Posts Tagged: Hasselblad XPan

Straßenecke

Straßenecke

Man beachte den augenscheinlich selbstbewussten Herren rechts in der Sonne. Streetfotografie mit der Hasselblad XPan in Hamburg.

Spontanes Panowalking

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Ich war ja neulich los, hatte nur zwei analoge Kameras mit in der Tasche und durchwanderte recht aufmerksam und nicht alleine die Hamburger Innenstadt. Mit dabei war auch Sabine, die erst seit einiger Zeit in meiner Heimatstadt lebt und, so meine Beobachtung, mitunter eine ganz andere Sicht auf Hamburg hat, vielleicht auch weniger übersieht als ich.

Berlin Stripes I

Checkie Charly

Ich war ja in Berlin, schon vor über einem Monat und während ich immer noch darauf warte, dass die Bilder vom Shooting mit zwei Models freigegeben werden, habe ich es doch wenigstens geschafft, den Kodak Portra 160 aus meiner Hasselblad XPan vollzumachen und endlich entwickeln zu lassen.

Bunteshauptstadt Berlin

Das erste Bild zeigt den früheren alliierten Grenzübergang „Checkpoint Charlie“ an der Friedrichstraße, der zu einer plumpen Touristenattraktion verkommen ist und die zweite Aufnahme habe ich irgendwo zwischen Wilhelm- und Friedrichstraße, unweit des Willi-Brand-Hauses gemacht.

Garðskagaviti

Garðskagaviti

Ob die Einbindung dieses Bildes in diesem Format auf dem Blog Unsinn ist, das mag man sich fragen und von den Fragenden werden es vermutlich nicht wenige mit „Ja!“ antworten. Ich finde es schön portrabund und der Scrolldaumen ist der neue Wii-Arm!

Aufgenommen auf dem letzten Trip nach Island in der Nähe von Reykjavik mit meiner Hasselblad Xpan und Kodak Portra 160-Film. Wer hat gesagt, dass ein Panorama immer im Querformat aufgenommen werden muss?

Hasselblad XPan – die Betrachtung

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Prolog – Es gibt ja Kameras, die sind zeitlos und ich bin kaum bereit, dieses Prädikat einer digitalen Kamera zu verleihen, ich denke, es steht nur sehr ausgewählten Apparaten zu, auch wenn sie ein wenig Etikettenschwindel betreiben und gar keine Schwedin sind, sondern eine Japanerin. Die Hasselblad XPan ist nämlich in Wirklichkeit eine Fujifilm TX1 Panoramakamera mit Messsucher in leicht anderem Kleid und sie ist sehr gut!

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Die Besonderheit – Der Kleinbildfilm wird in der Kamera nicht nur in der Standardgröße von 36×24 mm belichtet, was geht, aber witzlos ist, sondern auch im Format 65×24 mm, wobei dann statt 36 Aufnahmen derer 20 zur Verfügung stehen. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass man heutzutage ja alles digital machen könne, einfach einige Bilder neben einander aufnimmt, sie zusammenfügt und die Verzeichnungen heraus rechnet. Das geht in der Tat bei diesem oder jenen Bild, aber ich würde es bei Langzeitbelichtungen oder Portraits oder Bildern, auch denen Bewegung zu sehen ist, nicht machen wollen. Die XPan bannt das Foto mit einem Schuss. Manch einer mag nun einwenden, man könne ein mit einem Weitwinkelobjektiv aufgenommenes Bild ja oben und unten beschneiden – solche Leute glauben auch, dass das Bild nicht bei der Aufnahme gemacht wird. Wer die ganzen Vorzüge noch etwas blumiger, etwas euphorischer, etwas dings lesen möchte, dem steht auf hasselbladpages.com der Originalkatalog zu Ansicht und Download zur Verfügung.

