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Pentax 645Z – die Betrachtung

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Digitales Mittelformat – für viele Fotointeressierte vermutlich unerreichbar wie ein Riva-Motorboot und vielleicht gerade aus diesem Grunde so reizvoll. Ich habe im letzten Jahr einige Tage mit der 645D arbeiten können, nannte sie in Anlehnung an die Pentax 67 „The Beast“ liebevoll „Die Axt“ und das kam nicht überall gut an. Ich verzichte nun auf einen Kosenamen, will die Bindung zur Kamera auch nicht zu intensiv werden lassen, um leichter mit dem Trennungsschmerz umgehen zu können.

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Die zweite Generation der digitalen 645 von Pentax (Ricoh Imaging) bringt einige Neuerungen mit (Technische Daten in erschöpfender Breite). Außen hat sich an der guten Bedienbarkeit der weiterhin sehr robusten Kamera kaum etwas geändert, das brillante wie große Display lässt sich nun auch klappen, einige Knöpfe haben daher die Position geändert, das Typenschild ist nun silbern mit schwarzer Schrift – vorher war es umgekehrt. Im Inneren hat sich dagegen reichlich getan. Neu ist neben dem neuen PRIME III Prozessor der CMOS-Bildsensor von Sony mit 51,4 Megapixel Auflösung und einer Empfindlichkeit bis zu ISO 204800, die Aufzeichnung von Full-HD Video ist möglich, Live View ist an Bord, auf einen Tiefpassfilter wird verzichtet. Fraglos eine Notiz wert, ist der Umstand, dass der Sensor auch von Hasselblad (H5D-50c) und Phase One (Rückteil IQ250) verbaut wird, wobei die beiden Mitbewerber deutlich höhere Preise für ihre Geräte verlangen. Die H5D-50c (Gehäuse) kostet rund 25.000 Euro und das IQ250 schlägt sogar mit rund 30.000 Euro zu Buche – das Pentax-Gehäuse kommt auf rund 8.000 Euro und wird daher preislich eher gegen die Profi-Vollformatkameras Nikon D4s (rund 6.200 Euro) oder die Canon EOS-1D X (rund 6.000 Euro) antreten. Das am Rande.

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Mit einem Gewicht von 2,037 kg (schussfertig mit dem 2.8/55mm) ist die Pentax alles andere als ein Leichtgewicht, lässt sich aber am großen Griff erstaunlich gut halten – zum Vergleich: Eine Hasselblad 503 CW mit Winder, Prisma, 2.8/80mm und dem digitalen Rückteil CFV-50 bringt rund 2,650 kg plus Batterie und CF-Karte auf die Waage. Auf Dauer ist die Arbeit auf dem Stativ schon bei etwas längeren Verschlusszeiten absolut zu empfehlen, wobei die beiden Stativgewinde unter der 645Z und an deren rechten Seite ausgesprochen hilfreich sind. Sechzehn Objektive stehen derzeit für das Bajonett zur Verfügung, wobei die FA-Reihe keinen Bildstabilisator mitbringt, die DFA-Objektive dann aber schon. Darüber hinaus adaptieren nicht wenige Pentax-Fotografen ihre alten 67er Scherben. Beim manuellen Fokussieren muss man allerdings verzichten auf die Möglichkeit, eine Mattscheibe mit Schnittbild o.ä. zu bestellen, auch Katzeye hat so etwas bislang nicht im Programm. Allerdings lässt Pentax den Nutzer nicht alleine und gibt optisch wie auch akustisch bei halb gedrücktem Auslöser kund, wenn man das angepeilte Objekt scharf hat. Über den Menüpunkt „Live View“ kann man darüber hinaus auch noch ein Peaking aktivieren, dass dann aber auch nur über das Display zu nutzen ist. Das liegt in der Natur der Sache, stellt mich als Sucher-Fan aber nicht ganz zufrieden.

