr von der klassischen DSLR war gewiss ein Wagnis, wie nun auch die QX100 – mehr noch als die kleine Schwester, die QX10. Man hat damit mehreren Punkten Rechnung getragen: 1) Immer mehr Fotos werden mit dem „Handy“ gemacht und geteilt. 2) Warum sollte man die Kunden für etwas extra zahlen lassen, was sie ohnehin immer bei sich haben: den mobilen Internetzugang und ein Display?

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Insgesamt gilt es also festzuhalten: Es funktioniert, aber nicht nur die im Text von mir aufgeführten Hürden, Beschränkungen oder der so überschaubare Lieferumfang ließen mich skeptisch zurück, auch die schiere Größe eines Gerätes, das vom Verzicht lebt, irritiert mich – und andere, wenn ich mit angesetzter Kamera mal ans Telefon gehen muss! (ó_ò)

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Die QX100 ist betriebsbereit viel tiefer als meine aktuelle „Immer-dabei“ Ricoh GR. Die hat zugegebenermaßen nur eine Festbrennweite, aber auch einen ausgewachsenen APS-C-Sensor an Bord, ist viel schneller bereit, bietet mir die vermissten Einstellmöglichkeiten und ist damit als Fotoapparat unterwegs für meine Zwecke viel geeigneter, aber sie ist auch viel teurer! Da könnte man auf das eingangs skizzierte Argument von der Kostenersparnis wieder aufgreifen …

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Two more things … Wirklich Spaß gemacht hat die QX, wenn ich sie auf ein Lichtstativ gesetzt und sie dann auf eine Höhe von drei bis vier Metern hochgefahren habe. Aus der Höhe hat man eine ganz andere Sicht auf die Dinge, läuft aber auch Gefahr, von Passanten angesprochen zu werden – ich rang mit dem Gedanken, eine Landvermesser-Jacke mit Leuchtstreifen anzuschaffen.

So sehr ich noch diese und jene Funktion in einem – hoffentlich zeitnahen – Firmware-Update noch erhoffe, so interessiert waren doch jene Menschen aus meinem Umfeld, die sich der Fotografie als Hobby nicht hingeben und denen das Modul sehr praktisch erschien. Die QX ist also am Ende gesehen von meiner Warte aus betrachtet eine gute Idee, aber noch nicht ganz fertig und schürt die Vorfreude auf kommende Firmwareupdates.

 

Nachtrag, Juni 2014

Sony hat der Kamera mittlerweile einige Updates spendiert, so können der ISO-Wert von 160 bis 12800 eingestellt, die Blende im A-Modus von f1.8 (Weitwinkel) bis f11 und die Verschlusszeit im S-Modus zwischen 1/2000 bis 30s gewählt werden. Einen ganz manuellen Modus gibt es weiterhin nicht, die Belichtungskorrektur tröstet darüber aber in dieser Kameraklasse fraglos darüber hinweg. Eine ganze Menge neuer Features sind also dazu gekommen. Für eine Schnappschusskamera bleibt sie mir zu wenig spontan, vereinzelte Verbindungsabbrüche stören.

Ari Marcopoulos Bag – die Betrachtung

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Im April des vergangenen Jahres hatte ich meinen ersten Eindruck zur nach dem Fotografen Ari Marcopoulos benannten Tasche bereits skizziert, nun nach rund 1,5 Jahren im Gebrauch erlaube ich mir Urteil wie Kaufempfehlung, aber der Reihe nach:

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Obwohl die Kameratasche mit 48cm x 28cm x 17cm nicht übermäßig groß daher kommt, ist sie durchaus ein kleines Raumwunder, wobei man sich immer darüber im Klaren sein muss, dass man die zwar herausnehmbaren Unterteiler nicht (sic!) dort mit Klett in der Tasche anbringen kann, wo man es möchte. Entweder sie sind drin oder nicht – dessen muss man sich bewusst sein und das ist wohl der am häufigsten genannte Kritikpunkt an der „Ari“. Viel mehr zu Meckern gibt es aber auch nicht.

