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Wieder einmal habe ich mir einen neuen Fotoapparat gekauft und das, wo ich doch weiß, dass mich eine neue Kamera nicht besser macht. Es ging aber auch nicht darum, ob ich eine neue Kamera brauchen würde, es ging darum, sich einen langgehegten wie irrationalen Wunsch zu erfüllen.

Die Voigtländer Bessa III alias Fujifilm GF670, also einer Cosina, stand neben einer Fujifilm GX617 ganz weit oben auf meiner Liste. Alleine schon die sehr überschaubare Verfügbarkeit auf dem deutschen Markt schien meine neuste Erwerbung eigentlich auf die Zukunft in unbestimmter Ferne zu verschieben. Bis ich mich mal wieder auf gefährlichstes Pflaster wagte – ins Photohaus Collonaden.

Da stand ich nun rum, erzählte Seemannsgarn und stellte schwerwiegende Fragen wie “Habt ihr denn irgendwas Aufregendes reinbekommen?” Eigentlich war die Gefahr schon gebannt, als Bernd Nasner berichtete, er hätte einige ältere Leicas angekauft. Wir waren schon längst beim Fehlfokus von M9 in Kombination mit meinem Sonnar und dann nahm die Geschichte doch noch die verhängnisvolle Wendung. Irgendwem fiel ein, dass da doch gerade noch eine Bessa III reingekommen sei. Unauffällig sabbernd und weitgehend unzurechnungsfähig fragte ich nach dem Preis, dann nach dem Preis, den ich für angemessen hielt und dann schienen Engel und Teufel auf meinen Schultern einen entschlossenen Kampf auszufechten. Ich sagte, ich würde mich melden und musste dann auch schnell weiter.

Es wurde Abend, es wurde Nacht, ich bettete mein Haupt auf das Kissen und konnte nicht einschlafen. Ich driftete erst ins Land der Träume ab, als ich sicher war, die Kamera haben zu müssen. Am nächsten Tag stand ich also wieder in der Kleinen Theaterstraße auf der Matte und wickelte den Kauf in einer Viertelstunde ab. Her damit!

Nach der Arbeit reiste ich mit der Neueroberung nach Hause, setzte mich mit einem Gläschen 12 Jahre alten Bowmore zufrieden auf das Sofa und betrachtete meinen Neuzugang. “Oh, mein Gott, mir fehlt dafür doch die richtige Tasche ….!”

Eine Hasselblad XPan zur Belohnung

Hasselblad XPan

Eigentlich hatte ich Christian ja nur die Lomo Belair abgekauft und ihn so zeitnah nur angeschrieben, weil ich schauen wollte, ob er noch die Quittung hat, dann aber ließ er in einem Nebensatz durchscheinen, dass er seine Hasselblad XPan mit zwei Objektiven zu verkaufen gedenkt und bei mir knallten gleich alle Sicherungen durch.

Sollte die Traumkamera wirklich greifbar sein? – Der Zustand und der Preis ließen gar nichts anderes zu, als sich selbst darin zu bestärken, dass man sich, dass ich mich nach dem erfolgreichen und schönen Jahr 2012 selbst zu belohnen habe. Immerhin hatte ich meine beste aller Hälften zum Standesamt geführt und auch mein Buch – kein Fotografiebuch! – ist in diesem Jahr auf den Markt gekommen und das kann man auf die vielfältigste Weise feiern, zumal das nicht alles war, was Freude machte.

Nicht nur die für 2013 geplante Reise nach Island, auch x weitere Ideen, klare Bilder vor dem geistigen Auge – ich musste die Hasselblad, die eigentlich eine Fuji ist, haben und ich bekam sie. Seid also in nächster Zukunft auf breite Fotos und noch einige weitere Posts zur Kamera selbst gefasst. Ick freu mir!