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Die Bedienung ist, wie ich schon skizzierte, sehr einfach, alle wichtigen Funktionen sind schnell zu erreichen, selbst die Spiegelvorauslösung ist mit einem einzigen Regler zu bedienen – das ist bei dem großen Spiegel auch sehr sinnvoll. Ich habe zudem den Vorteil, dass ich die Pentax K-3 schon kenne und damit im Menü vor keine Rätsel gestellt werde, aber ich behaupte, dass man sich das auch ohne Lektüre der Bedienungsanleitung schnell aneignen kann. Anders als vielleicht bei Olympus, wo ich anhand der kleinen OM-D die Bedienung bitter beklagte, was nicht alleine dem kleinen Gehäuse geschuldet war. Alles in allem unterscheidet sich die Steuerung der Kamera deutlich von den Mitbewerbern im digitalen Mittelformat – der Umstieg von einer DSLR wird einem – die entsprechende Solvenz vorausgesetzt – leicht gemacht.

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Eine kleine Übersicht über das lieferbare Zubehör hat Pentax vorgelegt und sie illustriert, was der Kamera von Werk aus zunächst einmal fehlt, wie zum Beispiel ein GPS-Modul oder WiFi, aber beides ist ja zu bekommen und so teuer nicht. Das Pentax O-GPS 1 amaz wird oben auf den Blitzschuh gesetzt, mit der einer EyeFi-Karte nicht unähnlichen O-FC1 16GB SDHC FLU-Karte amaz wird die drahtlose Übertragung auf ein Tablet oder Smartphone möglich, ebenso die Kamerasteuerung.

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ISO 100, 55mm, f/2.8, 1/500s

Ein Shooting mit Model habe ich in den wenigen Tagen, in denen ich die 645Z zur Verfügung hatte, nicht auf die Beine stellen können, aber das Wissen darum, dass mein geschätzter Freund und Kollege Patrick Ludolph eben dieses tun wird, tröstet mich sehr darüber hinweg. Ich darf also nur zu gerne auf neunzehn72.de verweisen, wo er seine Eindrücke vorstellt. Hier nun aber zumindest ein Portrait eines guten Freundes, ein Schnappschuss, der zumindest Schärfentiefe und Bokeh nachvollziehen lässt. Sehr lässig!

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ISO 100, 55mm, f/2.8, 1/6s

Dessen ungeachtet, ist es natürlich auch mir möglich, weitere Bildergebnisse zu präsentieren, keines „out of cam“, allesamt bearbeitet in Adobe Photoshop Lightroom 5amaz sowie Alien Skin Exposure 5 und doch denke ich, dass man diesen beeindruckenden Dynamik, mitunter die Möglichkeiten der Freistellung, die Brillanz nachzuvollziehen, die möglich ist.

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ISO 100, 55mm, f/6.3, 0,4s

Nicht ausprobiert habe ich die Leistung der Kamera im hohen ISO-Bereich, aber dankenswerter Weise gibt es ja Leute, wie den Fotografen Ming Thein, der sich hier oder hier die Mühe gemacht hat.

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ISO 100, 150mm, f/5.6, 1/800s

Auch im Telebereich und bei etwas weiter geschlossener Blende ist die Freistellung schon sehr fein und auch der Dynamik-Umfang ist sehr weit vorne, wie vielleicht das folgende Bild bei Dämmerung ganz brauchbar illustriert, obwohl bei Offenblende gegen das Licht aufgenommen.

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ISO 200, 55mm, f/2.8, 1/2000s

Was schwer wiegt und nicht mehr ganz so kompakt ist, will gut transportiert werden. Zur Kamera hatte Pentax mir mitgeliefert ein B&W Outdoor Case Typ 40 RPD (variable Facheinteilung) schwarzamaz, wo die Kamera mit aufgesetztem 55m, das 150 mm, zwei Akkus, das Ladegerät und etwas Kleinzeug gut hinein passt. Für einen Ausflug war mir der Koffer aber zu sperrig und so griff ich auf das bewährte Ari Marcopoulos Bag zurück, das alles das sehr bereitwillig aufnahm und gerade beim Objektivwechsel sehr praktisch war.

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Zur nörgeln gibt es natürlich auch etwas und zwar an der Blitzsynchronzeit, die mit 1/125 s nicht sonderlich kurz ist. Da ist Hasselblad mit dem hier bereits genannten Modell, das 1/500 s bietet besser aufgestellt. Allerdings ist es kein Ausschlusskriterium, da sich die Freistellung auch bei weiter geschlossener Blende realisieren lassen. Auch finde ich den Rahmen, in dem man durch den Sucher das AF-Feld verschieben kann, leider sehr klein, wie man hier oben sehen kann. Man ist durch die Systemkameras aber auch schon etwas verdorben. Beklagen tue ich mich kaum darüber, dass die 645Z auf der Straße sofort auffällt, aber „Street“ ist ja eh nicht so mein Feld.