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Vor einigen Wochen hatte ich schon für den Japancamerahunter die Tasche bestückt und es hier im kleinen Beitrag „In my bag“ gezeigt, für diesen Bericht nun eine etwas andere Konfiguration, wobei mir wichtig war, zu zeigen, dass die Hasselblad 503 mit Batteriegriff unterzubringen ist – das ist in keiner anderen meiner Taschen möglich. Für richtig große DSLR, wie der Nikon D4, dürfte es dennoch zu klein sein, aber Derartiges besitze ich nicht.

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Tragen lässt sich das von Incase hergestellte Ari Marcopolous-Bag dank des breiten Gurtes sehr angenehm und für Fahrradfahrer gewiss nicht uninteressant ist der Umstand, dass es nur eine überschaubare Neigung hat, nach vorne zu rutschen. Mit einem Zug am Griff kann man den Gurt verlängern, so dass die Tasche nach vorne kommt und der Inhalt dann griffgünstig vor einem hängt. Hat man alles erledigt, dreht man die Tasche wieder nach hinten und zieht den Gurt straff.

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Die Verarbeitung ist sehr hochwertig, die Nähte hinterlassen auch nach mehreren Reisen und Shootings immer noch einen sehr guten Eindruck, die Einteilung – von dem oben angesprochenen Manko abgesehen – macht einen absolut durchdachten Anschein, ein weiches iPad-Fach ist eines der guten Details, wie auch die Möglichkeit, an der Frontseite auf ein kleines Fach zuzugreifen. Ich habe hier die kleine Digitalkamera untergebracht, damit ich sie schnell für einen Schnappschuss zu Hand habe. Die Stativriemen an der Unterseite waren für mein Manfrotto M-Y 732CY Carbon Stativ absolut ausreichend dimensioniert und das in der kleinen Tasche unten verstaute Regencape schützte die „Ari“ schon bei dem einen oder anderen Guss sehr zuverlässig.

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Fazit: Alles schön und gut? – Voll des Lobes über Verarbeitung, Platz und Detaillösungen bin ich und doch gibt es eine Einschränkung, wer sich sich vielleicht trotz des positiven Gesamtbildes eine andere Tasche kaufen sollte. Für Rangefinder- oder Systemkamera-Freunde und -Freundinnen ist die Tasche vermutlich zu groß. Gewiss würde man viele Objektive, die man in Micro Lens Pouches verstauen sollte, unterbekommen, aber für diese Zielgruppe gibt es meiner Meinung nach von Artisan & Artist oder Black Label Bag einfach bessere passendere Taschen.

Auch Nutzer von DSLR-Systemen sollten sich nach möglichen Alternativen – drei schlage ich unten vor – umsehen. Ich sehe die Stärke der Tasche in der Unterbringung von Mittelformatkameras und -Objektiven oder einem Sammelsurium, wie ich es mit mir herumtrage. Dieses Urteil fälle ich auch aus dem Grunde, weil die Fächer in der Tasche so groß und so zugeschnitten sind, wie sie sind.

Einen „Schönheitsfehler“ gibt es am Ende dann doch noch: so erfrischend das Grau als Farbe für einen Fototasche ist, so abgeranzt sieht diese nach auch gewissenhaften Gebrauch aus. Wer Patina mag, wird glücklich sein, ich nehme es hin.

Ergänzung: Ich hatte im ursprünglichen Beitrag vermutet, dass diese Tasche für Nutzer einer Systemkamera vielleicht nicht so gut geeignet wäre, doch das hat sich nun – Anfang 2017 – als Irrtum erwiesen. Ich nutze seit rund zwei Jahren sehr verstärkt das MFT-Format und habe auch für unterwegs eine andere analoge Mittelformat-Option für mich gefunden.