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Bedienung – Die Bedienung geht sehr übersichtlich von statten. Vorne auf der Kamera haben wir Blitzsync-Anschluss, ISO-Wahl und die Objektiventriegelung. Oben wählt man die Belichtungszeit (A und B bis 1/1000s) sowie Belichtungskorrektur (-2 bis +2), löst aus und hat den digitalen Bildzähler. Der Anschluss für den Drahtauslöser befindet sich rechts an der Seite, das Bildformat wird an der Rückseite gewählt, dort befindet sich auch ein Display, das z.B. bei Einsatz der Belichtungsautomatik die Verschlusszeit anzeigt oder die ISO-Zahl.

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Marktlage – Ich klammere bei der Betrachtung einmal die XPan II aka TX2 aus, auch wenn die Fujifilm mit dem Holzgriff wirklich sehr „sexy“ daherkommt, aber wer baut schon eine derart emotionale Verbindung zu seinen Kameras auf? – Äh, also ich war erstaunt darüber, wieviele XPans auf dem Markt angeboten werden. Zumeist mit dem auch von mir in der Regel benutzten 45mm-Objektiv liegt der Preis derzeit so um 1400 Euro, das 90mm-Objektiv ist ab 500 Euro zu bekommen, aber ich nutze es selten. Die dritte Linse im Angebot ist das 30mm, das zusammen mit dem Sucher gut und gerne 1800 bis 2500 Euro kostet und das Budget vieler wird sprengen dürfen. Oft gesucht werden auch noch ND-Centerfilter, die einige Fotofreunde und -innen ob der leichten Vignette für unabdingbar halten und zum Teil hunderte Euro zu investieren bereit sind. Das kann man bei hybrider Verarbeitung auch leicht und locker in Lightroom lösen. Wem Markennamen nicht so wichtig sind oder einem modischen Trend folgend und den eh abzukleben gedenken, sollten sich auch nach der Fujifilm TX1 umsehen, denn die ist oftmals um einiges günstiger zu bekommen.

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ReparaturFragen Sie Ulf Kühn! Das wird man vermutlich dem Anrufer bei Hasselblad in Ahrensburg mitteilen, wenn der Techniker nicht schon in den Ruhestand gegangen ist. Ulf Kühn hat in Japan die Reparatur der XPan gelernt und hat mir ausführlich geschildert, wie er mit der Panoramakamera gearbeitet hat. Das klang sehr glaubhaft! Ich hatte leider schon einmal vor dem Gespräch Reparaturbedarf und da konnte Marek Wiese in Hamburg gut helfen. Vergleiche dazu meine Übersicht: Zur Analogfotografie in Hamburg heute. UPDATE August 2015: Ulf Kühn ist derzeit wie folgt zu erreichen: Ulf Kühn Service, An der Strusbek 32, 22926 Ahrensburg, Tel. 04102-49136, Mail: ulf-kuehn@t-online.de.

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Fazit – Im Katalog, auf den ich weiter oben hingewiesen habe, heißt es flötend gut gelaunt: „Wie wär’s mit etwas Hasselblad für unterwegs? Leben ist Bewegung: Das Leben ist unerwartet, unvorhersehbar und spontan. Es ist flexibel, dynamisch und kann Sie an ziemlich ausgefallene Orte verschlagen.“ Brechen wir das hier ab … Mir taugt die Hasselblad XPan nicht als „Immer-dabei“, dafür ist sie mir im Vergleich mit der Zeiss Ikon ZM zu schwer und zu unflexibel. Die beiden Objektive, die ich habe, verfügen über eine Einstiegsbrennweite von f4, was für Panoramen völlig ausreichend ist und auch Portraits lassen sich damit realisieren – das ist keine Frage -, aber als Universalkamera sehe ich sie nicht, sie ist eine Spezialistin, was das Format betrifft. Ich habe sie mir vor einem knappen Jahr gekauft mit Blick auf meinen Urlaub auf Island und dort war sie perfekt, ich kann sie mir auch mehr als lebhaft vorstellen auf den Straßen von New York oder Tokyo, auf Helgoland, zur Not auch für lästig große Hochzeitsgesellschaften, wo jeder mit auf’s Bild, aber unter keinen Umständen in die zweite Reihe will. Ich lege die XPan also all jenen unbedingt ans Herz, die einen soliden Fotoapparat in der Hand halten möchten, die vermeintliche Normen des Formats von 3:2 u.ä. unbedingt verlassen wollen, die Film lieben, die Geschmack haben und stilsicher sind und die eine Ahnung davon haben, worauf sie sich einlassen.