Mein Fazit ist dennoch sehr wohlwollend, das sollte es auch sein bei einer solchen mächtigen und leistungsstarken Kamera. Es hat viel Spaß gemacht, mit ihr zu fotografieren, das Handling ist problemlos, wenn man nicht zu schwächlich ist. Der Auslöseklang, der mir immer so wichtig ist, kommt nicht an eine Pentax 67 ran, aber man wird dennoch darauf verzichten, bei Hochzeiten in Kirchen damit Bilder zu machen, was nicht an der fehlenden ISO-Leistung liegt, sondern eher an der Sorge, die Zeremonie zu stören. Auch für Sportaufnahmen mit schneller Bildfolge sollte man anderes Gerät wählen, aber wenn man ein wenig Zeit hat, sich einlässt, dann ist die 645Z, die auch „Schnappschuss“ kann, selbst für den gut situierten Hobby-Fotografen erreichbar. Man darf sich nur nicht der Illusion hingeben, fortan würde man nur noch fotografische Meisterwerke anfertigen. Alleine an der Kamera würde es nicht scheitern.

In meinem Fazit zum Vorgänger hatte ich im letzten Jahr geschrieben, dass ich die 645D nicht wollte, weil ich träumte von einer Hasselblad 503 mit Digitalrückteil. Heute habe ich eine 503 CW, mit der ich ausschließlich mit Film fotografiere und ich nehme an, dass es dabei bleiben wird. Die Rückteile wäre für mich nicht mehr zu rechtfertigen nachdem ich die 645Z habe ausprobieren dürfen.

Beispielbilder:

Sony QX100 – die Betrachtung

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Kein Sucher, kein Display, keine RAWs, kein Blitz, nicht einmal ein Netzstecker, um den Akku in der „Kamera“ aufzuladen und das alles für einen Listenpreis von rund 450 Euro, der mittlerweile (Juni 2014) auf einen Straßenpreis bei amazon.de von 290 Euro gefallen ist. Das klingt nicht nach einem Schnäppchen, aber wenn man sich vor Augen hält, dass man im Grunde eine RX100 II – so sagte man mir auf dem Alpha-Festival – bekommt, nur eben ohne Display, Blitz oder Blitzschuh, für einige Hundert Euro weniger, könnte man annehmen, einen verdammt guten Deal zu machen.

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Ob man das tut, will ich hier – in einem nach Update der Sony PlayMemories-App und meinem neuen Wissen über die Arbeit mit Android überarbeiteten Beitrag – versuchen zu beantworten und es wird vielleicht ein wenig kompliziert. Handeln wir also die technischen Daten der QX100 mit einem Link auf die Webseite von Sony Deutschland soweit ab, dass nur noch festgehalten wird, dass der Chip mit einem Zoll recht groß ist, 20,2 Millionen Pixel aufzunehmen hat und mit einem Zeiss-Objektiv mit einer im Kleinbild 28-100mm entsprechenden Brennweite aufwartet und eine Anfangsblende von f1.8 wahrlich beeindruckend klingt.

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out of cam, ISO 3200, f1.8, 1/5 sec.

Das Objektiv ist für das einer Kompaktkamera fraglos eine sehr gute Scherbe und der Prozessor ist mehr als brauchbar, wie meine kleinen Reviews zu RX100 und RX100 II untermauern sollen, aber so spannend, wie die Lichtstärke klingt, ist sie dann doch nicht. Im Telebereich haben wir mitunter eine „Offenblende“ von f4.9, gerade da, wo für Portraits etwas mehr Bokeh ganz schön wäre. Das muss eine Kompaktkamera bestimmt nicht leisten, aber wenn man auf die f1.8 schon so oft in den Vordergrund schiebt, sei ein Blick ans andere Ende gestattet. Mitbewerber geben an, lichtstärkere Objektive zu verbauen, allerdings bei zum Teil deutlich kleineren Sensoren, was wieder sehr für das spricht, was Sony mit der QX100 anbietet.