Es geht zwar nicht zu luftig zu in der Tasche, aber alle aufgeführten Dinge haben ihren Platz und schlagen nicht aneinander. Gewiss geht es immer noch ein wenig komfortabler, aber wer nicht für jeden Anlass eine andere Tasche kaufen mag/kann/darf, der wird von der Ari hier nicht im Stich gelassen.

Holga 120GN – die Betrachtung

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In den letzten Wochen und Monaten hatten in der Regel sehr moderne Digitalkameras den Weg unter meine Lupe gefunden, aber ich sollte meinem eigenen Fotografierverhalten mehr Rechnung tragen und auch mal wieder eine Analogkamera betrachten und da halte ich es für angemessen, einen Klassiker der Kameratechnik vorzustellen, auch wenn er vermutlich gemeinhin bekannt ist.

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Ich habe mir für umgerechnet rund 24 Euro über die Bucht eine Holga 120 GN gekauft, eine Mittelformatkamera mit einer Glaslinse im Plastikobjektiv mit einer Brennweite von 60mm, als einem leichten Weitwinkel bei einer maximalen Blendenöffnung von f8 und einer Verschlusszeit von etwa 1/100 Sekunde. Diese Werte kommen einigermaßen hin – ich hatte sie bei einem Shooting im Studio einmal als gegeben hingenommen und hatte durchgehend zutreffende Belichtung. Auf Wikipedia werden die Blenden f13 (Sonne) und f19 (Wolken) genannt – das kann ich nicht bestätigen. Die Fokusregulierung auf dem Objektiv ist übrigens keine reine Deko, es tut sich tatsächlich ein wenig. Aufgenommen wird in der Regel im Format 6×6, man kann aber auch eine andere Maske einsetzen, die dann 6×4,5 und damit 15 statt nur 12 Aufnahmen bietet.

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Fraglos ist es hilfreich, wenn man einen Schwarz-Weiß-Film mit ISO 400 nimmt, der nach oben und nach unten noch etwas Luft hat, bei knalligstem (Superlativ!) Sonnenschein habe ich auch schon einmal einen Film mit ISO 100 benutzt.

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Charakteristisch, auch für die Glaslinsen, ist die Vignettierung in den Ecken und der Schärfeabfall weg von der Mitte. Ebenfalls häufig zu sehen sind die etwas laschen Farben, wie hier im Bild vom Hamburger Fernsehturm, wobei ich diese Aufnahme auf Diafilm mit der noch weniger scharfen Stereo-Holga, die ich übrigens zu veräußern gedenke (^_~), aufgenommen habe. Vergütet sind weder die Linsen der einen, noch der anderen Kamera.

Verschiedene Giebel

Zur Verarbeitung des Apparats sind nicht viele Worte zu verlieren: die Kamera sieht so billig aus, wie sie ist. Die Filmrolle(n) wird/werden fixiert durch Schaumstoffpolster, der Film wird per klickendem Drehrad transportiert, Doppelbelichtungen werden technisch nicht verhindert, um Lightleaks vorzubeugen nutzen einige Holga-Freunde schwarzes Klebeband, um den Deckel hinten abzudichten oder einfach nur zu fixieren und auch der Verschlussmechanismus macht keinen sehr vertrauenserweckenden Eindruck.

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Den Einsatz im Studio hatte ich ja schon erwähnt und auch schon Ergebnisse verblogt, aber ich darf auch an dieser Stelle noch einmal notieren, dass die Holga mit allen Blitzauslösern von Yongnuo und Elinchrom, die ich benutzt habe, kooperierte, allerdings blitzte es stets beim Auslösen und wenn man den Auslöser wieder losließ. Das ist ein bisschen lästig, aber billig ist nicht immer technisch perfekt.

