Hamburg in der Fotografie

Photographie
SHMH

Wilhelm Weimar, Bismarckkopf, mit Ingenieuren Strieder und Klemann, 1906, Foto SHMH Hamburg Museum

Hamburg in der Fotografie – Drei Sonderausstellungen der Historischen Museen Hamburg. In drei Häusern der Stiftung Historische Museen Hamburg laufen seit Mitte Juni drei Fotoausstellungen zur Geschichte und zum Wandel der Stadt.

In der Ausstellung „Stadt Bild Wandel“ im Hamburg Museum sind mit bisher noch nie gezeigten Dokumentarfotografien von Georg Koppmann und Wilhelm Weimar sensationelle Momente aus der Stadtentwicklung Hamburgs aus den Jahren 1870 bis 1913 zu sehen. Die beiden Fotografen haben den Wandel des Hamburger Stadtbildes am Ende des 19. Jahrhunderts aus verschiedenen Blickwinkeln festgehalten: Georg Koppmann im Auftrag der Hamburger Baudeputation und Wilhelm Weimar im Auftrag von Justus Brinkmann, dem damaligen Denkmalbeauftragten Hamburgs. Die Aufnahmen aus der Zeit von etwa 1870 bis 1914 zeigen zahlreiche bislang unbekannte Bilddokumente zur Stadtgeschichte, die zu der Zeit vor allem durch enorme bauliche Veränderungen gekennzeichnet war.

Die Ausstellung „Stille Bauern und kernige Fischer?“ im Altonaer Museum hinterfragt anhand herausragender historischer Porträt- und Landschaftsaufnahmen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert das damalige Bild von Norddeutschland in der Fotografie. Die kulturhistorische Fotosammlung des Altonaer Museums ist dazu aus einer bildanalytischen Perspektive nach den Quellen und Bezügen eines typischen Bildes von Norddeutschland und seinen Bewohnern betrachtet worden. Die Bilder aus der Zeit von 1860 bis 1950 zeigen regionales Brauchtum, Häuser, Trachten, Schiffe und typische landwirtschaftliche Gerätschaften. Doch nahezu alle Darstellungen von Menschen auf diesen Bildern sind idealisiert und geben gestellte Szenen wieder. Es handelt sich hierbei nämlich um den Blick des reisenden Städters um 1900, der insbesondere nach pittoresken Landschaften und Menschen mit bildwirksamer Kleidung und entsprechender Tätigkeit suchte.

In der Ausstellung „Fofftein“ im Museum der Arbeit sind mit den pointenreichen Bildern von Germin und Thomas Henning überraschende Beobachtungen aus dem Hamburger Arbeits- und Lebensalltag in der Zeit 1950er bis in die 1970er Jahre zu sehen. Die Ausstellung begibt sich auf eine Spurensuche nach den prägenden Erinnerungsbildern für das letzte Jahrhundert. Halbwüchsige Jungs vor dicken Pötten, Matrosen, die lässig durch St. Pauli wandern, buntes Kindertreiben in den Hinterhöfen im Schanzenviertel – viele typische, aber auch unerwartete Szenen und Sujets eröffnen einen Blick auf ein Hamburg, dass es heute längst nicht mehr zu geben scheint.

Ergänzt werden alle drei Ausstellungen durch aktuelle Arbeiten von Künstlern des Fotografen-Kollektivs Sputnik Photos aus Warschau. Neben den historischen Aufnahmen aus den Sammlungen der Museen zeigen diese zeitgenössische fotografische Visionen vom gegenwärtigen und zukünftigen Leben in Hamburg und Norddeutschland.

http://www.historische-museen-hamburg.de/de/ausstellungen/hamburg-in-der-fotografie.htm

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