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Impossible Instant Lab – die Betrachtung

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Wenn „Haben ist besser als Brauchen“ mal wirklich gut passt, dann beim Instant Lab von Impossible. Ich hatte es für rund 80 Euro von einem Fotofreund gekauft, der damit nach kurzer Nutzungsdauer nichts mehr anfangen konnte und es mir mit eingelegtem praktisch vollem Film überließ. Am Ende zahlte ich für ein wirklich gut erhaltenes Gerät also nur rund 60 Euro. Da meckerte ich nicht.

Impossible Sina

Sina on Pola

Ich habe ja vor einigen Wochen ein „Instant Lab“ von Impossible gekauft und durchaus wieder großen Gefallen gefunden an der fehlenden Perfektion der Ergebnisse. Sie sind nicht 1 zu 1 reproduzierbar, was jedes Bild zu einem Unikat macht.

Shooting Harvard

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Sie ist mir ja auch auf der Reise in die USA kaputt gegangen, meine Agfa Box, und ich habe durchaus ein schlechtes Gewissen, hatte die Kiste doch Jahrzehnte weitgehend unbeschadet überstanden, bevor sie in meinen Besitz kam – okay, den Deckel musste man schon vor der Reise mit Tape verschließen.

Portra Beach

Portra Beach

Die Geschichte mit Borkum hatte ich ja schon erzählt, ich hatte auch berichtet, dass ich unter anderem die Voigtländer Bessa III mitgenommen hatte und wie es der Zufall so will – ich habe damit auch Fotos gemacht.

Please welcome 667

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Wieder einmal habe ich mir einen neuen Fotoapparat gekauft und das, wo ich doch weiß, dass mich eine neue Kamera nicht besser macht. Es ging aber auch nicht darum, ob ich eine neue Kamera brauchen würde, es ging darum, sich einen langgehegten wie irrationalen Wunsch zu erfüllen.

Die Voigtländer Bessa III alias Fujifilm GF670, also einer Cosina, stand neben einer Fujifilm GX617 ganz weit oben auf meiner Liste. Alleine schon die sehr überschaubare Verfügbarkeit auf dem deutschen Markt schien meine neuste Erwerbung eigentlich auf die Zukunft in unbestimmter Ferne zu verschieben. Bis ich mich mal wieder auf gefährlichstes Pflaster wagte – ins Photohaus Collonaden.

Da stand ich nun rum, erzählte Seemannsgarn und stellte schwerwiegende Fragen wie „Habt ihr denn irgendwas Aufregendes reinbekommen?“ Eigentlich war die Gefahr schon gebannt, als Bernd Nasner berichtete, er hätte einige ältere Leicas angekauft. Wir waren schon längst beim Fehlfokus von M9 in Kombination mit meinem Sonnar und dann nahm die Geschichte doch noch die verhängnisvolle Wendung. Irgendwem fiel ein, dass da doch gerade noch eine Bessa III reingekommen sei. Unauffällig sabbernd und weitgehend unzurechnungsfähig fragte ich nach dem Preis, dann nach dem Preis, den ich für angemessen hielt und dann schienen Engel und Teufel auf meinen Schultern einen entschlossenen Kampf auszufechten. Ich sagte, ich würde mich melden und musste dann auch schnell weiter.

Es wurde Abend, es wurde Nacht, ich bettete mein Haupt auf das Kissen und konnte nicht einschlafen. Ich driftete erst ins Land der Träume ab, als ich sicher war, die Kamera haben zu müssen. Am nächsten Tag stand ich also wieder in der Kleinen Theaterstraße auf der Matte und wickelte den Kauf in einer Viertelstunde ab. Her damit!

Nach der Arbeit reiste ich mit der Neueroberung nach Hause, setzte mich mit einem Gläschen 12 Jahre alten Bowmore zufrieden auf das Sofa und betrachtete meinen Neuzugang. „Oh, mein Gott, mir fehlt dafür doch die richtige Tasche ….!“

Olympus XA – die Mini-Messsucher

Olympus XA

Vor einigen Wochen hatte ich ja mein Smartphone ausgemustert, weil mir irgendwie doch die Disziplin fehlte, nicht immer draufzuschauen. Seither schleppe ich etliche Sachen mehr mit mir herum, was auf den ersten Blick gewiss kein Fortschritt ist, aber früher ging es ja irgendwie auch, noch ein Buch und gegebenenfalls eine kleine Kamera dabei zu haben.

