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Die Verflossene

Tosend rauschen die Niagara Falls herunter, an Bord eines Ausflugschiffes geht es auf der „Maid of the Mist“-Tour immer näher heran an die Urgewalten, wir tragen blaue Kunststoffponchos hoffen, dass wir diesen Trip überstehen – ohne gänzlich durchnässt zu werden. Es sollte gelingen, wie auch einige Fotos.

Konsumblockade

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Ich nahm an, das „Gear Acquisition Syndrome“ (G.A.S.) wäre nicht heilbar. Was ich mir über Jahre in die Höhle geschleppt hatte, hätte meine aus Kriegserinnerungen resultierend Nahrungsmittel hortende Großmutter mehr als beeindruckt. Gewiss habe ich auch immer wieder Fotoapparate und Zubehörteile abgegeben, aber ich brauchte den neuen Impuls, ich wollte ihn und ich gab mir, was ich begehrte (und bezahlen konnte).

Sollte meine Frau am Ende richtig gelegen haben mit der Annahme, dass die im letzten Herbst und damit noch vor der Geburt unserer Tochter gekaufte Hasselblad zunächst die finale Anschaffung sein sollte? Ich kann es mir noch nicht so recht erklären, warum ich mich schon längst wieder rückfällig geworden bin. Das Kind hat alles, was es braucht und dazu noch vieles, was es nicht braucht.

Gewiss habe ich in einem leichtfertigen Moment gesagt, dass ich in diesem Jahr keine Kamera mehr kaufen würde, weil ich keine bräuchte und das ist ja auch richtig. Aber was ist es für ein „Versprechen“, wenn es mich nicht wirklich fordert? Ich erklärte dieses Vorhaben für nichtig, führte ich doch sonst nur einen Drôle de guerre gegen das G.A.S. Ich war also wieder bereit, die Geldbörse zu öffnen, aber es passierte zunächst nichts …

Mit wurde das 30mm Objektiv für die Hasselblad XPan angeboten, zu einem soweit vernünftigen Preis – ich wäre, sieht man von den Centerfiltern ab, komplett. Die reizvolle Gelegenheit und die Erinnerung daran, dass mir das Objektiv am Strokkur im isländischen Haukadalur wirklich fehlte, ermunterten mich dennoch nicht dazu, zuzuschnappen. Ein anderer Fall war der einer Leica M9, zwei Jahre alt, perfekt passend zu meinen Objektiven mit M-Bajonett, VB 2800 Euro. Der Tarif ist in Ordnung für den Markt, aber schon ob des schrecklichen Displays und des jämmerlichen ISO-Bereichs war es mir kein so großes Investment wert. Vielleicht war ich auch in Sorge, dass ich stets und ständig Hastags mit dem Bestandteil „leica“ verwenden würde. Eine Lytro Lichtfeld-Kamera hatte ich auch noch gesehen und zwar für schmale 149 Euro. Uninteressant.

Ach ja, und Großformat wollte ich doch auch haben. Wie hatte ich die Leute mit meinen Fragen genervt … Puff, kein gesteigertes Interesse mehr, zu umständlich, zu groß. Ich weiß ja eigentlich, dass mir das Negativ nicht groß genug sein kann, aber ich sehe mich am Ende mit einer Fujifilm GW690 III dastehen. Die hat große Negative und kaum mehr als das. Das hat auch was, nur müsste ich jetzt nochmal richtig heiß auf die Texas-Leica werden. Leica? Ups! Orr!