Fazit: Wer Instagram und Hipstamatic nett findet, aber doch langweilig, wer reinschnuppen möchte in die Fotografie ohne gleich ein Vermögen auszugeben, wer eine Kamera da braucht, wo das teure Stück zu gefährdet wäre, wer einen Fotoapparat mit Kunstfell bekleben und anmalen möchte, wer ein Holgaroid-Back findet – all jenen sei der Kauf ans Herz gelegt. Mit Vernunft hat das nicht zu tun, aber mit sparsamen Unvernüftigsein!

Mamiya 645 Super – guter Einstieg ins Mittelformat

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Mein Einstieg ins Mittelformat war die Mamiya 645 Super nicht – über Holga und Kiev 88 kam ich schließlich zur preisgünstigten Japanerin und habe mich inzwischen nur zu gerne auf sie eingelassen, wenngleich ich gewiss zuschlagen würde, wenn ich einer Hasselblad in gewünschtem Zustand, zu gewünschten Preis bei uthopischen Lieferumfang ansichtig würde, aber bleiben wir zunächst einmal auf dem Teppich und halten fest, dass man mit der Mamiya 645 Super und auch mit der Pro recht günstig gute Werkzeuge bekommt.

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Ich habe für die Kamera inklusive Magazin, dem 2.8/80mm-Objektiv und beiden Suchern (Prisma mit Zeitautomatik sowie Lichtschacht) vor knapp zwei Jahren keine 400 Euro auf den Tisch gelegt. Das 3.5/150mm-Objektiv for Portraits schlug mit 199,00 Euro zu Buche, der Handgriff mit Motor WG 401 war für knapp einhundert Euro bei ebay zu finden, während ich dem Besitzer des von mir genutzten 2.8/45mm noch ein Angebot unterbreiten muss.

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In kleiner Bestückung mit Lichtschachtsucher und 80mm taugt die 645 beinahe zur Schnappschusskamera, wenngleich hier entweder Licht und Zeit geschätzt werden müssen oder man sich bemüht, einen Belichtungsmesser zu benutzen. Für „Street“ wäre sie aber völlig untauglich, wie man mir in einem Forum unlängst mitteilte, doch das nahm ich zwar schweigend, aber nicht zustimmend zur Kenntnis. Mit dem Prisma-Sucher ist die Handlichkeit schon etwas eingeschränkt, aber die Zeitautomatik ist sehr komfortabel – hier muss man eben abwägen. Bei Shootings empfand ich schließlich den Einsatz der Kurbel zum Filmtransport als etwas mühsam und lauerte lange in der Bucht bis ich einen Motor für unter einhundert Euro bekomme. Er funktioniert wunderbar, macht Fotos im Hochformat deutlich einfacher und knallt die 15 Aufnahmen auch blitzschnell durch, wenn man nicht aufpasst. Mit dem anschließenden jammernden Spulgeräusch des Motors kann man übrigens auch Models zum Kichern bringen. Geheimtipp. Ohne Garantie.

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Was behalten wir also über? – Erst einmal seien jene, die mehr technische Daten und Einzelheiten erwartet habe, verwiesen auf die Webseite von Mamiya Leaf, wo sich eine englischsprachige Anleitung zur Kamera als PDF findet. Für den Rest reicht prägnant ein Für und Wider:

Pro: Günstiger Preis, hohe Verbreitung, solide Verarbeitung, durchdachte Konstruktion, umfangreiches Zubehör erhältlich, mitunter ganz hervorragende Abbildungsqualität.

Contra: Mit 1/60 keine besonders schnelle Blitzsynchronzeit, dem Manko kann man aber durch den Kauf von Objektiven mit Zentralverschluss begegnen – dann ist 1/500 möglich.

Die Sony NEX-6 in der Praxis

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Die allerersten Eindrücke, jene nach einer Woche habe ich, wie auch den ersten Einsatz im Studio schon skizziert, die ersten 100 Tage habe ich verpasst, nach einem Jahr könnte schon der Nachfolger vorgestellt werden – keine Behauptung, eher eine Befürchtung! -, so möchte ich jetzt nach knapp fünf Monaten mein Fazit ziehen unter die Arbeit mit der Sony NEX6.