Angeber Boulevard

Das führt uns dann auch direkt zum Thema, zur Olympus XA, die als analoge „Immer-Dabei“ zunächst den Vorzug erhalten hat vor der Minox 35 oder meiner lustigen Pentax auto 110 oder der sehr beschränkten Goldenhalf. Ich will mich jetzt gar nicht groß in Einzelheiten verlieren, das hat Ken Rockwell schon mal getan, aber die Eckdaten seien schnell skizziert. So verfügt die XA über ein 2.8/35mm-Objektiv in der beliebten Reportagebrennweite, die belichtet auf Kleinbild, verfügt über einen Messsucher und das machte sie zunächst einmal sehr interessant für mich.

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Allerdings, das obige Bild lässt es vermuten, harmonierten Fokus und ich nicht immer. Hier hatte ich auf Unendlich gestellt, den kleinen Hebel aber mittlerweile beim Öffnen und Schließen des Schiebers, der das Objektiv schützt, verschoben. Klar, ich bin angehalten, vor dem Auslösen zu prüfen, aber ich kann mit dem Messsucher kaum etwas erkennen, ich bin gewiss für alle Zeit verdorben durch meine Zeiss Ikon ZM, aber der von dieser XA ist für mich wirklich kaum zu sehen, dann kann ich auch schätzen, was mich dann vielleicht doch wieder zur Minox 35 bringen könnte, vorausgesetzt, mir läuft eine der späteren Modelle über den Weg.

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Für mich ist die XA vermutlich nicht der Weisheit allerletzter Schluss, aber ich habe mit ihr in den letzten Wochen einige Bilder gemacht, die mir sehr wichtig sind und ich bin sehr glücklich, dass ich sie auf Film gemacht habe …

Warum eigentlich analog?

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Für mich selbst meine ich die Frage beantwortet zu haben und trat der Mär vom Ende der Analogfotografie unlängst entschlossen entgegen, aber ich bin ja nicht alleine, was mich sehr zufrieden stimmt.

Neulich erst wieder aber war ich in einer Runde recht einsam und sah mich der These ausgesetzt, dass man analog nicht mehr fotografieren müsse, es sei reine Nostalgie. Ihr könnt euch vorstellen, wie entschlossen ich versuchte, auf dem Barhocker sitzend, aufzustampfen. Meine Sicht der Dinge wurde schnell zur Kenntnis genommen und doch als exotisch angesehen. Kosten und Aufwand würden doch angemessen sein.

Nun, meine lieben Analogfreunde und -freundinnen … gebt mir mehr Munition, sagt mir, warum ihr analog fotografiert. Man muss den Ignoranten doch helfen!

Berlin Stripes I

Checkie Charly

Ich war ja in Berlin, schon vor über einem Monat und während ich immer noch darauf warte, dass die Bilder vom Shooting mit zwei Models freigegeben werden, habe ich es doch wenigstens geschafft, den Kodak Portra 160 aus meiner Hasselblad XPan vollzumachen und endlich entwickeln zu lassen.

Bunteshauptstadt Berlin

Das erste Bild zeigt den früheren alliierten Grenzübergang „Checkpoint Charlie“ an der Friedrichstraße, der zu einer plumpen Touristenattraktion verkommen ist und die zweite Aufnahme habe ich irgendwo zwischen Wilhelm- und Friedrichstraße, unweit des Willi-Brand-Hauses gemacht.

Und trotzdem bin ich Hobby-Fotograf geworden

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Ich weiß gar nicht mehr, ob es die neunte oder zehnte Klasse war, in der ich in der Schule das Fach „Fotografie“ wählte. Ich hatte zumindest eine Spiegelreflexkamera, war sehr entschlossen sie zu benutzen und freute mich sehr darauf, von unserem Lehrer, Herrn K., etwas zu lernen.

Eigentlich mochte ich Herrn K. nicht so besonders, aber das hatte vermutlich auch damit zu tun, dass er Mathematik und Chemie unterrichtete, aber ich war bereit, ihm eine Chance zu geben und sollte es am Ende irgendwie doch bereuen.