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Sensorgrößen im Verhältnis – freilich nicht tatsächliche Abmessungen

Soweit so normal, muss ich nun doch auf das Spezielle der QX-Reihe, die noch die kleinere QX10 umfasst, eingehen. Da diese Geräte sowohl zu Android- als auch zu iOS-Geräten kompatibel sein sollen und in der Regel, wenn überhaupt, nur per Klammer oder als Xperia Z oder Z1 per „Handyschale“ (siehe oben) mit diesen verbunden sind, findet die Verbindung zu Smartphone oder Tablet über WiFi statt. Sony-Geräte mit Nahfeldkommunikation (NFC) koppeln in der Regel relativ schnell, bei einem iPhone/iPad ist es mitunter schon etwas lästiger, schließlich muss man in den Einstellungen den Hotspot, den die Kamera aufbaut, auswählen. Diese Verbindung ist nach dem Update der App schneller geworden, aber für das schnelle „Kamera raus und abgedrückt“ ist es doch immer noch zu aufwändig. Da erhoffe ich mir in Zukunft noch Verbesserungen. Ist das Duo aber erst einmal verbunden, kann man zum Beispiel auf einer Feier munter losknipsen.

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Sony hat ja vor einiger Zeit mitgeteilt, dass man auch externe Entwickler einlädt, an der Weiterentwicklung der Software mit zu arbeiten, und das ist durchaus nötig. Es stehen dem Nutzer derzeit nur rudimentäre Einstellmöglichkeiten zur Verfügung. Man darf sich drei Automatiken hingeben oder die Blende bestimmen. Es ist weder möglich, die Verschlusszeit zu bestimmen, noch – und das macht es dann etwas schwierig – die ISO einstellen. Dass die App darüber hinaus noch einigen Komfort mehr, die die Anzeige des Telefonakkus, zumindest bei Sony-Geräten, bieten könnte, notieren wir mal mit Bleistift, aber die Beschränkungen für die unmittelbare Fotografie sind durchaus „ungewohnt“, vor allem, wenn man die RX100 und deren Nachfolger kennt.

Auf Nachfrage gab man mir zu bedenken, dass das Gros dieser angesprochenen Defizite durch ein Firmware-Update zu beheben sind – der Ist-Zustand ist der zur IFA 2013 in Berlin und manchmal muss man eben Termine einhalten. Ich hätte mir auch gewünscht, dass die GPS-Daten erfasst oder vom Telefon übernommen werden. Ich habe keine derartige Option gesehen und auch die Kollegen von dpreview vermerken ein „No“ bei der Frage, ob GPS angeboten würde. Ob das per Firmware zu lösen ist, und wenn ja, für welche Plattform, vermag ich nicht zu sagen. Was ich mich gleich zu Beginn gefragt hatte, war, ob der zusätzliche Akku-Verbrauch beim iPhone mich besonders stören würde, wo ich denn oft genug am Abend bei nur noch 10-20% bin. Dem war nicht so. Wenngleich das Display vermutlich immer ähnlich viel Strom verbraucht, wenn es eingeschaltet ist, bin ich in den Testtagen niemals mit leeren Akku zum Aufhören verdammt worden. Das wird aber gewiss nicht klappen, wenn man Telefon mit QX den ganzen Tag „im Anschlag“ hat.

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out of cam, ISO 160, f8, 1/180 sec.

Fazit – Ich finde es mutig und sehr interessant, dass Sony sich immer wieder vorwagt und vielleicht ungewöhnliche Projekte bis zur Serienreife bringt. Dass sich die Japaner getraut haben, mit der RX1 eine kompakte Vollformatkamera oder mit der A7(R) eine Systemkamera mit Vollformat auf den Markt zu bringen, hat mir durchaus imponiert, auch die Abkehr von der klassischen DSLR war gewiss ein Wagnis, wie nun auch die QX100 – mehr noch als die kleine Schwester, die QX10. Man hat damit mehreren Punkten Rechnung getragen: 1) Immer mehr Fotos werden mit dem „Handy“ gemacht und geteilt. 2) Warum sollte man die Kunden für etwas extra zahlen lassen, was sie ohnehin immer bei sich haben: den mobilen Internetzugang und ein Display?