„Leistung für Experten. Einfache Steuerung.“ – So verkauft Sony seine Kamera auf der eigenen Webseite und ich werde mich in dieser Betrachtung nicht pedantisch prüfend an diesen zwei Schlagworten entlang hangeln, aber die Kamera wird sich schon daran messen lassen müssen. Zum Einstieg darf ich aber schon verraten: So ganz falsch ist es nicht, aber auch nicht ganz richtig!

Ich werde mich nicht weiter aufhalten mit den Allgemeinheiten, die ich in den früheren Beiträgen schon verarbeitet habe, es sei denn, mein Erkenntnisgewinn in den letzten Monaten war dermaßen groß, dass ich die hochgeschätzte Leserschaft daran teilzuhaben gedenke. Werfen wir also einige Stichworte in den Raum.

Bedienung und Ausstattung im Allgemeinen

Da man der NEX-6 im Vergleich mit den kleineren Modelle mehr Knöpfe und einige Einstellräder gegönnt hat, geht die Bedienung im Alltag sehr leicht von der Hand, nur, wenn man ins Menü muss, dann muss man sich auch mit der umständlichen Architektur dessen anfreunden. Bei meiner a850 oder den beiden RX-Modellen hat man auf eine klassische Ordnung gesetzt und die wünschte ich mir auch bei der NEX-6, aber so oft muss man ja zum Glück nicht ins Menü.

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Was die NEX-6 besonders interessant macht, ist der Umstand, dass sie als eine von erst drei Kameras in Sonys Portfolio über einen ISO-Blitzanschluss verfügt. Ich hatte vom Blitzen mit der Kleinen ja schon mal berichtet, aber mit etwas Routine und Gleichmut habe ich meine Klagen eigentlich in die Vergangenheit verabschieden können. Mit meinem Elinchrom D-Lite RX ONE und dem EL-Skyport Transmitter Eco kommt die Kamera bestens und ohne Umwege über Kabel oder Adapter zurecht.

Objektive

In den letzten zwei Jahren hat nicht nur Sony, sondern haben auch Sigma und Tamron zum Teil sehr gute Autofokus-Linsen auf den Markt gebracht, Zeiss (Schnappschuss auf der Facebook-Fanpage) kommt in diesem Jahr mit drei lichtstarken Festbrennweiten dazu und damit ist es ja nicht getan, denn ob des geringen Auflagemaßes und des gut hinnehmbaren Cropfaktors von 1,5 lassen sich ja dermaßen viele Objektive mit anderen Bajonetten adaptieren, dass man fast und gewagt von „relativer Grenzenlosigkeit“ sprechen kann. Alleine der deutsche Hersteller Novoflex hat 16 Adapter für die NEX im Angebot und die Weiten des Internets halten noch zig weitere (von unterschiedlicher Qualität) bereit. Von hochwertigen Zeiss-, Leica- oder Pentax Takumar-Objektiven, über jene für die Hasselblad XPan führt der Weg in meinem Alltag bis zum vermeintlichen (Pentax 110) bis echten (Holga) Trashlinsen.

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Es gibt sogar schon einen Adapter, der die NEX (in kleinen Schritten wohlgemerkt) dazu befähigt, das gesamte Blickfeld von 6×4,5cm Mittelformatlinsen abzulichten. Die Vizelex RhinoCam kostet rund 500 US-Dollar, dazu kommen weitere einhundert Dollar für den Mamiya- oder Pentax-Adapter. Das ist schon etwas für den Bereich „very special interest“, aber der elektronische Adapter von DEO-Tech/MX-Camera für die Verwendung von Contax G-Objektiven inklusive (sic!) Autofokus dürfte einige Interessenten mehr ansprechen.

