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Taro Ishiyama

Unbenannt

Ich liebe seine Fotos! – Und das sage ich selten über Aufnahmen. Sehr selten! Ich bin gewiss anfällig, wenn jemand vorwiegend attraktive japanische Frauen gekonnt in Szene zu setzen vermag, aber ich habe noch keinen Fotografen gesehen, dessen Bilder so glaubhaft wie aus einem Traum zu stammen scheinen. Ich wäre versucht, von Welten zu schreiben, die Haruki Murakami gezeichnet hat, aber selbst das wäre zu beliebig.

Unbenannt

Nun habe ich Taro Ishiyama schon einer ganzen Weile in den Ohren gelegen, dass ich doch so gerne ein kurzes Interview mit ihm machen würde und nun ist es mir tatsächlich gelungen, ihn zu ermutigen, die sprachlichen Barrikaden zu überwinden und zumindest einen kleinen Eindruck zu geben in seine Fotografie. Ich bin durchaus dankbar dafür. Ich habe ihm die Fragen zunächst geschickt, seine Antwort kam dann nach einer Weile zurück, daher klingt der Dialog ein wenig holprig, außerdem gab es etliche Übersetzungen. Ich bitte darum, uns das nachzusehen.

Unbenannt

Hallo Taro und vielen Dank für Deine Zeit. Ich kenne deine wundervollen Bilder von flickr und seitdem ich bestimmt schon ein halbes Dutzend deiner Bilder mit dem Favoriten-Sternchen versehen habe, dachte ich mir, es wäre interessant, etwas mehr über Dich und seine Arbeit zu erfahren.
Entschuldige bitte zunächst meine späte Antwort und bitte auch, dass mein Englisch alles andere als gut ist.

Ist die Fotografie nur deine Passion, dein Hobby oder bist Du hauptberuflicher Fotograf?
Die Fotografie ist mein Hobby und Teil meines Lebens oder die Sehnsucht nach der Unwirklichkeit.

Was ich an deinen Portraits mag, ist das Gefühl, dass sie wie im Traum erscheinen, als würde die Zeit stillstehen während man auf etwas wartet, ein wenig surreal. Ist es das, was Du zeigen möchtest?
Meine Portraits repräsentieren eine Beziehung zwischen den Objekten und mir. Ich mache Fotos von interessanten Dingen und schönen Momenten mit meiner Sensitivität.

Weißt Du schon vor Beginn eines Shootings, wie die finalen Bilder aussehen sollen oder wählst Du später aus einer deutlich größeren Auswahl aus?
Manchmal mache ich Bilder, die ich mir von Beginn an genau so vorgestellt habe, aber man kann auch „per Zufall“ großartige Fotos machen. Es bleibt auf jeden Fall schwierig, Fotos zu machen.

Fotografierst Du in erster Linie Freunde und Familie oder buchst Du Modelle oder wirst Du als Fotograf gebucht?
Ich mache Fotos meiner Freundin, der Familie und von Freunden.

Du arbeitest in erster Linie mit Filmkameras wie der Hasselblad 500. Welchen Film magst Du besonders und warum fotografierst Du auf Film? Soweit ich weiß, ist die analoge Fotografie in Japan durchaus populär.
Warum ich Film, üblicherweise den Fuji Pro 400H und den Kodak 400 TMAX, benutze? – Es ist das Werkzeug, mit dem ich den Moment als einen einmaligen empfinde.

返信ありがとうございます。

: ) t a l o w

Islands Weiten

Wide

Man könnte sich vorstellen, dass nun vielleicht Gerd Ruge ins Bild tritt und weit westlich seines Hauptberichtsgebietes mit angenehmer Stimme erzählt von der Landschaft Islands, vielleicht streut er noch einen Exkurs ein über Trolle und steuert eine Anekdote über den Kauf eines Pullovers bei, doch Gerd Ruge wird nicht ins Bild treten – nicht hier. Hier zeige ich, warum ich glaube, dass eine Hasselblad XPan mit nach Island muss.

Þingvellir

Besonders wild entschlossen war ich ja, Langzeitbelichtungen der Landschaft zu machen und tatsächlich ist mir eine solche gelungen, aber so richtig lang war es nicht, was einerseits an der Helligkeit – trotz ND 10 – lag und andererseits dem Wind, dem richtigen Wind, dem Nordmänner-Wind und dem Umstand, dass wir hier Teil einer Ausflugsgruppe waren, geschuldet war.

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Aber auch zum überlegten Schnappschuss war die XPan ein großartiges Werkzeug, zumal die Landschaft einen mit der schroffen Weite wirklich beeindrucken kann, wie hier am Feriensitz des isländischen Staatsoberhaupts.

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Manchmal schien aber auch das 45mm-Objektiv nicht alles auf Film bannen zu können, wie hier beim großen Wasserfall zu sehen, aber da das 30mm, wie ich schon auf meiner Facebook-Fanseite unterschwellig beklagte, nicht bezahlbar ist, muss und kann man mit diesen gar schrecklichen Beschränkungen gut leben.

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Aufgenommen wurden diese Bilder auf Fujifilm Neopan Acros 100 135/36 während der eintägigen Golden Circle Tour von Gray Line, die wir bereits von Deutschland gebucht hatten. Mit Busfahrer und Reiseleiter, dem Franzosen Gilbert, hatten wir ebenso viel Glück, wie mit dem Wetter.

Farbige isländische Streifen

Garðskagi

Weiter geht es in der lustigen Fotoshow! Vati flucht über den Diaprojektor, Mutti zerlegt den Käseigel und der Hund rennt mit den neuen italienischen Schuhen im Maul herum, die Onkel Walter aus Rücksicht auf den Teppich im Flur abgestellt hatte.