ha mu bu ru gu

In my bag

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Es lässt sich nicht leugnen, dass ich empfänglich bin für die Spielarten des Fototaschen-Porn. Der freundliche Bellamy Hunt, aka Japancamerahunter, bedient diesen Fetisch auf seiner Webseite schon seit einiger Zeit und sehr erfolgreich. Nachdem ich nun einer der ersten gewesen bin, der vor über 1,5 Jahren sein Täschchen bei ihm ausgebreitet hatte, war nun wieder Zeit, es ein weiteres Mal zu tun.

Ausgebreitet habe ich nun den Inhalt meines Incase Ari Marcopolous-Bags, der u.a. umfasst meine Mamiya 645 Super mit 3.5/150mm-Objektiv, Sucher und Winder – taktvoll begleitet durch einige Filme und das 2.8/80mm-Objektiv. Meine Hasselblad XPan kommt aus mit dem 4/45mm-Standardobjektiv und schließlich ist noch die Pentax Ricoh GR Digital Kamera dabei – als digitale Komponente des Sets. Hier habe ich noch den Weitwinkelvorsatz GW-3, wie den Filteradapter mit Hood GH-3, das USB-Ladekabel und schließlich für die SD-Karten die Think Tank SD Pixel Pocket Rocket. Meine Graufilter (49mm) sind in einem Mäppchen von Tiffen verstaut, der Kaiser Profi-Drahtauslöser, 50 cm ist für die zwei analogen Schönheiten. Die Schutzbeutel für die Objektive habe ich mal nicht mit abgelichtet.

Wie sieht es denn in euren Taschen so aus?

Islands Weiten

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Man könnte sich vorstellen, dass nun vielleicht Gerd Ruge ins Bild tritt und weit westlich seines Hauptberichtsgebietes mit angenehmer Stimme erzählt von der Landschaft Islands, vielleicht streut er noch einen Exkurs ein über Trolle und steuert eine Anekdote über den Kauf eines Pullovers bei, doch Gerd Ruge wird nicht ins Bild treten – nicht hier. Hier zeige ich, warum ich glaube, dass eine Hasselblad XPan mit nach Island muss.

Þingvellir

Besonders wild entschlossen war ich ja, Langzeitbelichtungen der Landschaft zu machen und tatsächlich ist mir eine solche gelungen, aber so richtig lang war es nicht, was einerseits an der Helligkeit – trotz ND 10 – lag und andererseits dem Wind, dem richtigen Wind, dem Nordmänner-Wind und dem Umstand, dass wir hier Teil einer Ausflugsgruppe waren, geschuldet war.

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Aber auch zum überlegten Schnappschuss war die XPan ein großartiges Werkzeug, zumal die Landschaft einen mit der schroffen Weite wirklich beeindrucken kann, wie hier am Feriensitz des isländischen Staatsoberhaupts.

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Manchmal schien aber auch das 45mm-Objektiv nicht alles auf Film bannen zu können, wie hier beim großen Wasserfall zu sehen, aber da das 30mm, wie ich schon auf meiner Facebook-Fanseite unterschwellig beklagte, nicht bezahlbar ist, muss und kann man mit diesen gar schrecklichen Beschränkungen gut leben.

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Aufgenommen wurden diese Bilder auf Fujifilm Neopan Acros 100 135/36 während der eintägigen Golden Circle Tour von Gray Line, die wir bereits von Deutschland gebucht hatten. Mit Busfahrer und Reiseleiter, dem Franzosen Gilbert, hatten wir ebenso viel Glück, wie mit dem Wetter.