So verlockend die Möglichkeiten, nutze ich selbst zumeist das Sigma 30 mm F2,8 (amazon-Link), hoffe aber auch sehr auf das 16-70mm von Zeiss, dass einem Gerücht nach kommen soll, während das Sony SEL24F18Z Carl Zeiss ja nicht lieferbar war, als ich es haben wollte. Da ich jedoch schon geübt war mit dem Umgang mit dem manuellen Carl Zeiss Sonnar 1.5/50mm, entschied ich mich zum Kauf des 4/25mm von Voigtländer (siehe erstes Bild oben), einem kompakten Pancake. Als Teleobjektiv hält derzeit ein 2.8/135mm Pentacon die Stellung, im Fotostudio adaptierte ich zudem auch einmal das 2.8/24-70mm von Carl Zeiss für die Sony Alpha.

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Woran es meiner Beobachtung nach bei Sony immer wieder hakt, ist die Lieferbarkeit der Objektive. War das bereits angesprochene 24mm von Zeiss über viele Monate nur gegen gierigste Aufschläge bei dubiosen Händlern im Internet zu bekommen, weil Sony – nicht nur ob der Naturkatastrophen in Thailand und Japan – nicht liefern konnte. Jetzt gerade warten einige Interessierte zum Beispiel auf das 2.8/20mm Pancake, das vor Monaten angekündigt worden war.

Ich habe einmal einen aStore mit Objektiven und Adaptern zusammengestellt, um den Beitrag nicht noch weiter mit amazon-Links zu befüllen. Mein geschätzter Fotofreund K. wird mir zumindest relativ dankbar sein. (✿◠‿◠)

Fokussieren

Der Autofokus ist bei normalen und hellen Lichtverhältnissen ein treuer Freund, stellt scharf, wenn er soll und das auch durchaus schnell. Ich kann diese Behauptung nur insoweit empirisch stützen, in dem ich bereit bin, zu gestehen, dass ich kein Formel 1-Rennen oder einen Hummelschwarm zu fotografieren versucht habe. Wobei der AF mich aber ein wenig enttäuscht hat, war bei der Arbeit im Studio bei vielleicht zu diffizilem Licht.

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Bei dieser Lichtsituation (allerdings ohne Blitz und nur mit leichtem Einstelllicht von vorne) versagte die NEX-6 mit adaptierten 24-70mm ein ums andere Mal, sodass ich auf den manuellen Fokus umstellte. Im Ergebnis bei den meisten Schüssen nicht von Nachteil, doch wenn ich nicht einigermaßen geübt gewesen wäre, im manuellen Scharfstellen, hätte es ärgerlich werden können. In diesem Zusammenhang sei noch eingestreut, dass ich darauf hoffe, dass sich – sofern per Firmware lösbar – das Niveau des Focus Peaking an das der Ricoh GXR angleichen möge. Außerdem würde ich die Ausschnittsvergrößerung gerne noch auf den „Fn“-Knopf legen können, damit ich den „AEL“ seiner eigentlichen Bestimmung wieder zuführen kann.

Exkurs: Im September 2012 hatte ich ja schon Die Beantwortung der M-Frage (zur Adaption manueller Linsen) in 1, 2, 3 Teilen versucht und damals hatte sich die Sony NEX-7 knapp durchgesetzt und die NEX-6 schlägt sich nicht schlechter, eher besser, vorallem mit weitwinklingen Objektiven! Allerdings hat Fuji der X-Pro 1 inzwischen ein großes Update verpasst, dessen Auswirkungen ich nicht in der Praxis kennengelernt habe.