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Insgesamt gilt es also festzuhalten: Es funktioniert, aber nicht nur die im Text von mir aufgeführten Hürden, Beschränkungen oder der so überschaubare Lieferumfang ließen mich skeptisch zurück, auch die schiere Größe eines Gerätes, das vom Verzicht lebt, irritiert mich – und andere, wenn ich mit angesetzter Kamera mal ans Telefon gehen muss! (ó_ò)

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Die QX100 ist betriebsbereit viel tiefer als meine aktuelle „Immer-dabei“ Ricoh GR. Die hat zugegebenermaßen nur eine Festbrennweite, aber auch einen ausgewachsenen APS-C-Sensor an Bord, ist viel schneller bereit, bietet mir die vermissten Einstellmöglichkeiten und ist damit als Fotoapparat unterwegs für meine Zwecke viel geeigneter, aber sie ist auch viel teurer! Da könnte man auf das eingangs skizzierte Argument von der Kostenersparnis wieder aufgreifen …

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Two more things … Wirklich Spaß gemacht hat die QX, wenn ich sie auf ein Lichtstativ gesetzt und sie dann auf eine Höhe von drei bis vier Metern hochgefahren habe. Aus der Höhe hat man eine ganz andere Sicht auf die Dinge, läuft aber auch Gefahr, von Passanten angesprochen zu werden – ich rang mit dem Gedanken, eine Landvermesser-Jacke mit Leuchtstreifen anzuschaffen.

So sehr ich noch diese und jene Funktion in einem – hoffentlich zeitnahen – Firmware-Update noch erhoffe, so interessiert waren doch jene Menschen aus meinem Umfeld, die sich der Fotografie als Hobby nicht hingeben und denen das Modul sehr praktisch erschien. Die QX ist also am Ende gesehen von meiner Warte aus betrachtet eine gute Idee, aber noch nicht ganz fertig und schürt die Vorfreude auf kommende Firmwareupdates.

 

Nachtrag, Juni 2014

Sony hat der Kamera mittlerweile einige Updates spendiert, so können der ISO-Wert von 160 bis 12800 eingestellt, die Blende im A-Modus von f1.8 (Weitwinkel) bis f11 und die Verschlusszeit im S-Modus zwischen 1/2000 bis 30s gewählt werden. Einen ganz manuellen Modus gibt es weiterhin nicht, die Belichtungskorrektur tröstet darüber aber in dieser Kameraklasse fraglos darüber hinweg. Eine ganze Menge neuer Features sind also dazu gekommen. Für eine Schnappschusskamera bleibt sie mir zu wenig spontan, vereinzelte Verbindungsabbrüche stören.

Pentax K-3 – die Betrachtung

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Heute wurde der Vorhang gelüftet: Ricoh Imaging stellt das neue Spitzenmodell der K-Serie, die Pentax Ricoh K-3, vor und ich habe das Glück wie Vergnügen schon am Tage der Ankündigung einen ersten kurzen Review zum neuen Flaggschiff anbieten zu können.

Die K-3 ist nicht die von vielen erwartete Vollformat-Kamera, sondern eine deutlich überarbeitete und verbesserte Version der Pentax K-5 II(s), deren Gehäuse sie in größten Teilen übernimmt. Es gibt einige Unterschiede im Detail, aber sonst haben wir es mit der gleichen „Verpackung“ zu tun. Unter der sprichwörtlichen Haube wartet dann aber auf den Fotofreund unter anderem ein neu entwickelter CMOS-Sensor mit 24 Megapixeln, ein RGB Lichtmesssensor mit 86.000 Pixeln, ein neues Autofokus-Modul SAFOX VI mit 27 AF-Sensoren, davon 25 kreuzförmig angeordnet. Der Arbeitsbereich des AF-Moduls liegt zwischen LW -3 und +18. Selbst bei weniger guten Lichtverhältnissen agierte der AF schnell und genau. Schnell bewegliche Ziele, wie Radfahrer oder Rennautos habe ich leider nicht einzufangen versucht und kann zu diesen Extremsituationen keine Aussagen machen. Insgesamt ist er gegenüber der K-5 II deutlich verbessert, wie mir ein Kollege versicherte, der beide Kameras kennt.

aufgenommen ohne Tiefpassfilter-Simulation

aufgenommen ohne Tiefpassfilter-Simulation

Die Gerüchteküche wusste darüber hinaus schon, dass es zwar keinen klassischen AA-Filter (Tiefpass) geben wird, der Moiré-Effekt jedoch softwareseitig unterbunden werden soll. Das ist halbrichtig, denn die Software steuert die Tiefpassfilter-Simulation nur und zwar in zwei Stufen. Hierfür wird die Sensoreinheit in Microschwingungen versetzt und sorgt so für eine minimale Unschärfe, wie Ricoh Imaging mitteilt.