Haukadalur

Das erste Bild ganz oben zeigt den Leuchtturm Garðskagi und ist leider nicht in der Lage, den Sturm, der uns dort an der Küste heimsuchte, auch nur im Ansatz nachzuzeichnen, aber die Dunkelheit hat man ganz gut einfangen können. Das zweite Bild, ganz Sonnenschein, wurde am Rande des Geysir-Felds aufgenommen, das man auf der sehr kurzweiligen Golden Circle Tour aufsucht.

Puff

Das wäre hier dann der Strokkur (Dank an Chris für den Hinweis!) kurz nach dem Ausbruch. Man rechnet ja immer damit, dass die Fontäne gleich kommt und erschrickt dennoch so sehr, dass ich recht stolz darauf bin, die Kamera nicht völlig verrissen zu haben. Viel weiter weg hätte ich auch nicht stehen können, wenn ich die Absperrung nicht mit auf dem Bild haben wollte.

Parking

Zum Abschluss der heutigen Runde noch einmal der Honda, den wir uns geliehen hatten. Als SUV, der er nun einmal sein möchte, hatte er es ohnehin schon schwer, Zugang zu meinem Herzen zu finden, die stürmische Automatik und die schreckliche Sitzheizung nervten mich schon früh, der hohe Verbrauch trug seinen Teil dazu bei, aber in der Rückschau wäre ein Kleinwagen vielleicht suboptimal gewesen und ich denke fast dankbar an das ungefragte „Upgrade“ zurück.

Auf der Straße mit der Hasselblad XPan

Breites Street

Jetzt habe ich die kleine japanische Schwedin Hasselblad schon ein paar Wochen in meinem Besitz und nachdem ich mich zunächst versucht habe, in der Aufnahme der Weite, möglicherweise klassischen Panoramen, bin ich nun geneigt, auf die Suche zu gehen nach anderen Feldern der Betätigung für mein kleines Liebchen.

Obiges Bild zeigt nun die Kreuzung Ottenser Hauptstraße und Bahrenfelder Straße in Altona und die Gelehrten und Trolle mögen streiten darüber, ob das „Street“ ist oder nicht, aber es ist zumindest eine Menge los auf dem Bild, man sieht mehrere Passanten, die stehen, sich unterhalten, unsichtbare Linien ziehen durch die Szenerie. Freilich ist Ottensen nicht Manhatten, dieser Platz nicht der Time Square und der Moment nicht WOW, aber ich ahne Potential für die XPan in der Stadt.

Hasselblad XPan – der erste Film

Haus und Schlepper

Ich hatte mich ja vor einiger Zeit mal wieder massiv selbst belohnt und mir eine Hasselblad XPan ins Haus geholt. Ich mag die Kamera gar sehr. Sie fühlt sich gut an, sie ist schwer und schließlich auch nicht meine erste Fuji – ja, ja, die Schwedin ist eine Japanerin (Link). Ich ahnte also, worauf sich mich eingelassen habe und bereue nicht!

Langer Strom

Der liebe Christian, der die XPan nun ein wenig vermisst, hatte mir mitgegeben einen kernigen Graufilter, der 10 Blenden schluckt und so glaubte ich schon beim allerersten Film, dass ich hier schwer Langzeitbelichtungen wagen sollte. Einige gingen ein wenig in die Hose, weil der Schwarzschild-Effekt von Film zu Film unterschiedlich auftaucht und pro Film im Netz verschiedene Zeiten zu finden sind. Man muss halt auch ein bisschen probieren, was ich gewissenhaft tat und damit bei den 20 Aufnahmen auch reichlich Ausschuss produzierte, aber das ist hinnehmbar – solange man lernt.

Langer Strand

Nachdem ich heute meinen ersten Film abgeholt hatte, machte ich mich daheim gleich ans Scannen und habe am Treiber VueScan und in Lightroom gewissenhaft schrauben müssen, um die Ergebnisse, die der CanoScan 8800F mir angeboten hat, etwas ansehnlicher zu gestalten. Bei Mittelformat ist der Scanner wirklich eine gute Wahl, bei Kleinbild muss er sich offenbar hinten anstellen.

Eine Hasselblad XPan zur Belohnung

Hasselblad XPan

Eigentlich hatte ich Christian ja nur die Lomo Belair abgekauft und ihn so zeitnah nur angeschrieben, weil ich schauen wollte, ob er noch die Quittung hat, dann aber ließ er in einem Nebensatz durchscheinen, dass er seine Hasselblad XPan mit zwei Objektiven zu verkaufen gedenkt und bei mir knallten gleich alle Sicherungen durch.

Sollte die Traumkamera wirklich greifbar sein? – Der Zustand und der Preis ließen gar nichts anderes zu, als sich selbst darin zu bestärken, dass man sich, dass ich mich nach dem erfolgreichen und schönen Jahr 2012 selbst zu belohnen habe. Immerhin hatte ich meine beste aller Hälften zum Standesamt geführt und auch mein Buch – kein Fotografiebuch! – ist in diesem Jahr auf den Markt gekommen und das kann man auf die vielfältigste Weise feiern, zumal das nicht alles war, was Freude machte.

Nicht nur die für 2013 geplante Reise nach Island, auch x weitere Ideen, klare Bilder vor dem geistigen Auge – ich musste die Hasselblad, die eigentlich eine Fuji ist, haben und ich bekam sie. Seid also in nächster Zukunft auf breite Fotos und noch einige weitere Posts zur Kamera selbst gefasst. Ick freu mir!