Wi-Fi

Einklinken ins Wireless LAN, Schaffung eines eigenen „Hotspots“ zur Kommunikation mit Smartphone oder Tablet! – Ich glaubte, dass Sony verstanden hat, wohin der Weg führen könnte und dann die Ernüchterung, dass das Einsatzfeld des Wi-Fi nicht den Bedürfnissen des ambitionierten Fotografen entspricht, sondern vielmehr einer Annahme eines großen Unterhaltungkonzerns und hier liegt ein großes Problem. Die Smartfernbedienung mit Sucherbild auf dem Telefon/Tablet ist ganz nett, ich kann Bilder von der Kamera auf Computer und mobile Geräte überspielen, es gibt auch eine Software, die ich nicht habe nutzen können, weil sie nur für PCs verfügbar ist und es gibt zig Apps, die ich zum Teil kostenpflichtig auf meiner NEX-6 installieren kann. So sinnvoll ich eine geschlossene App-Welt ob möglicher Gefahren durch Lücken in Android o.ä. finde, so überflüssig erscheint mir das Gros des Angebots. Der Lächelauslöseautomatik entsprechend, brauche ich das Zeug nicht. Ich möchte mit dem Wi-Fi Tethering-Shooting per Lightroom realisieren, ich möchte direkt (sic!) auf mein iPad streamen, nur geht es nicht mit dem, was mir angeboten wird und so muss ich einen Umweg wählen: Mit der Eye-Fi Pro X2 SDHC 8GB  funktioniert es nämlich tadellos, wie der kleine Testbericht meines Freundes Paddy am Rande skizziert.

Details

Es gibt ja eine Kleinigkeit, die mich bei der NEX so richtig wahnsinnig macht und das ist die Klappe für Akku und Speicherkarte. Die SD-Karte ist nämlich so dicht am Deckel platziert, dass ich mit den dicken Fingern immer wieder meine Probleme habe, das Medium da heraus zu fummeln. Das ist nicht wirklich schlimm, war vielleicht auch nicht anders lösbar und ist auch das einzige Detail, das mich hardwareseitig nervt, aber es muss auch mal gesagt werden.

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Zubehör

Für die Sony NEX-6 gibt es reichlich Zubehör und man könnte diesen Komplex wirklich erschöpfend betrachten, man könnte hinweisen auf die schönen Halfcases aus Leder, könnte ein kleines Stativ, wie das Cullmann Magic in den Ring werfen oder ich könnte mich darauf beschränken, zu skizzieren, welches Zubehör über die Objektive und Adapter hinaus ich so in der Praxis benutze. Zum einem wäre da das Really Right Stuff BNEX6-L Set – ein sperriger Name für einen sehr fein gearbeiten L-Winkel, um die Kamera schnell und flexibel auf einer ARCA SWISS-kompatiblen Stativplatte zu befestigen. Man kann diesen entweder in den USA bestellen oder bei einem deutschen Internethändler, der einerseits saftig teuer ist, aber bei Zoll und Versand wiederum spart. Um diese Hürden kommt man indes nicht herum, wenn man, wie ich, ein Street Strap als Tragegurt verwenden möchte. Einst für die Fuji X100 angeschafft, tut er nicht zuletzt ob Form und Länge seinen guten Dienst mit der NEX-6. Schließlich noch habe ich einen Weiss NP-FW50 Li-Ion Akku gekauft und freute mich, dass ich noch der NEX-3 ein ordentliches Ladegerät bekommen habe, das bei ambitionierter Nutzung unverzichtbar ist.