Farbige isländische Streifen

Garðskagi

Weiter geht es in der lustigen Fotoshow! Vati flucht über den Diaprojektor, Mutti zerlegt den Käseigel und der Hund rennt mit den neuen italienischen Schuhen im Maul herum, die Onkel Walter aus Rücksicht auf den Teppich im Flur abgestellt hatte.

Haukadalur

Das erste Bild ganz oben zeigt den Leuchtturm Garðskagi und ist leider nicht in der Lage, den Sturm, der uns dort an der Küste heimsuchte, auch nur im Ansatz nachzuzeichnen, aber die Dunkelheit hat man ganz gut einfangen können. Das zweite Bild, ganz Sonnenschein, wurde am Rande des Geysir-Felds aufgenommen, das man auf der sehr kurzweiligen Golden Circle Tour aufsucht.

Puff

Das wäre hier dann der Strokkur (Dank an Chris für den Hinweis!) kurz nach dem Ausbruch. Man rechnet ja immer damit, dass die Fontäne gleich kommt und erschrickt dennoch so sehr, dass ich recht stolz darauf bin, die Kamera nicht völlig verrissen zu haben. Viel weiter weg hätte ich auch nicht stehen können, wenn ich die Absperrung nicht mit auf dem Bild haben wollte.

Parking

Zum Abschluss der heutigen Runde noch einmal der Honda, den wir uns geliehen hatten. Als SUV, der er nun einmal sein möchte, hatte er es ohnehin schon schwer, Zugang zu meinem Herzen zu finden, die stürmische Automatik und die schreckliche Sitzheizung nervten mich schon früh, der hohe Verbrauch trug seinen Teil dazu bei, aber in der Rückschau wäre ein Kleinwagen vielleicht suboptimal gewesen und ich denke fast dankbar an das ungefragte „Upgrade“ zurück.

Zurück aus dem Nordatlantik

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Wer hätte gedacht, dass mal jemand das gute Wetter auf Island vermissen würde, wenn er Ende Mai aus dem Nordatlantik nach Hamburg zurückkehrt? – Ich vermutlich nicht, aber wollen wir nicht zu dick auftragen: an den wenigen Sonnentagen in dieser Woche trugen nur die Isländer kurze Hosen und T-Shirts. Der Tourist an sich, und da nehme ich mich nicht aus, hält Fleece für kaum weniger angemessen.

Nach einigen Tagen in und rund um Reykjavik bin ich also wieder zurück und habe natürlich fest vor, diese Reise anhand des einen oder anderen Fotos Revue passieren zu lassen. Zunächst kommt das, was die Digitalkamera bannte, dann lege ich die Ergebnisse aus der Hasselblad XPan vor und darf schon im Vorwege verraten: so einfach war das alles gar nicht.

Auf der Straße mit der Hasselblad XPan

Breites Street

Jetzt habe ich die kleine japanische Schwedin Hasselblad schon ein paar Wochen in meinem Besitz und nachdem ich mich zunächst versucht habe, in der Aufnahme der Weite, möglicherweise klassischen Panoramen, bin ich nun geneigt, auf die Suche zu gehen nach anderen Feldern der Betätigung für mein kleines Liebchen.

Obiges Bild zeigt nun die Kreuzung Ottenser Hauptstraße und Bahrenfelder Straße in Altona und die Gelehrten und Trolle mögen streiten darüber, ob das „Street“ ist oder nicht, aber es ist zumindest eine Menge los auf dem Bild, man sieht mehrere Passanten, die stehen, sich unterhalten, unsichtbare Linien ziehen durch die Szenerie. Freilich ist Ottensen nicht Manhatten, dieser Platz nicht der Time Square und der Moment nicht WOW, aber ich ahne Potential für die XPan in der Stadt.