Am ersten Tag stiegen wir gleich zusammen in den dunklen Keller des naturwissenschaftlichen Pavillons und standen in den Dunkelkammer. Die Gruppe interessierter Schüler stutzte zunächst ein wenig, dass nicht Theorie oder zumindest die Aufnahme von Bildern an erster Stelle standen, aber Herr K. würde schon wissen, wie er die Sache didaktisch aufzieht.

Da standen wir nun, im rot angehauchten Dunkel und der Lehrer arbeitete sich an einem Karton mit „abgelaufenem“ Fotopapier ab, was wir stauend verfolgten, weil das Pferd in der Wahrnehmung aller Schüler ja anders herum aufgezäumt werden sollte. Sollte es nicht! Unter ausführlichsten Erläuterungen, die zu keinem bemerkenswerten Erkenntnisgewinn führten, wurden Schalen für Entwickler, Fixierer und so weiter befüllt und das Fotopapier landete auf einem Vergrößerer.

Wir wunderten uns über gar nichts mehr und ließen es mit uns geschehen, immerhin blieben wir einigermaßen gespannt, was für ein Negativ aus seiner Sammlung Herr K. nun oben einlegen würde, wie das Bild dann auf dem Papier erscheine. Es erschien kein Bild, Herr K. knallte sein Lehrerschlüsselbund auf das Papier, belichtete und schwenkte das Blatt dann durch die Bäder bis wir unter lauten „Ahs“ und „Ohs“ den Umriss der Schlüssel bestaunten.

Das mögen wir hoffnungsvoll noch als einen etwas unorthodoxen Einstieg in die Fotografie betrachtet haben, aber nur bis zur kommenden Woche, wo sich das Spiel exakt wiederholte. Eine Woche später dann war Naturfotografie dran: ein Blatt wurde auf dem Papier platziert und es folgten Belichtung und Bäder. Bis zum Ende des Halbjahres dominierte dann wieder der Schlüssel und als es Zeugnisse gab, hatten wir nicht ein Foto geschossen oder einen Negativabzug gemacht.

Einige Jahre später nahm ich die Kamera wieder zur Hand.

Vielen Dank an Heinz Wille für das Bild zu diesem Beitrag.

Heimwerkerking 5000

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Den Musik spielenden Hund unserer Tochter haben wir mit Schraubenzieher und Lötkolben auch wieder dazu gebracht, Töne von sich zu geben. Mit breiter Brust und gehörig Selbstvertrauen ging ich also an das Projekt „Minolta 5000“ nachdem meine Spiegelreflexkamera aus dem Jahr 1988 nicht mehr gewillt war, den Film zurück zu spulen.

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Ich dachte mir, es könne so schwer nicht sein, mein Konfirmationsgeschenk, an dem ich vorwiegend aus sentimentalen Gründen hänge, zu reparieren. Ich kaufte also für einen Euro eine weitere 5000, investierte das Sechsfache in einen Schraubenzieher und noch ein paar Euro in Tütchen, um die Teile später wohlsortiert zuordnen zu können.

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Da ich kein Reparatur-Handbuch oder ähnliches habe, musste ich mich also so – Kreuzschlitzschraubendreher voraus! – auf die Suche machen. Entweder verfügt der Apparat über zwei Motoren, denn mein 1988er transportierte ja immer noch den Film weiter, oder es ist ein Motor, der nur noch in eine Richtung dreht oder wir haben Probleme mit dem Schalter.

Es ist ein Motor und er sitzt weder oben links noch oben rechts, sondern unten und es sind etwa 4 Millionen Zahnrädchen verbaut, um die Kraft durch den Apparat zu leiten. Den Schalter habe ich noch nicht zu 100% ausgemacht.

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Momentan stecke ich ein wenig fest in der Demontage, sehe keine Schrauben mehr, die ich lösen kann, allerdings solche, an die ich nicht herankomme. Außerdem gelingt es nicht, ohne den Einsatz von „nach fest kommt ab“-Gewalt die flexible Platine zu entfernen. Sollte ich also in der nächsten Zeit oder fernen Zukunft einen Beitrag mit dem Titel „Shice, es geht!“ veröffentlichen, dann haben ich mich aus der Sackgasse wohl befreit oder meine Minolta 5000 plus Ersatzteillager plus dem Tütchen mit den übrig gebliebenen Teilen, die irgendwo rausgefallen waren, an einen Profi übergeben.