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Strokkur Plopp

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Ach, Island. Man sieht auf dem Bild überhaupt nicht, dass es selbst an diesem sonnigen Tag im Mai recht frisch war auf der Insel, die unter sich soviel Hitze bereithält. Zu sehen ist der Geysir Strokkur kurz bevor die Wasserfontäne aus dem Boden kommt.

Garðskagaviti

Garðskagaviti

Ob die Einbindung dieses Bildes in diesem Format auf dem Blog Unsinn ist, das mag man sich fragen und von den Fragenden werden es vermutlich nicht wenige mit „Ja!“ antworten. Ich finde es schön portrabund und der Scrolldaumen ist der neue Wii-Arm!

Aufgenommen auf dem letzten Trip nach Island in der Nähe von Reykjavik mit meiner Hasselblad Xpan und Kodak Portra 160-Film. Wer hat gesagt, dass ein Panorama immer im Querformat aufgenommen werden muss?

Von Fotos, die ich hätte machen sollen

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Jedes Mal, wenn ich mir die Bilder meines kurzen Urlaubs in Tokyo ansehe, ärgere ich mich darüber, dass ich im Herbst 2005 viel zu wenig Interesse daran hatte, ordentliche Aufnahmen mit nach Hause zu bringen und stattdessen an Funktionsweise der preiswerten Kamera und Bildausschnitt so rudimentär interessiert zu sein, dass ich wünschte, mir heute selbst in den Hinter treten zu können.

Nun bin ich aber nur sehr bedingt ballettbeweglich und so muss ich Mittel und Wege finden, die angemessene Selbstkasteiung auf andere Weise zu betreiben. Ich lasse also Revue passieren, welche Bilder ich mir haben entgehen lassen, was besonders schmerzhaft ist, wenn Können nunmehr hinreichend vorhanden und Aufwand vor Ort in überschaubaren Rahmen geblieben wäre. Vielleicht ist es euch ja auch einmal so ergangen. Ausschließen wollen wir das alles nicht.

Quäle ich mich also zunächst mit Tokyo, was geographisch am weitesten von Hamburg entfernt ist und die Wahrscheinlichkeit, dass ich zeitnah dorthin zurückkehre besonders gering ist. Ich habe versäumt, am Harajuku Bahnhof am Rande des Yoyogi Park die Gothic-Szene gewissenhaft abzulichten – obiges Bild ist die Perle aus dem verwackelten Mist – und auch die absolut sehenswerten Rockabillies fehlen unbedingt in meinen Fotos, obwohl ich sie mir begeistert und verstört angesehen habe.

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Das nächste Bild, das ich nicht machte, liegt gar nicht so lange zurück. Auf meinem Urlaub auf Island fuhr ich bei wirklich schlechtem Wetter über die Straße 42 und meine Stimmung war unten im Keller, wie ich bzw. meine Frau hier glänzend illustriert. Wir fuhren also diese Straße entlang, der Asphalt verschwand, was nicht hätte passieren dürfen und die Piste bestand nur noch aus Asche, wie die Hügel drumherum, der Strand rechts von uns, der nicht hätte da sein dürfen und alleine orangefarbende Kunststoffpfeiler gaben dem Ganzen im Nebel etwas Struktur. Ich hätte aussteigen sollen und das festhalten müssen, aber ich wollte nicht aussteigen, ich wollte da weg. In Reykjavik wusste ich schon lange, dass ich mir die Zeit hätte nehmen sollen.

Zu meiner Überraschung ärgere ich mich auch darüber, in New York City nicht das typische Bild der Brooklyn Bridge gemacht zu haben, ich stand nur links von der Brücke und schaute auf den Süden Manhattens. Gewiss darf man behaupten, dass das Motiv schon so dermaßen weggeknipst wurde, aber dennoch hätte ich gerne versucht, vom abgelutschten Standort etwas anderes hinzubekommen. Jetzt weiß ich nicht, ob mir das möglich gewesen wäre.

Zum Ausklang nach diesem unvollständigen Rückblick sei aber versichert, dass der Ärger verraucht ist, ein wenig Bedauern übrig bleibt und ich zum Glück auch schon viele Bilder gemacht habe, die ich hätte machen sollen und in denen ich auch zur rechten Zeit am rechten Ort war. Fotografieren ist schon ein ziemlich geiles Hobby!