Lektüre

Hinweisen möchte ich an dieser Stelle auf „Das Sony α NEX-6 Handbuch“ von Cora und Georg Banek, das mir der Fotograf Michael Omori Kirchner freundlicherweise überlassen hat. Neben einem Kennenlernen der Kamera, Abarbeitung von Punkten, wie Fokus, Belichtung, Kontraste, Farben usw. gibt es kurze technische Exkurse, eine sehr aktuelle Objektivübersicht, eine Übersicht über Zubehör und einen kleinen Praxisteil. Das Buch wendet sich besonders an jene, die mit Sonys Anleitung nicht glücklich werden, erklärt einige fotografische Grundlagen und ist eigentlich ganz kurweilig geschrieben, aber nicht frei von Fehlern. So gehen die Autoren zum Beispiel davon aus, dass die NEX-6 mit dem Blitzschuhadapter ADP-MAA ausgeliefert würde, was nicht zutrifft oder im Kapitel über die Verbindung der Kamera mit anderen Geräten wird einerseits verschwiegen, dass das Programm „Play Memories Home“ nicht auf dem Mac läuft und der angegebene Pfad zum Senden von Bildern an den Rechner ist nicht „Menue > Kamera > An Computer senden“, sondern „Menue > Wiedergabe > An Computer senden“ – ich habe mich ja bereits abgefunden mit dem Menü der NEX, aber andere könnten an derartigen Nachlässigkeiten verzweifeln. Davon abgesehen ist das Buch dennoch eine gute Hilfe für Ein- und Umsteiger, wie ich meine.

Tipps

Im Grunde ist es nur ein Tipp, der das Thema Langzeitbelichtungen betrifft. Da kameraseitig der Verschluss im BULB-Modus nur solange offen gehalten wird, wie der Auslöser gedrückt ist, ein Drahtauslöser ebenso wenig vorgesehen ist, wie ein Kabelauslöser, behelfe ich mir mit der Tinxi Infrarot-Fernbedienung , die ich für schmales Geld erstanden habe und den Verschluss mit dem ersten Drücken öffnet und dem zweiten Drücken schließt.

Fazit

Leistung für Experten hat Sony versprochen und sieht man von Schwächen im Detail ab, bekommt der Käufer diese auch. Die Kamera ist kompakt, wertig verarbeitet, liefert gute Bildergebnisse und ist damit eine wirkliche Alternative zu der digitalen Spiegelreflex. Man wird einwenden können, dass es keinen optischen Sucher mehr gibt, aber die Entwicklung ist soweit fortgeschritten, dass man hier einen wirklich guten elektronischen Sucher mit großem Blickfeld bekommt. Sicherlich haben große Kameras, wie die a850 einen wunderbaren und hellen Sucher, aber wenn man die Kamera kompakt halten will, muss man Kompromisse eingehen. Fuji hat mit seiner X-Pro 1 eine Systemkamera mit Hybridsucher im Angebot, doch die Kamera ist dann auch größer.

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Die Vielseitigkeit habe ich im Verlaufe dieses epischen Textes schon skizziert, Verbesserungspotential gesehen, notiere noch, dass es weder GPS noch PictBridge gibt, doch am Ende gibt es DIE Kamera eben doch nicht. Für mich ist es meine erste Wahl ob der Größe, ob der Möglichkeit, derart viele Objektive zu adaptieren, sogar meine alten Minolta Autofokus-Linsen. Ich bin also vorbelastet in das Rennen um meine Gunst gegangen, aber was Nikon und Canon zum Beispiel als Systemkameras anbieten, ist für mich gänzlich uninteressant und Ricoh wie Fuji haben sich am Ende knapp geschlagen geben müssen.

Zeiss Ikon ZM – ein Erfahrungsbericht

Zeiss Ikon ZM, top

Update 31.05.2016 – Wie sehr war ich enttäuscht, dass ich im deutschsprachigen Internet – gibt es derartiges überhaupt? – Anfang des Jahres, als ich mich mit dem Gedanken trug, eine ZM zu kaufen, eigentlich nichts zur Zeiss Ikon zu lesen gab. Sicher hatten einige Fotofreunde, wie Michael oder Boris, Bilder gezeigt, die mit der Messsucher entstanden sind, doch das technische Blabla kam für einen, der sich mit Kaufabsichten verwirrte, etwas kurz. Das Schlimme ist, auch hier wird es kaum hinausgehen über eine rein subjektive Betrachtung. Read More