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Desweiteren verbessert wurde die Bildstabilisierung, es gibt eine Mehrfeldmessung für den Weißabgleich, etliche Setups und Filter gibt es, die ich mir überhaupt nicht angesehen habe, außerdem darf noch notiert werden, dass bis zu 8,3 Bildern in Serie möglich sind wie auch Videoaufnahmen in Full-HD.

Soweit der erschöpfende Technikteil und weiter zur Praxis, was mir immer viel wichtiger ist, denn Datenblätter sind überall erreichbar und sagen über die Arbeit mit der Kamera selten viel aus.

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Handhabung – Das Gehäuse ist von der K-5 II(s) bereits weitgehend bekannt, zeigt sich mit 131,5 x 100 x 77,5 mm ausgesprochen kompakt und dennoch sind alle regelmäßig gebrauchten Funktionen ohne den weiten Weg in die Tiefen des Menüs erreichbar, der AF-Knopf über der Daumenablage dabei übrigens immer wieder, auch wenn ich es nicht wollte. Wie es sich für die Klasse gehört, gibt es zwei Einstellräder in Griffweite, das Modusrad lässt sich feststellen. Ein großes Display oben auf der Kamera zeigt die wichtigsten Informationen, auf der Rückseite wartet die K-3 mit einem mit 3,2 Zoll recht großem Farbdisplay auf – das ist vermutlich zur Enttäuschung vieler Makrofotografen nicht klappbar. Für mich ist dies in den allermeisten Situationen leicht verschmerzbar.

Von der Haptik her bin ich absolut begeistert, alles macht einen sehr hochwertigen Eindruck, die K-3, die gegen Canon EOS 70D, Nikon D7100 oder die Sony SLT-A77 antritt, liegt trotz der geringen Größe sowohl in meiner großen Hand gut, wie auch in der meiner Frau, die deutlich kleiner ist.

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Was die Pentax zu einer wirklich ernstzunehmenden Kamera macht, ohne Vollformat zu bieten, ist unter anderem auch der zweite Steckplatz für eine SD-Karte. Eine „Sicherheitskopie“ gleich während des Shootings anzulegen, ist für all jene, denen eine Karte schon einmal kaputt gegangen ist, ein ganz wichtiges Feature. Weiterhin für den Einsatz in jeder Lebenslage von Belang ist der Umstand, dass auch die K-3 gegen Regen und Feuchtigkeit mit nunmehr über 90 Dichtungen geschützt wird.

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WiFi – Zusammen mit der FLU CARD, einer von Ricoh/Pentax ausgewählten WiFi-Karte, ergeben sich da einige sehr reizvolle Möglichkeiten, wie ich meine. Die K-3 wird dabei mit Computer oder Mobilgerät über Wireless LAN verbunden und erlaubt Fernsteuerung von Kamerafunktionen, wie Belichtungszeit und Blende, ISO-Einstellung, Fokusfeldwahl und schließlich die Auslösung – das Live View-Bild wird dabei auf das verbundene Gerät gestreamt. Leider habe ich diese Funktion nicht austesten können, aber die Möglichkeit von „tethered Shooting“ scheint nicht all zu abwegig zu sein. Schön wäre es, wenn man direkt in Lightroom exportieren könnte.