Islands Weiten

Wide

Man könnte sich vorstellen, dass nun vielleicht Gerd Ruge ins Bild tritt und weit westlich seines Hauptberichtsgebietes mit angenehmer Stimme erzählt von der Landschaft Islands, vielleicht streut er noch einen Exkurs ein über Trolle und steuert eine Anekdote über den Kauf eines Pullovers bei, doch Gerd Ruge wird nicht ins Bild treten – nicht hier. Hier zeige ich, warum ich glaube, dass eine Hasselblad XPan mit nach Island muss.

Þingvellir

Besonders wild entschlossen war ich ja, Langzeitbelichtungen der Landschaft zu machen und tatsächlich ist mir eine solche gelungen, aber so richtig lang war es nicht, was einerseits an der Helligkeit – trotz ND 10 – lag und andererseits dem Wind, dem richtigen Wind, dem Nordmänner-Wind und dem Umstand, dass wir hier Teil einer Ausflugsgruppe waren, geschuldet war.

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Aber auch zum überlegten Schnappschuss war die XPan ein großartiges Werkzeug, zumal die Landschaft einen mit der schroffen Weite wirklich beeindrucken kann, wie hier am Feriensitz des isländischen Staatsoberhaupts.

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Manchmal schien aber auch das 45mm-Objektiv nicht alles auf Film bannen zu können, wie hier beim großen Wasserfall zu sehen, aber da das 30mm, wie ich schon auf meiner Facebook-Fanseite unterschwellig beklagte, nicht bezahlbar ist, muss und kann man mit diesen gar schrecklichen Beschränkungen gut leben.

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Aufgenommen wurden diese Bilder auf Fujifilm Neopan Acros 100 135/36 während der eintägigen Golden Circle Tour von Gray Line, die wir bereits von Deutschland gebucht hatten. Mit Busfahrer und Reiseleiter, dem Franzosen Gilbert, hatten wir ebenso viel Glück, wie mit dem Wetter.

Farbige isländische Streifen

Garðskagi

Weiter geht es in der lustigen Fotoshow! Vati flucht über den Diaprojektor, Mutti zerlegt den Käseigel und der Hund rennt mit den neuen italienischen Schuhen im Maul herum, die Onkel Walter aus Rücksicht auf den Teppich im Flur abgestellt hatte.

Haukadalur

Das erste Bild ganz oben zeigt den Leuchtturm Garðskagi und ist leider nicht in der Lage, den Sturm, der uns dort an der Küste heimsuchte, auch nur im Ansatz nachzuzeichnen, aber die Dunkelheit hat man ganz gut einfangen können. Das zweite Bild, ganz Sonnenschein, wurde am Rande des Geysir-Felds aufgenommen, das man auf der sehr kurzweiligen Golden Circle Tour aufsucht.

Puff

Das wäre hier dann der Strokkur (Dank an Chris für den Hinweis!) kurz nach dem Ausbruch. Man rechnet ja immer damit, dass die Fontäne gleich kommt und erschrickt dennoch so sehr, dass ich recht stolz darauf bin, die Kamera nicht völlig verrissen zu haben. Viel weiter weg hätte ich auch nicht stehen können, wenn ich die Absperrung nicht mit auf dem Bild haben wollte.

Parking

Zum Abschluss der heutigen Runde noch einmal der Honda, den wir uns geliehen hatten. Als SUV, der er nun einmal sein möchte, hatte er es ohnehin schon schwer, Zugang zu meinem Herzen zu finden, die stürmische Automatik und die schreckliche Sitzheizung nervten mich schon früh, der hohe Verbrauch trug seinen Teil dazu bei, aber in der Rückschau wäre ein Kleinwagen vielleicht suboptimal gewesen und ich denke fast dankbar an das ungefragte „Upgrade“ zurück.

Zurück aus dem Nordatlantik

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Wer hätte gedacht, dass mal jemand das gute Wetter auf Island vermissen würde, wenn er Ende Mai aus dem Nordatlantik nach Hamburg zurückkehrt? – Ich vermutlich nicht, aber wollen wir nicht zu dick auftragen: an den wenigen Sonnentagen in dieser Woche trugen nur die Isländer kurze Hosen und T-Shirts. Der Tourist an sich, und da nehme ich mich nicht aus, hält Fleece für kaum weniger angemessen.

Nach einigen Tagen in und rund um Reykjavik bin ich also wieder zurück und habe natürlich fest vor, diese Reise anhand des einen oder anderen Fotos Revue passieren zu lassen. Zunächst kommt das, was die Digitalkamera bannte, dann lege ich die Ergebnisse aus der Hasselblad XPan vor und darf schon im Vorwege verraten: so einfach war das alles gar nicht.