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out of cam (gerade gerückt)

Zubehör (die Lage) – Als Sony-Nutzer weiß ich nur zu gut, wie oft man darauf gestoßen wird, dass Canon und Nikon den Markt beherrschen, doch das sollte niemanden abschrecken, der keine breite Auswahl von TTL-Blitzfernauslösern sucht – vermutlich nicht einmal diese. Interessant ist ja immer die Auswahl an Objektiven: Pentax selbst führt zum Beispiel über 40 verschiedene K-Bajonett-Objektive im Programm, Sigma steuert aktuell 36 Modelle bei, Tamron immerhin derer acht und wer Glück wie Geld hat und manuellen Fokus mag, könnte sich noch auf die Suche begeben nach einem gebrauchten ZK-Objektiv von Zeiss. In Sachen Glas scheint die Versorgung soweit gesichert. Einen Gurt bietet Pentax (nach meinen neusten Informationen) an, doch da die K-3 so handlich ist, würde ich ja zum Beispiel ausweichen auf den Artisan & Artist ACAM 103N Kameragurt rot – das gibt einen schönen Kontrast und da der Gurt so breit nicht ist, taugt er auch als – selbstverständlich geschlungene – Handschlaufe.

Fazit – Ich habe die Pentax K-3 in den Stunden, die wir miteinander haben verbringen können, schätzen gelernt. Ohne einen Blick in die Anleitung, die mir nicht vorlag, konnte ich mit ihr sofort losfotografieren. Die Ergebnisse machen einen guten Eindruck, sogar meine hilflosen Schwenks im Videomodus bei manueller Fokussierung funktionierten ganz gut, aber für ein Urteil in dieser Disziplin bin ich leider zu wenig im Thema und liefere auf Basis gefährlichen Halbwissens lieber weiter keine Stellungnahme zu diesem Thema.

Die K-3 hat in meinen Augen das Zeug zu einer hervorragenden Reisekamera, die passt mit aufgesetztem 1.8/50 neben zwei weiteren Objektiven sehr gut in mein Black Label Bag Oskar’s One Day Bag Mark II, das es hierzulande nicht zu kaufen gibt, aber zum Beispiel Amazon hat die sehr ähnliche und bestens verarbeitete Artisan & Artist ACAM 7000 Tasche für SLR-Kamera schwarz im Programm.

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Vor lauter Fotografiereuphorie habe ich mich mal wieder in der Anfertigung eines Reihenpanoramas nach der Brenizer Methode versucht und die Einrichtung der Kamera ging dabei so schnell von der Hand, dass ich schon staunte. Immerhin müssen Bildgröße, Belichtung und Verschlusszeit eingestellt, der Autofokus deaktiviert werden. Dieses Luxusgefährt zum Beispiel habe ich praktisch im Vorbeigehen abgelichtet, weil ich es eben schnell machen konnte. Für das richtige Bokeh-Festival hätte ich etwas mehr Lichtstärke als die 1.8 und wohl auch etwas mehr Brennweite gebraucht, aber aus nur 11 Bildern zusammengestitcht ist das schon sehr fein.

In der Regel habe ich bei meinem Testlauf das 50mm benutzt, was beim Cropfaktor von 1,5 ein wenig einschränkt, doch das 18-55mm, das auch als Kit mit der K-3 erhältlich sein wird, ist meiner persönlichen Meinung nach nicht mehr als ein Einstieg. Ich würde vermutlich sparen auf das Sigma 35mm F1.4 DG HSM als Standardlinse (vollformattauglich, falls da doch noch was kommt), ergänzt durch ein Weitwinkel und ein ausreichend lichtstarkes Teleobjektiv, aber das ist ja immer Geschmackssache.

Preis – Die Pentax K-3 wird rund 1.300 Euro kosten, mit dem 18-55 Kit-Objektiv bewegt sich der Preis um 1.350 Euro.

Spinner Moto

Ich hatte ja vor einigen Tagen ein Panorama-Bild aus New York auf meiner Festplatte gefunden und war plötzlich ganz angetan von der Weite des Feldes und zeigte mich sehr entschlossen, es weiter zu betreten. Eine Fuji 617 oder eine Hasselblad X-Pan schien gerade nicht erschwinglich, eine Horizon hatte ich schon einmal ausprobiert und dann kam letzte Woche in einem Newsletter von den Lomographen die Ausgeburt des Panoramas: Brummkreiselknipsen mit Motor.

Da nach dem großen Philosophen Tim Taylor alles einen Motor braucht und ich mir lebhaft vorstellen kann, dass der Einsatz der Spinner 360° auf Stativ mit Fernbedienung einiges möglich macht, ließ ich mir das Set mal schicken und hoffe nun auf das Zusammentreffen von Zeit und akzeptablem Wetter und neun Batterien, die ich brauche. Hope on!